Triathlon-WM: Härtetest im Oberallgäu

Stelldichein der Spitzensportler: Die besten Triathleten der Welt treffen sich Ende Juli/Anfang August zum absoluten Highlight im Allgäu: Am 1. August findet in der Ferienregion Immenstadt-Oberstaufen erstmals überhaupt eine ITU-Triathlon-Weltmeisterschaft über die Langdistanz in Deutschland statt.

Athleten aus bis zu 30 Nationen ermitteln ihre Champions über die Distanzen von 4 km Schwimmen, 130 km Radfahren und 30 km Laufen. Bereits einen Tag vor der WM, also am Samstag, 31. Juli, geht der traditionsreichste deutsche Triathlon-Wettbewerb, der Allgäu Triathlon (2/80/20), über die Bühne. Dieser so genannte „Allgäu Classic“ findet seit 1983 jährlich statt. 850 Helfer „Die Weltmeisterschaften ausrichten zu dürfen, ist eine große Ehre, aber auch eine große Herausforderung für uns. Denn unsere über 850 Helfer müssen gleich an zwei Veranstaltungstagen ran“, sagt Organisationschef German Altenried, auf dessen Team durch das Großereignis eine Menge Arbeit zukommt. Zugute kommt dem Immenstädter Veranstaltungsteam seine langjährige Erfahrung: Der „Allgäu Classic“ wird schließlich seit 1983 ausgetragen, findet in diesem Jahr also bereits zum 28. Mal statt. Professionelle Organisation auf der einen Seite, familiärer Flair auf der anderen Seite, und nicht zuletzt die enorme sportliche Herausforderung für die Athleten haben dem Allgäu Triathlon in der internationalen Ausdauerszene einen entsprechenden Kultstatus eingebracht. Die Wettkämpfe in Immenstadt zählen weltweit zu den beliebtesten überhaupt. Knackige Radstrecke Als besonders anspruchsvoll gilt die Radstrecke durchs bergige Oberallgäu, die mit Steigungen von bis zu 18 Prozent aufwartet. Sowohl bei der WM, als auch beim Allgäu Triathlon führt die Radstrecke von Immenstadt bis nach Oberstaufen und zurück. Bei der WM fahren die Athleten dabei die bekannte Schleife von Immenstadt über Niedersonthofen bis Sibratshofen. Von dort geht es dann in der ersten Radrunde auf den Abstecher nach Oberstaufen und wieder zurück bis Sibratshofen. Über Missen und Zaumberg fahren die Athleten zurück nach Immenstadt. Bei der zweiten Radrunde entfällt der Schlenk nach Oberstaufen, hier geht es von Sibratshofen aus direkt über Missen nach Immenstadt. „Die Radstrecke mit ihren insgesamt knapp 2000 Höhenmetern ist eine echte Herausforderung für Cracks aus aller Welt. Da werden gerade die schnaufen, die sonst nur eher flache Strecken gewohnt sind“, schmunzelt Altenried. Beim Allgäu Triathlon, der heuer im Vergleich zu den früheren Veranstaltungen eine etwas verkürzte Radstrecke hat (80 statt 90 km), stellt der Radkurs eine Premiere dar. Er führt als Wendepunktstrecke über Bräunlings, Zaumberg, Missen und Sibratshofen bis nach Oberstaufen und auf dem selben Weg zurück bis nach Immenstadt. Start der Bewerbe ist an beiden Veranstaltungstagen im Bootshafen von Bühl, wo die Athleten insgesamt vier (WM) beziehungsweise zwei Kilometer (Allgäu Triathlon) im Großen Alpsee schwimmen müssen, ehe es für sie auf die Radstrecke geht. Besonders früh raus müssen die WM-Favoriten, die in der Klasse „Elite“ starten, hier fällt der Startschuss am Sonntag, 1. August, bereits um 7 Uhr. Den Abschluss beider Wettkampftage bildet die zuschauerfreundliche Laufstrecke, die jeweils mehrmals durch die Innenstadt von Immenstadt und die Illerauen bis nach Rauhenzell führt, ehe das Ziel im Immenstädter Auwaldstadion ruft. Während die Teilnehmer beim „Allgäu Classic“ zum Abschluss einen Halbmarathon (20 km) auf zwei Runden absolvieren müssen, sind die WM-Starter auf insgesamt drei Laufrunden (30 km) gefordert. 50 Allgäuer am Start Das Organisationsteam des Triathlon-Wochenendes von Immenstadt freut sich über eine hervorragende Resonanz bei den internationalen Athleten, die aus allen fünf Erdteilen anreisen werden. Dabei sind die Langdistanz-Spezialisten aus den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und England als Favoriten anzusehen. Unter den etwa 700 Teilnehmern nutzen fast 50 Allgäuer Triathleten die Chance, diese Heim-WM zu bestreiten. Mit dabei beim „WM-Heimspiel“ sind beispielsweise Eva Übelhör und Axel Reusch vom TV Immenstadt. Den 28. Internationalen Allgäu-Triathlon am Tag zuvor werden über 600 Teilnehmer in Angriff nehmen. Für den echten Triathlon-Hype sorgen am WM-Wochenende Triathlonfans aus aller Welt und die ohnehin schon Triathlon begeisterte Bevölkerung im Oberallgäu. „Wir rechnen an beiden Tagen mit jeweils 20- bis 25.000 Besucher“, sagt Altenried und bittet gleichzeitig um Verständnis dafür, dass es während der Sportveranstaltung zu Einschränkungen im Straßenverkehr kommen wird: „Zahlreiche Straßen müssen am Samstag und Sonntag auf Anordnung der Polizei für einige Stunden gesperrt werden.“ Durch die Triathlon-Weltmeisterschaften in Immenstadt erhofft sich die Tourismusregion Allgäu mindestens 10.000 Übernachtungen und gute Einnahmen durch Besucher und Teilnehmer. Für die Unterbringung der Gäste werden noch Quartiere in der Umgebung der Wettkampfstrecke gesucht. Start für das große Triathlon-Wochenende von Immenstadt-Oberstaufen ist am Freitag, 30. Juli, mit der traditionellen „Pastaparty“ mit Nationenparade. Eine weitere Tradition kommt bei den Siegerehrungen am Abend des jeweiligen Wettkampf-Tages zum Tragen. Die Weltmeister und Sieger beim Allgäu Triathlon bekommen anstatt der anderswo üblichen Pokale original Allgäuer Kuhschellen. Das Triathlon-Wochenende ist gleichzeitig der sportliche Höhepunkt und Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten „650 Jahre Stadt Immenstadt“. Weitere Informationen beimOrganisationskomitee Triathlon-WM 2010 unter ww.triathlon-wm2010.com im Internet.

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
In Oberstdorf wird Wasser zu Bier
In Oberstdorf wird Wasser zu Bier
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
Nordische Ski-WM ein kostspieliger Spaß
Nordische Ski-WM ein kostspieliger Spaß

Kommentare