Digitale Vermarktung

Wenn die Marketingleiterin eines 5-Sterne-Hotels und der Gastgeber mit vier Ferienwohnungen am Ende des Tages feststellen, „der Besuch der Veranstaltung hat sich für mich gelohnt“, dann haben die Verantwortlichen mit Konzept und Inhalten des Digitalforums eindeutig ins Schwarze getroffen.

Auch wenn die Verunsicherung bei vielen Betrieben ob der immer größeren Anforderungen der Digitalisierung sehr groß ist, ist es doch allen klar, dass sie auf die Entwicklungen reagieren müssen. „Es ist gar nicht so schwer: Entscheiden, Mut fassen und dann einfach machen,“ ermunterte Ulli Kast­ner vom Hotel Technology Forum die rund 220 Teilnehmer des ersten „Gastgeber Digitalforum“ (GDF) am 17. und 18. Juli in Fischen. 

Am Ende des Tages klang der Satz auch Skeptikern nicht mehr nur als „Mutsprech“, sondern war klare Ansage: „Wir gehen die digitale Zukunft aktiv an!“. Stillstand bei der Umsetzung ist heute mehr denn je Rückschritt. Gastgeber haben jeden Grund, sich über die Digitalisierung Gedanken zu machen: Das Such- und Buchungsverhalten der Gäste hat sich längst auf digitale Plattformen verlagert. Und vor allem Google bestimmt, was Urlaubssuchende zur Auswahl angeboten bekommen. 

Wer in der Trefferliste dabei sein will, braucht einen Eintrag in „Google My Business“ – mit Bildern, Bewertungen von Gästen und Antworten auf die wichtigsten Fragen. Der Eintrag ist kostenlos, aber eine wichtige Voraussetzung für die digitale Auffindbarkeit, erfuhren die GDF-Teilnehmer direkt von Edgar Kadner von Google Deutschland aus Hamburg. Ein Property Management System (PMS), also ein Gastgeber- oder Hotelprogramm, ist heutzutage auch für kleinere Häuser oder Ferienwohnungen erschwinglich und angeraten. Die Software-Lösungen vereinfachen das Buchungsverfahren, indem sie Anfragen nach vorgegebener Art bearbeiten und automatisch beantworten sowie wichtige Tipps und Infos zur Anreise versenden oder die Abrechnung vorbereiten können. Die GDF-Teilnehmer konnten sich über sieben verschiedene Systeme direkt vor Ort informieren, in mehreren Workshops Detailfragen klären und sich die Anwendungen an eigenen Beispielen live demonstrieren lassen. Diese einmalige Gelegenheit zum direkten Vergleich kam bei den teilnehmenden Gastgebern aus dem ganzen Allgäu besonders gut an. Zukunftsentscheidend ist auch die digitalisierte Kommunikation des Gastgebers – zum potenziellen Gast auf der einen, zu Suchrobotern auf der anderen Seite. 

Wie das zu schaffen ist, erfuhren die Teilnehmenden im 1. Themenblock am Nachmittag der Veranstaltung. Im 2. Block ging es dann um moderne Lösungen zur Online-Buchbarkeit und den Verkauf von Zusatzangeboten. Vom Chatbot auf der eigenen Website oder an der Rezeption über automatisiertes Upselling via Newsletter bis zum digitalen Meldeschein vor der Anreise sind inzwischen zahlreiche Tools zur Effizienzsteigerung auf dem Markt. Ihre Preise orientieren sich dabei häufig an Umsatz oder Übernachtungszahlen. Für 39 bis 99 Euro Teilnahmegebühr inklusive Kaffeepausen, Mittagsbuffet und Tagungsgetränken sowie Ausklang bei Bier & Gin bekamen die Teilnehmer im Kurhaus Fiskina in Fischen ein breites Themenspektrum zur Professionalisierung ihrer Tourismusbetriebe geboten. Eindeutiger Wunsch der Teilnehmer: Aufgrund der starken und positiven Resonanz wird das Gastgeber Digitalforum voraussichtlich auch 2020 stattfinden. Veranstalter 2019 waren die Allgäu Hotels und Allgäu Top­Hotels, Alpsee-Grünten, Bad Hindelang, die Hörnerdörfer, Oberallgäu Tourismus Service und Oberstaufen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der netzvitamine GmbH aus Sonthofen in Kooperation mit dem Hotel Technology Forum aus Leipzig.

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