Altes Holz hat mehr verdient

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Christoph Finkel (links) beschrieb Landrat Anton Klotz die Faszination des Werkstoffes Holz anhand seiner aktuellen Ausstellungsarbeiten für die „Südliche 2014“.

Immenstadt - Die „Südliche 2014“, die Jahresausstellung der Bildenden Künstler des Landkreises Oberallgäu, setzt Akzente. Nach der Vernissage wurden bei einer zweiten Feierstunde im Museum Hofmühle in Immenstadt der „Kunstpreis des Landkreises Oberallgäu“ und der Johann-Georg-Grimm-Preis vergeben. Der Landkreis-Preis ging an den Hindelanger Bildhauer Christoph Finkel, der Grimm-Preis an das „Urgestein der Allgäuer Kunstszene“, Arnulf Heimhofer aus Burgberg.

„Die Kunst im Oberallgäu lebt. Sie ist sogar putzmunter“, meinte der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz in seiner Würdigung . „Die Südliche beweist es.“ Das Allgäu habe eine lange Tradition des künstlerischen Schaffens und mithin „eine beachtliche Kulturlandschaft“.

„Kunst braucht Energie und Raum“, so Klotz weiter. Mit dem Kunstpreis wolle der Landkreis Oberallgäu Impulse setzen und das Augenmerk auf das aktuelle Kunstschaffen in der Region lenken. Mit dem diesjährigen Preisträger, Christoph Finkel aus Bad Hindelang, habe die Jury einen Künstler gefunden, dessen handwerkliche Meisterschaft ebenso besteche wie die Lebendigkeit seiner Arbeiten. Der Preis würdige über die ausgestellten Werke der Südlichen hinaus auch das Lebenswerk Finkels, der es verstehe „Kunst begreifbar und greifbar“ zu machen.

Sichtlich überrascht nahm Christoph Finkel den Landkreis-Preis entgegen und erläuterte anhand seiner ausgestellten Werke in der Hofmühle den Besuchern die Faszination seines Schaffens: Er wolle mit seiner Kunst auch die alte Tradition handwerklichen Schaffens mit dem Werkstoff Holz weitertragen. Der „Respekt vor dem Werkstoff Holz“ stehe im Mittelpunkt. Und mit Blick auf seine vier gedrechselten Kunstwerke - allesamt geschaffen aus altem Holz, sagt Finkel fast ehrfurchtsvoll: „Altes Holz hat doch mehr verdient als nur als Brennholz zu enden...“

Ein „Urgestein der Allgäuer Kunstszene“, so Walter Besler vom Förderverein Bildende Kunst Schwaben-Süd, wurde mit dem Johann-Georg-Grimm-Preis ausgezeichnet, der wie der Landkreis-Preis mit 2000 Euro dotiert ist: Arnulf Heimhofer aus Burgberg. Auch bei der Vergabe dieses Preises ging es der Jury um die Würdigung des Lebenswerkes.

Mit Arnulf Heimhofer habe man eine „markante Persönlichkeit“ ausgewählt, „einen der bedeutendsten Künstler des Allgäus“, sagte Besler und applellierte an den Preisträger: „Lass it luck!“

Bereits bei der Vernissage der „Südlichen 2014“ wurde der traditionlle „1. Ankauf“ getätigt. Die Wahl der Sparkasse Allgäu fiel auf das großformatige Werk „Junge Frau“ des Malers Peter Fleschhut aus Immenstadt.

Die Andeutungen des Oberallgäuer Landrates über die Fortführung des Kultur- und Kunstförderung nahm die neue Leiterin des „Südliche-Teams“, Magdalena Willems-Pisarek, erfeut zur Kenntnis. Sie verstehe den „Versuch, Kunst und Finanzen zu verheiraten als Versprechen“. Sie glaube zudem zu tiefst „an die Bedeutung der Kunst für die Gesellschaft“. Der große Besucherandrang sowohl bei der Vernissage zur „Südlichen 2014“ als auch bei der Preisverleihung zeige ihr: „Die Südliche ist Treffpunkt für Künstler, Publikum und – womöglich – Geld?“

In seiner Begrüßung hatte der Vorsitzende der Kulturgemeinschaft Oberallgäu KGO, Alfons Zeller, ebenfalls an die wichtige Finanzierung der Kunst erinnert. Sparen um jeden Preis – nicht zuletzt an der Kultur – sei wohl der falsche Weg. „Kunst und Kultur haben einen Mehrwert für die Region“, so Zeller. Die Königsschlösser im Ostallgäu hätten zu ihrer Bauzeit auch Geld gekostet, spülten jetzt aber Millionen in die Staatskasse...

Josef Gutsmiedl

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