Verhalten optimistisch

Touristiker warnen: Jetzt nicht den Anschluss verlieren!

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Die Leute wollen raus. Diese Erfahrung machen die Touristiker allerorten. Auch Oberstdorf und Bad Hindelang sehen sich gut aufgestellt.

Allgäu – Alarmierende Tourismus-Zahlen: Stornierungen, ausbleibende Buchungen – den Touristikern und der Hotellerie bleibt die Luft weg! Die Beschränkungen im Rahmen der Pandemie-Eindämmung treffen und treffen die Branche ins Mark. Die Betreiber von Hotels und Pensionen stellen sich wie Tourismusverantwortliche die Frage: Wie geht es weiter?

Nach dem sogenannten Lockdown verhalten optimistisch zeigt sich Kurdirektor Max Hillmeier in Bad Hindelang. „Unser Perspektive steht und fällt mit der weiteren Entwicklung bei den Beschränkungen für die Wellnessbereiche der Hotellerie“, sagt Hillmeier und verweist auf eine „sehr differenzierte Buchungslage“. Kleinere Pensionen hätten da nicht das massive Problem. Wenn allerdings die großen Häuser ihre Trumpfkarte der Wellness-Angebote nicht ausspielen könnten, hätte das fatale Folgen. Denn: Die Mitbewerber im nahen Österreich seien inzwischen von den Restriktionen in dieser Hinsicht weitgehend befreit. Ein Wettbewerbsvorteil den man nicht von der Hand weisen könnte, wie der Tourismus-Chef betont. Er jedenfalls hoffe auf eine baldige Angleichung.

Auf bekannte „Pfründe“ wie die attraktive Natur- und Kulturlandschaft und die nachgewiesen hohe Luftqualität müsse das Allgäu – und nicht allein das Ostrachtal – jetzt setzen, betont Hillmeier. „Die Leute wollen raus, an die frische Luft und in die Natur!“ Das zeige die Beobachtung der vergangenen Wochen eindeutig.

„Wir sind bereit für den neuen Tourismus mit Corona. Denn eins ist klar: Die Konkurrenz schläft nicht!“, unterstreicht Tourismusdirektor Frank Jost aus Oberstdorf. „Unsere Mitbewerber im Alpenraum setzen aktuell hohe Marketingbudgets ein – auch zum Teil mit staatlicher Unterstützung – um den Tourismus wieder hochzufahren.“

Zusammen mit den Bergbahnen Oberdorf-Kleinwalsertal und Kleinwalsertal Tourismus wurde ein destinationsweites Schutzkonzept „Sorgsam-Sicher-Sanft“ erarbeitet. Parallel dazu habe man eine Marketingkampagne „Komm heim nach Oberstdorf“ entwickelt. Jost: „Damit möchten wir vor allem unsere zahlreichen Stammgäste, aber auch neue Urlaubsgäste nach Oberstdorf bringen.“

Ähnlich wie in Bad Hindelang beobachte man in Oberstdorf eine gute Belegungen bei den Gastgebern, wobei offenbar insbesondere die Ferienwohnungen gut nachgefragt seien. „Für die Hotels ist noch die Öffnung der Bad- und Wellnessbereiche zu klären. Gerade wenn das Wetter nicht so optimal ist, wie am vergangenen Wochenende, werden diese Bereiche von den Gästen gefordert“, bestätigt Jost die Erfahrungen seines Hindelanger Kollegen.

In einem Brief an Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder mahnt der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Dr. Stephan Thomae (FDP) Eile an und verlässliche Perspektiven: „Die bisherigen Infektionsschutzmaßnahmenverordnungen der Bayerischen Staatsregierung untersagen den Hotelbetrieben, ihre Pool-, Sauna- und Wellnessbereiche für ihre Hotelgäste zu öffnen. Dadurch erleiden die Hotelbetriebe der gehobenen Kategorie insbesondere in der Grenzregion zu Österreich erhebliche Wettbewerbsnachteile. Besonders belastend ist die Unsicherheit, wann die Hoteliers die entsprechenden Einrichtungen ihren Gästen wieder anbieten können. Da die Hotels bei Buchungsanfragen keine verlässlichen Angaben machen können, wann welche Einrichtungen des Hotels wieder zur Verfügung gestellt werden können, halten sich potentielle Gäste mit festen Buchungen zurück oder weichen gleich auf Hotels im angrenzenden Österreich aus.“

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