Südlichste Mahnwache – Anti-Atomkraft-Demonstration an der B 19

Der Rad- und Fußweg an der B 19 südlich von Sonthofen wurde am Samstag zur Bühne für die Oberallgäuer Anti-Atomkrfat-Bewegung. Foto: Heinrich Bonert

Die Anti-Atomkraft-Bewegung im Oberallgäu macht weiter mobil. Am Samstag machten die Oberallgäuer Atomkraftgegener auf die „außergewöhnlich hohen Gefährdungen“ an der B 19 bei Sonthofen aufmerksam. Der Protest richtet sich vor allem gegen die – trotz Ausstiegsgesetz - verlängerten Laufzeiten der Reaktorblöcke in Gundremmingen zwischen Augsburg und Günzburg und die ungelöste Entsorgung des Atommülls.

„Fukushima ist überall“ und „Atomkraftwerke jetzt abschalten“: Mit Plakaten, Transparenten, aufgehäuften Atommüllfässern, Kuhschellen und Trommeln machten ca. 25 Atomkraftgegner am Samstag an der B19 zwischen Sonthofen und Fischen die Autofahrer auf die „außergewöhnlich hohen Gefahren“ des schwäbischen AKW aufmerksam. Anlass war ein bundesweiter Aktionstag um die Verbundenheit mit der japanischen Anti-Atom-Bewegung zu zeigen, die für diesen Tag zu Großdemonstrationen aufgerufen hatte. „Hier befindet sich Deutschlands größtes Atomkraftwerk und Atommülllager und die letzten beiden besonders risikoreichen Siedewasserreaktoren Deutschlands. Derselbe Reaktortyp wie in Fukushima“, machte Thomas Frey – Regionalreferent des Bund Naturschutz für Schwaben – auf die Gefahren in Gundremmingen aufmerksam. Trotzdem habe das AKW im Rahmen der Energiewendebeschlüsse eine Laufzeitverlängerung bis 2017 (Block B) und 2021 (Block C) bekommen. Frey und Helmut Weidel von antiatom-oa fordern „ein sofortiges Abschalten des Risikoreaktors Gundremmingen, eine transparente Endlagersuche nach wissenschaftlichen Kriterien und eine Energiewende mit den Leitzielen Energiesparen, Steigerung der Energieeffizienz und Ausbau der Erneuerbare Energien“. Ort und Zeitpunkt der „südlichsten Mahnwache Deutschlands“ waren bewusst gewählt. Die Aufmerksamkeit zielte auf den Wochenendverkehr, wo Skifahrer aus ganz Schwaben auf dem Weg in die Skigebiete sind. Nicht nur die Gefahren der Atomkraft, auch unnötiger Energieverbrauch ist den Atomkraftgegnern ein Dorn im Auge. Nach ihren Berechnungen werden durch den Betrieb von Schneekanonen in den Oberallgäuer Skigebieten pro Saison mindestens zehn Kilogramm hochradioaktiver Atommüll produziert, spannten sie den Bogen zu dem Wintersportbetrieb.

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