"Kleinod" Sturmannshöhle": Perfektes Licht setzt Akzente

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Karl lüftet einige „Geheimnisse“ der Sturmannshöhle.

Neuer Glanz für die Sturmannshöhle: In den vergangenen drei Monaten wurde die Beleuchtung der Sturmannshöhle bei Obermaiselstein komplett ausgetauscht. Wo bislang einfache Baustellenstrahler für simples Licht sorgten, setzen nun perfekt angepasste LED-Leuchten ganz eigene, außergewöhnliche Akzente.

Die in der Höhle überwinternden Fledermäuse stört die neue Beleuchtung keineswegs. Und mit weniger Strom kommt die neue „Installation“ obendrein aus. Seit 26. Dezember ist die Sturmannshöhle wieder geöfnet.

Möglich wurde die „Runderneuerung“ der 120 Millionen Jahre alten Höhlenformation bei Obermaiselstein durch das Interreg-Projekt „Bewegende Natur“ des Naturparks Nagelfluhkette, bei dem die touristischen Erlebnismöglichkeiten verbessert werden sollen. Etwa die Hälfte des dafür zur Verfügung stehenden Etats in Höhe von 250 000 Euro konnten jetzt für die Erneuerung der beliebten Sturmannshöhle aufgewendet werden, wie Naturpark-Geschäftsführer Rolf Eberhardt erklärt. „Bei einer absoluten Spitzenförderung von 90 Prozent“, freut er sich. Sogar das bayerische Umweltministerium ist mit einem Anteil von 15 Prozent mit im Boot. Das belege den Stellenwert, den man dem Projekt beimesse, betont Eberhardt. Nicht zuletzt, weil trotz der wichtigen Neuerung der bedeutende Rückzugsraum für überwinternde Fledermäuse erhalten bleibt.

Auch den Besuchern soll es „besser gehen“. Letztlich sei die alte Höhlenbeleuchtung keine Visitenkarte für die Sturmannshöhle gewesen, hebt Bürgermeister Peter Stehle hervor. Notdürftig durch Plastikrohre geführt Eletrokabel und simple Strahler und Glühbirnen an Decken und Wänden – das habe die beliebte Höhle nicht recht zur Geltung gebracht. Das sei jetzt Schnee von gestern. Die neue Beleuchtung setze die 460 Meter lange Spaltenhöhle erst ins rechte Licht, sagt Stehle. „Das bringt die imposante Höhle mit den vielen Datails viel besser zur Geltung“, so der Bürgermeister.

Mit der Spezialfirma Cave Lighting habe man den professionellen Partner für das Projekt gefunden. „Cave Lighting hat schon mehrere hundert Schauhöhlen weltweit mit optimaler Beleuchtung ausgestattet“, so Projektleiter Oliver Heil.

Rund 250 spezielle wasserdichte moderne LED-Strahler wurden im Verlauf der Höhle platziert. Sie beleuchten einerseits den schmalen Weg durch die Höhle und setzen bestimmte Abschnitte in ein ganz besonderes Licht. „Der Höhlenführer kann an den wichtigen Stellen dann ganz gezielt per Fernsteuerung für Effekte sorgen und seinem Publikum die Höhle eindrucksvoll präsentieren“, erklärt Oliver Heil. Und am sogenannten „Drachentor“ kann der Begleiter die Geschichte um die Höhle mit ihrem „Schatz“ von Karl, dem „guten Geist“ der Sturmannshöhle, erzählen lassen.

Wochenlang haben Bauhofarbeiter und Höhlenführer Wolfgang Kasirow die alte Beleuchtungseinrichtung demontiert und mühsam durch die enge Höhle ins Freie geschafft. Dann konnten Oliver Heil und sein Team für „neues Licht“ sorgen. Die Leitungen sind jetzt gut „versteckt“. Sogar einen Stromausfall könnte die Sturmannshöhle verkraften: Die Notbeleuchtung für den schmalen Weg durch den Stollen würde im Fall des Falles rund zwei Stunden durchhalten, wie Oliver Heil betont. Die neue Beleuchtung benötigt zudem nur halb so viel Energie wie die alte, und verbreitet kaltweißes Licht, das fast wie Tageslicht wirkt. „Die Sturmannshöhle war übrigens eines der ersten Objekte in Obermaiselstein, die mit Elektrizität versorgt wurden, als 1906 die Stromleitung durch das Obere Illertal verlegt worden war. Erforscht wurde die einzige begehbare Höhle des Allgäus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von „mutigen Burschen“, wie der Erzähler des Audioguide-Systems weiß. Und bei völliger Dunkelheit aus der Höhle hinauszufinden galt lange Zeit als Mutprobe für die Dorfjugend.

Geöffnet ist die Sturmannshöhle bei Obermaiselstein während der Weihnachtsferien täglich von 11 bis 16 Uhr mit stündlichen Führungen.

Josef Gutsmiedl

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