Mann wird von Callcentermitarbeitern betrogen

Telefonbetrug: Bank hält fünfstellige Summe zurück

Senior hält Telefon in der Hand
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Ein Senior aus Kempten war kurz davor eine fünfstellige Summe für die Auszahlen eines vermeintlichen Gewinns zu überweisen, seine Hausbank erkannte zum Glück den Betrug.

Auch über den Jahreswechsel haben die Betrüger ihre Anrufe nicht eingestellt. Ein Senior aus Kempten wurde kurz vor dem Jahreswechsel Opfer von Telefonbetrüger. Nur dank dem aufmerksamen Eingreifen seiner Hausbank, konnte schlimmeres verhindert werden.

Die Vorgehensweise der Callcenterbetrüger ist der Polizei bestens bekannt. Die Anrufer melden sich mit der freudigen Ankündigung eines Gewinns und spielen auf Gewinnspielteilnahmen der Angerufenen in der Vergangenheit an. Durch geschickte Gesprächsführung vermitteln sie, dass nur noch eine Hürde zwischen den Angerufenen und dem Gewinn steht: die vermeintlichen Gebühren, Steuern oder Notarkosten. Die entsprechenden Gewinne existieren nicht, die Gebühren werden über anonyme Bezahlmethoden sofort transferiert – meist ins Ausland.

Kurz vor dem Jahreswechsel wurde auch ein Senior aus Kempten Opfer dieser Masche. Die Anrufer gaben dem Mann zu verstehen, dass er bei einem Gewinnspiel gewonnen habe. Nun müsse er eine Vorab-Gebühr entrichten, damit ihm der Gewinn ausbezahlt werden könne. Die Betrüger schafften es im Laufe von mehreren, teilweise lang andauernden Gesprächen, den Mann dazu zu veranlassen, insgesamt eine fünfstellige Summe auf ein anderes Konto zu überweisen. Das Geld konnte von Bankmitarbeitern angehalten werden, da sich bei ihnen der Verdacht auf eine Betrugsmasche ergab. So entstand dem Mann letztlich durch die Aufmerksamkeit der Angestellten seiner Hausbank kein finanzieller Schaden.

Im Jahr 2020 kam es im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zu mehr als 250 registrierten Anrufen im Zusammenhang mit falschen Gewinnversprechen. Dabei verliefen aus Tätersicht 30 Fälle erfolgreich, es entstand so ein Betrugsschaden von über 90.000 Euro. Knapp einhundert dieser letztes Jahr registrierten Anrufe entfielen dabei auf den Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten. In acht Fällen überwiesen die Geschädigten Geld, die Gesamtsumme betrug hierbei etwa zwei Drittel des oben genannten Betrugsschadens. Dabei sind Stadt und Landkreis sowohl bei der Anzahl der Anrufe als auch der Schadenssumme im Vergleich zum restlichen Zuständigkeitsbereich deutlich überrepräsentiert.

Die Empfehlungen der Polizei

Die Polizei weist im Zusammenhang mit solchen falschen Gewinnversprechen auf folgende Punkte hin:

  • Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben!
  • Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern.
  • Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Ähnliches.
  • Fragen Sie den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen, um welche Art von Gewinnspiel es sich handelt und was genau Sie gewonnen haben. Notieren Sie sich seine Antworten.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Bitte sprechen Sie auch mit Verwandten, Bekannten und Ihren Nachbarn über das Phänomen!

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