Verheiratete Frau anbaggern?

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Die „vernünftige Politik“ der Freien Wähler tut der Kommunal- und der Landespolitik gleichermaßen gut, finden Alexander Hold (links) und Leopold Herz.

Sonthofen - Den klassischen derben Rundumschlag gab es nicht beim Politischen Aschermittwoch der Freien Wähler im Oberallgäu. Doch „scharf geschossen“ wurde dennoch beim „Thekengespräch“ zwischen dem Landtagsabgeordneten der Freien Wähler Dr. Leopold Herz und dem Freien-Stadtrat Alexander Hold aus Kempten.

Die politische Arbeit der Freien Wähler müsse – jetzt erst recht – auf Landes- und Bundesebene fortgesetzt werden, stellten beide fest. Vor allem, um den ländlichen Raum politisch zu vertreten. 

„Es ist nicht so wichtig, mit wem die Freien Wähler eine Kolalition eingehen, sondern dass sie es tun!“ meinte Alexander Hold, der für die Freien Wähler für den Bezirkstag kandidiert. Die Freien Wähler stünden für Vernunft, nicht für Parteiraison, brachte er die Marschrichtung auf den Punkt. Die „vernunftorientiert Politik“ der freien Wähler habe sich auf kommunaler Ebene längst bewährt, ergänzte der Allgäuer Landtagsabgeordnete, Dr. Leopold Herz. Daher sei es nur folgerichtig, dies auch auf Landes- und Bundesebene weiter zu tragen. Viele Themen, die die Menschen in den Regionen unmittelbar beträfen, würden in Berlin oder Brüssel entschieden – umso wichtiger, dort dabei zu sein als Freie Wähler. 

Eine ähnliche Motivation macht Alexander Hold für seine Kandidatur für den schwäbischen Bezirkstag geltend. Gerade hier brauche es „Leute mit Vernunft“. Für das Allgäu könnten nicht nur CSU-Leuten zuständig sein, ergänzte Hold. 

Zur Koalitionsfrage nach der Landtagswahl im Herbst wollte Leopold Herz nichts Konkretes sagen und meinte nur: „Es wäre nicht gut, wenn einer alleine regiert.“ Nach der Wahl würden die Freien Wähler sehen, wo sich die größte Schnittmenge ergebe. „Warum nicht mit der CSU?“ ließ Hold nicht locker und gab die Antwort gleich selbst: das wäre so, als würde man eine verheiratete Frau anbaggern... 

Er, Herz, sei nach vier Jahren Landtagserfahrung erst „eigschaffet“ und wisse um Zusammenhänge und Arbeitsweise des Politikgeschäftes. In einer zweiten Runde könne er quasi „mit Volldampf“ starten. 

Ein wenig ins Fahrwasser eines Politischen Aschermittwoch kam das Thekengespräch von Hold und Herz vor rund 50 Gästen in Sonthofen da und dort doch. Dass die Oberallgäuer Grünen sogar führende Bundespolitiker nach Immenstadt holten, deute darauf hin, dass sie wenig Vertrauen ins eigene Personal hätten. Was den Umgang von CSU-Chef Seehofer „Drehhofer“ mit den eigenen Leuten angehe, würde er, so Stadtrat Alexander Hold, „möglichst weit weg sein“ wollen, um nicht in das „friendly fire“ des polternden Ministerpräsidenten zu geraten. 

Und der SPD-Spitzenkandidat Christian Ude und dessen Interesse am ländlichen Raum? Der habe ja immerhin mal den Hof des Freien Wähler-Vorsitzenden Hubert Aiwanger besucht... Sonst kenne Ude auf der bayerischen Landkarte nur die Metropolregionen und verwechsle schon mal die Regierungsbezirke.

Josef Gutsmiedl

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