Brückenneubau in Sonthofen: Shuttle für die Schüler und eine Zusatzhaltestelle des Stadtbusses

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Der Zeitplan für den Neubau der an der Theodor-Heuss-Straße steht: ab Mitte/Ende Juli ist die Brücke voll gesperrt und wird abgerissen. In der jüngsten Stadtratssitzung ging es neben dem Terminplan der Bauarbeiten vor allem um die Themen Schülertransport und ÖPNV-Anbindung für die betroffenen Anwohner.

Im Rahmen eines Treffens von Vertretern der Stadt und Anwohnern im März war unter anderem die problematische Verkehrsanbindung der Gebiete östlich der Theodor-Heuss-Brücke während der Bauarbeiten angesprochen worden. Anwohner der Montfortstraße, Am Schwarzenstein, des Entschenburgweges, der Gartenstraße sowie der Theodor-Heuss-Straße östlich der Brücke nutzen diese im Normalfall als kürzesten Weg Richtung B308 und damit in Richtung Stadt oder Bad Hindelang. Die Bushaltestelle an der Linde ist für Schüler, die den Schulbus nutzen und auch für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, ein wichtiger Anlaufpunkt. Die Haltestelle (wie auch die nächstgelegene an der Scharpf­kreuzung) wäre in der Zeit der Sperrung der Brücke nur durch einen großen Umweg erreichbar.

Die Stadtverwaltung hatte nach diesem Treffen über Möglichkeiten nachgedacht, wie die Anwohner möglichst wenig belastet werden. Verschiedene Möglichkeiten wurden anhand ihrer Wirtschaftlichkeit und Verhältnismäßigkeit geprüft. Als mögliche Lösung stand die Idee einer Behelfsbrücke für Fußgänger im Raum. Allerdings müsste der Fußgängerverkehr durch die Baustelle hindurch geleitet werden. Die Kosten für eine Behelfsbrücke – Miete, Auf- und Abbau, notwendige bauliche Maßnahmen und Nebenkosten – lägen für die zehnmonatige Bauzeit bei rund 150 000 Euro, wie Hans Soul, Fachbereichsleiter Verkehr, in der Stadtratssitzung am Dienstag erläuterte. Eine sehr hohe Summe, weshalb dem Stadtrat nun eine alternative Lösung zur Abstimmung vorgelegt wurde.

Sicherer Schulweg und Zusatzhaltestelle

Demnach soll im Bereich Entschenburgweg/Gartenstraße eine Zusatzhaltestelle für den Stadtbus eingerichtet werden. Der Stadtbus fährt eine zusätzliche Schleife, seine normale Taktung ändert sich nicht, da die Wartezeit am AllgäuStern einfach verkürzt wird. Die Anwohner haben so die Möglichkeit, zu den Verkehrszeiten des Busses stündlich in die Stadt zu kommen.

Die Schüler, die mit dem Schulbus fahren, werden morgens an der Ersatzhaltestelle abgeholt und per Shuttle an die reguläre Haltestelle an der B308, Einfahrt zur Theodor-Heuss-Straße, gefahren. Von dort werden sie mittags wieder zur Ersatzhaltestelle zurückgebracht. Bei begründetem Bedarf ist ein Zwischenstopp an den Bushaltestellen Salzweg bzw. Berghoferstraße möglich – die dort haltenden Schulbusse dürfen von anderen Fahrgästen natürlich auch genutzt werden.

Die Zusatzhaltestelle des Stadtbusses bringt keine zusätzlichen Kosten für die Stadt mit sich, der Shuttle für die Schüler wird etwa 5 000 Euro kosten.

Zusätzlich soll für Schüler, die zu Fuß zur Schule gehen und wegen der gesperrten Brücke einen Umweg laufen müssen, im Bereich der Brücke über den Mühlbach bis zur Fuchsmühlstraße ein sicherer Fußweg eingerichtet werden.

Soul erläuterte dem Stadtrat zwei weitere Alternativen: ein halbstündlicher Shuttle zwischen der Ersatzhaltestelle und der Haltestelle an der B308 ergäbe Kosten von rund 73 000 Euro. Keine Schülerbeförderung und lediglich Taxigutscheine für ältere, bedürftige Mitbürger – hier lägen die Kosten bei etwa 2000 bis 3000 Euro. Diese beiden Alternativen standen nicht zur Abstimmung, da sie zum einen zu teuer wären, zum anderen den Schülern nicht geholfen wäre.

Nach längeren Diskussionen, vor allem über die Frage, wie viele Schüler den Schulbus wirklich nutzen und ob ein Shuttle zur Haltestelle an der Brüchlekreuzung nicht sinnvoller wäre, stimmte der Stadtrat einstimmig für den Beschlussvorschlag. Ein zusätzlicher Beschluss, dass betroffene Schüler während der Zeit der Bauarbeiten den Stadtbus kostenlos nutzen dürfen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Schließlich, so der Konsens, sei der Stadtbus mit seiner ersten Fahrt um 8.42 Uhr und der Mittagspause, keine Alternative zum Schulbus.

Die Stadt braucht die Hilfe der Anwohner!

Zur Organisation eines bedarfsgerechten Shuttleeinsatzes zur Schülerbeförderung benötigt die Stadt dringend die Mithilfe der Anwohner der betroffenen Straßenzüge. Schüler, die einen Transfer zur Bushaltestelle Binswangen/B308 benötigen, sollten sich bitte umgehend zur Registrierung mit der zuständigen Sachbearbeitung der Stadt Sonthofen (Frau Fritsche, Telefon 08321/615-319) in Verbindung setzen.

Anvisierter Zeitplan

Der Beginn der Hochwasserschutzmaßnahmen ist für Mitte/Ende Juli vorgesehen. Ab diesem Zeitpunkt ist die Brücke voll gesperrt und wird abgebrochen. Zudem werden neue Wasserleitungen verlegt, im August wird für rund 3 Wochen an der Ostrach weiter gearbeitet. Ab Mitte September laufen die Vorarbeiten zum Brückenneubau – Aushub der Baugrube, Bau der Fundamente, des Tragegerüstes und der Stützwände. Nach der Winterpause Mitte März gehen die Arbeiten weiter, voraussichtliches Ende ist am 15. Juli 2019.

Die neue Brücke wird dieselbe Fahrbahnbreite (3,25 Meter) und Fußwegbreite (1,50 Meter) wie die aktuelle Brücke haben. Ihre Unterkante wird 1 Meter höher liegen als die der alten – aus Hochwasserschutzgründen – die Oberkante 60 Zentimeter höher. Dadurch muss der Straßenverlauf insgesamt leicht ansteigen.

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