4500 Einsatzstunden im Rahmen der Corona Pandemie

Das Technische Hilfswerk Sonthofen zieht Bilanz der vergangenen Wochen

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Helfer des THW Sonthofen bei der Ausgabe von Schutzmaterial an Pflegeeinrichtungen

Sonthofen – Das Corona-Virus hat auch den Ortsverband Sonthofen des Technischen Hilfswerks (THW) nicht unberührt gelassen. Bis Ende Mai hat die Sonthofer Hilfsorganisation über 4 500 Einsatzstunden in Sachen „Corona“ geleistet. Ein Viertel dieser Arbeitsstunden fielen auf Logistik und die Ausgabe von über 10 000 Liter Desinfektionsmittel.

Das THW Sonthofen ist seit 12. März mit den unterschiedlichsten Aufgaben betraut. „Wir waren von Anfang an in das Einsatzgeschehen ‚Corona‘ durch das Landratsamt Oberallgäu eingebunden. Einige Aufgaben dauern weiter an, noch immer sind täglich Helferinnen und Helfer von uns im Einsatz“, so Ortsbeauftragter Robert Denz. Zugführer und Mitglied der Örtlichen Einsatzleitung, Alexander Gringel, ergänzt: „Wir sind froh, dass es im Oberallgäu nicht zu einem Engpass der Klinikinfrastruktur kam. Dennoch waren wir auf einen rasanten Anstieg der Infektionszahlen vorbereitet und hätten als THW unterstützend reagieren können.“

Unterstützung auf Führungsebene

THW Sonthofen / Alexander Gringel – Michael Adler, Mitglied der Örtlichen Einsatzleitung, an der Lagekarte

Nach der Feststellung des Katastrophenfalls in Bayern, wurde auch im Landkreis Oberallgäu die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) sowie die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) eingerichtet. Als Fachberater THW wurde Ortsbeauftragter Robert Denz in die FüGK entsendet. Im Krisenstab informierte er über die Einsatzmöglichkeiten des THW und konnte die notwendigen Schritte auf THWSeite in die Wege leiten. Ebenso besuchte und beriet ein Fachberater Hygiene zahlreiche Pflegeeinrichtungen und Teststellen im Auftrag des Landratsamtes. Ab Mitte März unterstützte der Zugtrupp des Ortsverbandes die Örtliche Einsatzleitung Oberallgäu, die anfänglich in der Klinik Immenstadt angesiedelt war. Nachdem aufgrund der Lage für den Landkreis weitere stationäre Kapazitäten geschaffen werden sollten, wurde die örtliche Einsatzleitung in die Unterkunft des THW Sonthofen verlegt. Die darauffolgenden Wochen war der Einsatzstab täglich mit sieben Kräften von THW, Johanniter Unfallhilfe und BRK besetzt. Die Kräfte des THW unterstützten auch bei der Erkundung von Liegenschaften für geeignete Hilfskrankenhäuser und im weiteren Verlauf den Sachgebietsleiter „Logistik“ bei der Beschaffung von Baustoffen für die Einrichtung von Fieberambulanzen.

Probeentnahme Drive-In

Um möglichst viele Oberallgäuer mit geringem Aufwand und einer niedrigen Infektionsgefahr auf das Virus testen zu können, wurde auf dem Marktanger in Sonthofen eine Probeentnahmestelle im „Drive-In-Prinzip“ eingerichtet. Der THW Ortsverband Sont- hofen unterstützte zusammen mit der Johanniter Unfallhilfe das Landrats- und Gesundheitsamt bei der Durchführung. Jeweils fünf THW-Kräfte waren pro Schicht, anfangs täglich, später im zweitägigen Rhythmus, vor Ort. Die Helferinnen und Helfer wechselten sich ständig ab; so waren zwei ehrenamtliche des THW an den Posten, zwei Weitere standen zur Ablösung und für Hintergrundaufgaben zur Verfügung. Hinzu kam eine Führungskraft, welche die Arbeit koordinierte und Kontakt mit den Behörden hielt. Parallel dazu wurde an einer Fachklinik in Oberstdorf und einem Kemptener Seniorenheim eine mobile Beprobungsstelle zusammen mit der Johanniter Unfallhilfe aufgebaut, nachdem in den Einrichtungen Fälle von bestätigten Infektionen bekannt wurden. Zuletzt unterstützte das THW auch bei der Beprobung von 130 Mitarbeitern eines Schlachtbetriebes in Kempten.

Logistische Unterstützung für das Landratsamt

Ein Zwischenlager von Desinfektionsmittel zur Ausgabe im Auftrag des Landratsamtes Oberallgäu

Im Auftrag des Freistaates Bayern transportierten die benachbarten THW Ortsverbände mehrmals pro Woche Schutzausstattung von zentralen Materiallagern ins Oberallgäu. Das THW Sonthofen übernahm anschließend die logistische Verwaltung und die Ausgabe der Schutzgüter an Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen nach Anweisung des Landratsamtes. Für das extra aufgebaute Vorzelt der Notaufnahme an der Klinik Immenstadt transportierten Sonthofer THW-Kräfte Trennwände und stellten diese auf.

Das Technische Hilfswerk (THW) ist die Zivil- und Katastrophenschutzorganisation der Bundesrepublik Deutschland und wird zu 98 Prozent von Ehrenamtlichen getragen. Zum gesetzlichen Auftrag des THW gehört die Technische Hilfe im Bevölkerungsschutz, im Ausland im Auftrag der Bundesregierung und in der örtlichen Gefahrenabwehr. Mehr Informationen unter www.thw-sonthofen.de

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