Treten für den guten Zweck

Eine außergewöhnlich Spendentour rollt auf das Oberallgäu und Sonthofen zu: Mit der "Tour Ginkgo 2009" kommt Mitte Juli eine Benefizveranstaltung in den Landkreis, die Spenden für den Bunten Kreis Allgäu und die Einrichtung eines Aufenthaltsbereichs in der Kinderabteilung des Klinikums Kempten-Oberallgäu sammeln wird. Begleitet wir die Wohltätigkeitsradtour von vielen Spendenaktionen entlang der Strecke - und in Sonthofen von der 2. Allgäu-Panorama Radtourenfahrt.

Über 100 prominente Persönlichkeiten aus Sport, Kultur und Gesellschaft treten seit vielen Jahren schon für die "Tour Ginkgo" in die Pedale. Und heuer werden drei Etappen der Tour im Landkreis Oberallgäu gefahren. Unter dem Strich: Hilfe vor Ort. Denn, so ein Grundsatz der "Christiane Eichenhofer-Stiftung", die Spendengelder bleiben in der Region der Ginkgo-Tour. Diesen Bezug zur Region stellte die Namensgeberin und Vorstandsmitglied der Stiftung, Christiane Eichenhofer, deutlich heraus. Die Tour findet jährlich in einer anderen Region in Süddeutschland statt und hat seit 1992 bereits mehrere Millionen Euro gesammelt. Dabei geht es nicht um Bestzeiten der Radsportler. Vielmehr soll das Fahrerfeld in den gelben Trikots auf die Ziele der Stiftung aufmerksam machen, aber auch auf die von der Ginkgo-Tour unterstützten lokalen Projekte und Einrichtungen. "Wir unterstützen bewusst keine Millionenprojekte", versichert Christiane Eichenhofer, "sondern Projekte, wo vor Ort geholfen werden kann." Für die diesjährige Tour wurden zwei Projekte aus dem Oberallgäu ausgewählt, die von den Benefizveranstaltungen rund um die Radsportveranstaltung der Ginkgo-Tour 2009 profitieren. So soll die Kinderabteilung des Klinikums Kempten-Oberallgäu mit den Spenden unterstützt werden, einen Aufenthaltsbereich zu schaffen, in dem die Eltern schwer oder chronisch erkrankter Kinder die Möglichkeit haben, während des Krankenhausaufenthaltes in der Nähe der Kinder sein zu können. "Diese Begleitung durch Mütter und Väter ist für die Kinder sehr wichtig. Ein wohnlicher Aufenthaltsbereich gebe den Eltern ein wenig Raum und Gelegenheit, die Begleitung ihrer Kinder etwas besser zu gestalten. Diese Zeit ist für die ohnehin belasteten Eltern meist sehr anstrengend, umso wichtiger sind Auszeiten", erläutert Dr. Oliver Götz. Mit Leben füllen Ebenfalls von der Benefizaktion profitieren wird der Bunte Kreis Allgäu. Der "Verein zur Familiennachsorge" begleitet und unterstützt Familien mit schwer und chronisch erkrankten Kindern in der Zeit während und nach einem Klinikaufenthalt ihrer Kinder. Jetzt komme es darauf an, die „Tour Ginkgo 2009" im Oberallgäu mit Leben zu erfüllen, appelliert Christiane Eichenhofer an alle, die mitmachen wollen. Mitradeln bei der Radtour können allerdings nicht alle. Das Fahrerfeld sei bewusst auf rund 100 Aktive begrenzt - auch um die Idee der Tour nicht aus dem Mittelpunkt zu rücken. Lokale "Promis" könnten aber noch eingesetzt werden. Zudem koste ein "Startplatz" für die dreitägige Tour 330 Euro, ergänzt die Stiftungsgründerin, die im Alter von fünf Jahren selbst an Leukämie erkrankt war. Die 100-köpfige Radsport-Gruppe versteht sich als Blickfang und als Podium für die Sponsoren und Paten der Tour Ginkgo. Viele große und kleine Aktionen entlang der Tourstrecke sollen Spenden einbringen. Der Phantasie sei dabei keine Grenze gesetzt, ermuntert die Stiftungsgründerin. Ob Vereine, Schulen, Kindergärten, Behörden, Firmen - alle könnten auf irgendeine Weise mitmachen mit ihren eigenen Veranstaltungen - vom Benefizlauf bis zum Flohmarkt und Sommerfest. Vom 16. bis 18. Juli fährt die Tor Ginkgo 2009 durch den Landkreis Oberallgäu. Startort ist Kempten (Illerstadion). Von hier geht es nach Haldenwang, über Obergünzburg und Dietmannsried nach Wiggensbach und Waltenhofen. Der zweite Tag führt das Feld der Fahrer in den gelben Trikots nach Weitnau, Isny und nach Oberstaufen. Die dritte Etappe berührt Immenstadt, Oberstdorf und führt über Sonthofen weiter nach Burgberg über Durach nach Kempten, wo am Samstagnachmittag der offizielle Abschluss gefeiert wird. Der Oberallgäuer Landrat, Gebhard Kaiser, zeigte sich bei der offiziellen Vorstellung der Tour Ginkgo 2009 in Sonthofen begeistert von dieser Idee zu helfen. Kaiser hält die "Radsportstadt Sonthofen" für einen idealen Partner der Tour und hofft, dass die Sonthofener Radtourenfahrt am 18. Juli und das Stadtfest die Tour Ginkgo unterstützen können. Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl will möglichst viele Sportgrößen der Region ins Boot holen, um die Tour Ginkgo 2009 im Oberallgäu zu einem Erfolg werden zu lassen. Das „Wahrzeichen“ der Tour Ginkgo ist das Blatt des Ginkgobaums. Dieser Baum war nach dem Atombombenabwurf auf die japanische Stadt Nagasaki im August 1945 die erste Pflanze, die wieder anfing, gesunde Blätter zu tragen. Der Baum stehe somit als Symbol für Widerstandskraft und den Willen zu überleben, erzählt Christiane Eichenhofer. Daher wurde das Ginkgo-Blatt zum Emblem der Tor Ginkgo gewählt.

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