Tempo bei der "Hohen Brücke"

Wenn alles weiter „glatt geht“, können die Bauarbeiten für die neue „Hohe Brücke“ in Gunzesried im Frühjahr kommenden Jahres beginnen. Jedenfalls soll keine Zeit verloren werden, um das 1,8-Millionen-Projekt auf den Weg zu bringen. Noch im Herbst will die Gemeinde Blaichach die Ausschreibungen verschicken; eine Vergabe der Aufträge soll noch heuer erfolgen, damit im März 2010 der Neubau beginnen kann.

Die Entwurfsplanungen stehen jedenfalls kurz vor dem Abschluss, wie Dipl-Ing. (FH) Gerhard Pahl vom Planungsbüro Dr. Schütz Ingenieure in Kempten dem Blaichacher Gemeinderat erklärte. Die Behelfsbrücke ist schon weitgehend fertig gestellt und kann in Kürze dem Verkehr übergeben werden. Bürgermeister Otto Steiger will jedenfalls keine Zeit verlieren, nachdem in der Vergangenheit viel Zeit „mit Wirrungen“ vertan worden sei, weil über diverse Möglichkeiten - Abriss, Sanierungen und Neubauten - diskutiert worden war. Steiger will auch die aktuelle Wirtschaftslage nutzen und hofft auf „günstige Preise“ beim Bau. Bei den Planungen wurde die Brücke etwas abgespeckt: Statt der anfänglich vorgesehenen Breite von 7,5 Metern, gingen Pahl und seine Mitarbeiter auf sechs Meter zurück. Den staatlichen Zuschuss gebe es auch für diese - billigere - Ausführung, versichert Pahl. Kosten sparen konnten die Ingenieure auch bei der Konstruktion der Brückenelemente. Die wesentlichen Betonteile und Strahlträger werden vorgefertigt. „Das spart umfangreiche Schalungskonstruktionen auf der ohnehin schwierigen Baustelle“, betont Gerhard Pahl. Zudem sei man damit schneller und könne auch ungünstige Wintermonate nutzen, weil umfangreiche Betonarbeiten vor Ort zum Teil entfielen. Pahl schätzt, dass Anfang 2011 der Neubau der Hohen Brücke fertig ist, der optisch an die bestehende Konstruktion angelehnt sein wird. Das Gelände an den beiden Hangseiten muss durch Bohrpfähle dauerhaft gesichert werden, um die Widerlager der nene Brücke im brüchigen Untergrund zu sichern. „Wir bauen hier nicht auf grüner Wiese“, deutet Pahl an, in welch schwierigem Gelände die Arbeiten stattfinden. Zwei nutzbare Brücken über die Gunzesrieder Ach soll es nicht geben. Sobald die Behelfsbrücke für den Verkehr frei gegeben ist, wird die über 100 Jahre alte Hohe Brücke dicht gemacht und nach und nach abgebrochen. Die „Notbrücke“ hat eine fünf Meter breite Fahrbahn aus Holzbohlen und Fußgängerwege. „Radfahrer müssen aus Sicherheitsgründen absteigen“, sagt Gerhard Pahl. Knapp 1,8 Millionen Euro werde der Brückenneubau kosten, veranschlagt Gerhard Pahl. Darin sind auch die Kosten für die Behelfsbrücke enthalten. Rund eine Million beträgt der Zuschuss des Regierungsbezirks Schwaben. Der Eigenanteil der Gemeinde belaufe sich somit auf rund 800000 Euro. Über die Nutzzeit der Behelfsbrücke hinaus denkt schon Gemeinderat Otmar Käser: Kann die Konstruktion nicht später woanders in der Kommune verwendet werden? Da müsse sich die Gemeinde mit der Besitzerfirma einig werden - und eine geeignte Verwendung haben, meint Gerhard Pahl. Auch das Gelände könne für den Neubau verwendet werden. An die alte Brücke aus dem Jahr 1901 - die älteste noch funktionsfähige Stahlbeton-Brücke in Deutschland - soll eine Schautaufel in der Nähe des Neubaus erinnern. Der damals spekukuläre Bau sei außerordentlich gut dokumentiert, so Bürgermeister Steiger.

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