Treibstoff für die Offensive

Der Allgäuer Landtagsabgeordnete Eberhard Rotter (links) ließ sich im Sommer von Beiratsvorsitzendem Anton Klotz den Stand der Bergwaldoffensive erläutern

Die vor drei Jahren begonnene Bergwaldoffensive (BWO) läuft im Oberallgäu beispielhaft und soll jetzt nicht ausgebremst werden. Das fordern Kommunalpolitiker und Forstleute gleichermaßen. Doch im Bergwald geht es um Geld: Die BWO benötigt für ihre Fortführung Geld - und diese Mittel müssen im Haushalt bereitgestellt werden. Auf Einladung des Allgäuer Landtagsabgeordneten Eberhard Rotter, informierte sich der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bayerischen Landtag, Georg Winter, in Burgberg über den Stand der Bergwaldoffensive sowie die Forderungen der Forstleute und Politiker im Oberallgäu. Entschieden werde gegen Ende des Jahres, deute Winter an, ohne aber einen Betrag zu nennen.

Politiker und Forstleute kämpfen schon seit einem Jahr für die Fortführung der Bergwaldoffensive. In einer Resolution hatte der Beirat der Bergwaldoffensive eine Verlängerung gefordert und betont, dass das Erfolgsmodell auch entsprechende Mittel benötige. „Wir brauchen eine finanzielle Ausstattung für die kommenden fünf Jahre“, unterstrich Anton Klotz, Vorsitzender des Beirats beim Gespräch mit Georg Winter in Burgberg. Jede Menge Handlungsbedarf macht Dr. Ulrich Sauter, Leiter des Bereichs Forsten beim Landwirtschaftsamt Kempten, im Bergwald aus. Die Bilanz der ersten drei Jahre sei gut; man habe ein Fundament gelegt und „es wäre schön, wenn wir weitermachen könnten“, sagte Sauter. Es sei in mühevoller Überzeugungsarbeit gelungen, alle Beteiligten für die Bergwaldoffensive zu gewinnen und zu begeistern. Die Nachfrage sei zur Zeit nicht zu befriedigen. „Wir wissen, was wir tun müssen“, so Sauter weiter mit Blick auf die aktuellen acht Projekte im Oberallgäu. Rund 14000 Hektar alter Fichten-Reinbestand müssten umgebaut werden, erläuterte Sauter dem Vorsitzenden des Haushaltsausschusses. Zudem sei bei den Maßnahmen „eine gute Wertschöpfung vor Ort“ erreicht worden. „Wir können Rechenschaft ablegen“, ergänzte Sauter. Bis Jahresende seien seit dem Jahr 2008 rund 1,5 Millionen Euro investiert worden. Nahezu alles in direkte Maßnahmen, vielleicht zehn Prozent in die Infrastruktur der Bergwaldoffensive in der Region, betont der Forst-Chef weiter. Man sei jetzt mitten in der praktischen Umsetzung. Was das bedeutet konnte Winter beim Ortstermin im Steilhang über Burgberg erfahren. Sauter kontert den immer wieder zu hörenden Vorwurf, die Bergwaldoffensive sei in Wirklichkeit eine Wegebauoffensive. Sauter bezeichnet die Maßnahmen als „Wegebau light“ und sprich von Stich- und Schlepperwegen. Zum Teil seien auch alte Wege ertüchtigt worden. Den bislang rechnerisch hohen Anteil der Wegebaumaßnahmen und - kosten (rund 55 Prozent der Mittel) erklärt Sauter mit „Vorleistungen“, die sich im weiteren Fortgang der Arbeiten deutlich verringern würden. Zudem sei der Wegebau gekoppelt mit Leistungen der Waldbesitzer und Verpflichtung zur Bewirtschaftung. Beeindruckt von der Zwischenbilanz der Bergwaldoffensive im Oberallgäu meinte Georg Winter: „Auf Haushälter kommen immer viele Wünsche zu.“ Verständlich sei der jetzt an ihn herangetragene Wunsch, die Bergwaldoffensive weiterzuführen und mit Mitteln auszustatten, allemal. „Rein ins Geschäft - raus aus dem Geschäft, geht hier nicht. Da ist langer Atem gefragt“, so Winter. Wie der Haushalt letztendlich aussehe, hänge von vielen Faktoren ab, wie etwa Sparmaßnahmen und der Steuerschätzung. Der Haushaltsentwurf stehe noch vor Weihnachten, deutete Georg Winter an.

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