Tipps zum Thema Leistungsdruck während des Corona-Distanzunterrichts

Sonthofener Erziehungsberater rät Eltern: „Den Druck aus dem Thema Schule nehmen!“

Kind beim Home-Schooling
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Im Moment lernen Kinder beim Distanzunterricht per Video-Konferenz. Der KJF Erziehungsexperte gibt Familien Tipps, wie das gelingt.

Sonthofen – Wie lange werden die Schulen noch geschlossen bleiben? Was bedeutet das Verschieben der Zwischenzeugnisse? Wie sollen Leistungen benotet werden? Beinahe täglich erhalten Schulkinder derzeit neue Informationen. Damit wachsen auch Ängste und Unsicherheiten. Was können Eltern tun?

„Die große Verunsicherung, die aktuell überall in der Gesellschaft spürbar ist, überträgt sich auch auf die Kinder“, schildert Michael Leicht von der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung in Sonthofen. „Dazu kommt, dass an jeder Schule, bei jedem Lehrer und natürlich auch in jeder Familie die Voraussetzungen und die Rahmenbedingungen für den momentan herrschenden Distanzunterricht andere sind.“

Viele Heranwachsende haben Angst, mit dem Lernstoff nicht alleine klarzukommen und so keine Chance auf einen guten Abschluss zu erhalten, weiß Erziehungsberater Michael Leicht. Darum ermutigt er Eltern ganz bewusst zu viel Gelassenheit: „Nehmen Sie den Druck von sich selbst und vor allem von ihren Söhnen und Töchtern!“ Eltern seien keine (Hilfs-) Lehrer. Vielmehr hätten sie derzeit noch viel mehr als sonst die Aufgabe, ihre Kinder zu beschützen und in einer guten Beziehung mit ihnen zu bleiben, um sie emotional gut durch diese Ausnahmesituation zu begleiten.

Das gelingt zum Beispiel durch viele gute Momente in der Familie. „Eltern sollten viel öfter mal sagen: Jetzt ist Schluss mit Schule für heute! Auch, wenn nicht alles gemacht ist“, rät Michael Leicht. Viel wichtiger sind gemeinsame Erlebnisse, sich ganz oft in den Arm zu nehmen und in guter Beziehung zu sein. Denn: „Wir brauchen jetzt alle viel mehr Seelenfutter!“

Tipps des KJF Erziehungsberaters für den Alltag mit Schulkindern

  • Druck rausnehmen! Machen Sie sich bewusst: Die emotionale und körperliche Gesundheit ist viel wichtiger als Schule. Ängste und Sorgen der Kinder und Jugendlichen in Bezug auf die schulischen Leistungen sollten Eltern ernst nehmen und nicht herunterspielen. Aber: Keiner verliert etwas durch ein freiwilliges Wiederholungsjahr, wie es sehr wahrscheinlich kommen wird.
  • Rückmeldungen an die Lehrer geben und einfordern: Der Klassenlehrer und die jeweiligen Fachlehrer sollten bei Fragen für die Schulkinder und für die Eltern erreichbar sein. Nutzen Sie als Eltern bestehende Rückmeldesysteme oder führen Sie diese ein, damit die Lehrkräfte darüber informiert sind, wie es den Schülerinnen und Schülern mit den gestellten Aufgaben geht. Lernen funktioniert nur, wenn eine Beziehung zwischen Lernenden und Lehrenden besteht.
  • Lernende brauchen Feedback: Andersherum brauchen Schülerinnen und Schüler die Rückmeldungen ihrer Lehrer im Moment mehr als vor der Pandemie. Der Grund: Viele andere wichtige Lebensbereiche fallen weg, in denen Heranwachsende normalerweise positives Feedback tanken. Als Eltern dürfen Sie Ihre Söhne und Töchter also ermutigen, dieses Feedback von den Lehrern einzufordern.
  • Bei Schwierigkeiten – Hilfe organisieren: Kommt der Nachwuchs überhaupt nicht mit dem selbstständigen Lernen zuhause zurecht, sollten sich Familien Hilfe holen, etwa über Sozialarbeiter an den jeweiligen Schulen oder auch über die KJF Erziehungsberatung. Zum Beispiel kann eine Beratung zu individuellen Lerntechniken und -strategien helfen.
  • Machtkämpfe und Perfektionismus vermeiden: In der momentanen Situation brauchen weder Eltern noch ihr Nachwuchs zusätzlichen emotionalen Stress. Daher: Wenn es der Stundenplan des Distanzunterrichts zulässt, dürfen Jugendliche auch mal länger schlafen. Oder es gibt eben öfter Pommes zu essen, wenn genau das der Stimmung gut tut.
  • Gemeinschaft erleben: Jetzt ist viel Zeit für gemeinsame Spiel- oder Filmabende. Gerade mit Jugendlichen kann man dabei kreativ werden – und etwa beim Stadt-Land-Fluss neue Kategorien einführen wie Influencer oder Stars aus Filmen und Games. Dadurch erhält der Nachwuchs den Spaß, seinen Eltern auch mal überlegen zu sein. Gleichzeitig bietet der neue Familienalltag Gelegenheiten dazuzulernen: etwa beim gemeinsamen Kochen oder Backen oder durch das im Moment ausgeweitete Angebot an Bildungsfernsehen, etwa in der Mediathek der ARD.

Kontakt zur KJF Erziehungsberatung

Wenn Eltern das Gefühl haben, mit der momentanen Situation nicht mehr klarzukommen, stehen ihnen die KJF Erziehungsberater nach wie vor persönlich, telefonisch, per Online- oder Videoberatung zur Seite: .KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Sonthofen, Bismarckstr. 5, 87527 Sonthofen / Telefon 08321 5055 / E-Mail eb.sonthofen@kjf-kjh.de / Internet: www.kjf-kinder-jugendhilfe.de/erziehungsberatung. Zusätzlich kann auch die anonyme Onlineberatung unter https://bke-beratung.de genutzt werden.

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