Technik ist weiblich

Nach dem einwöchigen Forscherinnen-Camp stellten sich die Teilnehmerinnen mit den Projektinitiatoren zum Gruppenfoto zusammen. Foto: Josef Gutsmiedl

Was macht eigentlich ein Ingenieur? Nein: Was macht eine Ingenieurin? Eine Woche lang konnten die Teilnehmerinnen des „Forscherinnen-Camps“ bei der Firma Bosch in Immenstadt und der Hochschule Kempten in die Welt der Technik schnuppern und erfahren, ob etwa ein Technikstudium im Anschluss an den Schulbesuch „ein Thema“ wäre. Das „Forscherinnen-Camp“ wird vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft angeboten in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Hochschulen.

Fiona aus Schnelldorf bei Feuchtwangen zum Beispiel blickte am Abschlusstag des Forscherinnen-Camps auf eine sehr interessante Woche zurück. Sie könne sich ein Ingenieurstudium nach dem Abitur gut vorstellen. Ihre Camp-Kollegin Lisa aus Rosenheim zieht ebenfalls ein positive Bilanz: „Sehr vielseitig und interessant.“ Aber, so schränkt sie für sich ein, zuviel Mathe und Physik... Umsonst sei die Woche mit interessanten Erfahrungen im Oberallgäu aber trotzdem nicht gewesen. Dem Erfolg des fünftägigen Projektes während der Herbstferien tut das keinesfalls Abbruch. Ziel des Camps ist es vor allem, Gymnasiastinnen frühzeitig Einblicke in die „Männerdomäne Ingenieurwissenschaft“ zu ermöglichen, wie es Arne Rösch von der Robert Bosch GmbH in Immenstadt-Seifen umreißt. „Wir können es uns nicht leisten, auf 50 Prozent des Potenzials zu verzichten.“ Ingenieurberufe dürften heute keine „reine Männersache“ mehr sein. Hoch qualifizierter Nachwuchs sei wesentlicher Erfolgsfaktor einer Volkswirtschaft. Er hoffe, dass „die Angst vor der großen Industrie“ mit dem Camp etwas abgebaut wurde, so Rösch. Einen zunehmenden Fachkräftemangel macht auch Björn Hubert vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft aus. Als eines der Projekte zur Berufsorientierung wolle das Forscherinnen-Campot Interessse an technischen Problemstellungen und an technischen Berufen wecken. Und auch Prof. Dr. Robert F. Schmidt, Präsident der Hochschule Kempten, verwies auf den zunehmenden Bedarf an Ingenieurinnen. „Der weibliche Anteil ist sehr wichtig für die technischen Studiengänge und die industrielle Arbeitswelt.“ In punkto Kreativität und Teamfähigkeit seien Frauen ihren männlichen Kollegen meist überlegen, deutete Schmidt an. Im Forscherinnnen-Camp 2010 lernten die Teilnehmerinnen aus ganz Bayern nicht nur das Oberallgäu kennen, sondern mussten sich mit einer typischen Ingenieur-Herausforderung befassen und - unter Regie von Projektbetreuerinnen - eine technische Lösung entwickeln. Diesmal ging es um Fehler beim Lötprozess von Leiterplatten. Dazu gab es Einblick in das Ingenieurstudium an der Hochschule Kempten und Gespräche mit Ingenieurrinnen. Zum Abschluss musste die Gruppe ihre Erfahrungen - und natürlich den Weg zur Lösung - präsentieren.

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