Bilanz einer besonderen Ausstellung

Trotz vorzeitiger Schließung: »Die Südliche« war ein großer Erfolg

Werk oben heiß, unten kalt von Ursula Peters
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Das Werk „oben heiß, unten kalt“ (links im Foto) der Sonthofer Künstlerin Ursula Peters erhielt den Kunstpreis der Stadt Sonthofen.

Sonthofen – Im Herbst eröffnete in Sonthofen die 18. „Südliche“ Jahresausstellung. Aufgrund der Infektionsschutzverordnungen musste die Ausstellung Anfang November schließen. Trotzdem besuchten auch im Vorjahr 1 200 Gäste die Ausstellung. Die Südliche hat zum ersten Mal in der Stadthausgalerie in Sonthofen stattgefunden – mit fast ausnahmslos allen bekannten Künstlerinnen und Künstlern des Landkreises, die mit ansprechenden Arbeiten vertreten waren.

„Es ist bewundernswert, wie gezielt viele der Künstler Arbeiten speziell für diese Ausstellung schaffen, um ihr Können zu zeigen“, meint der für die Ausstellung 2020 verantwortliche Gunther le Maire. Noch nie waren so viele Arbeiten ausgestellt wie bei dieser Ausstellung: 226 Werke. Beteiligt waren 48 Künstlerinnen und Künstler, die entweder selbst im Allgäu leben oder aufgewachsen sind, und dazu Maria Blanz als traditionsgemäßer „historischer Gast“. Sie war eine Expressionistin, die von 1912 bis 1995 in Bad Hindelang lebte.

Für insgesamt 41 000 Euro wurden 33 Arbeiten verkauft, als teuerstes Bild das „Grosse Wasserschloss“ von Kilian Lipp. Malerei und Zeichnung dominierten mit 166 Werken die Ausstellung. 44 Skulpturen oder Installationen und 14 Arbeiten der Textilkunst waren zu sehen. Fotografien sind bei der „Südlichen“ nicht ausgestellt. Die Besucher lobten die Südliche 2020 als die bisher beste und interessanteste Ausstellung zeitgenössischer Kunst des Jahres in ganz Schwaben. Die erstmals genutzten Räume der Sonthofener Stadthausgalerie wurden als bestgeeignetes Ambiente für „Die Südliche“ gewertet.

Eine der originellsten Arbeiten war das „kleine Rasenstück“ von Susanne Katharine Willand, das aus Radiergummiabrieb besteht. Sie bekam dafür den Kunstpreis des Landkreises. Der Johann-Georg-Grimm-Preis als höchster Preis der „Südlichen“ ging an Jan Peter Tripp. Dieser als wichtiger Vertreter des Realismus geltende Maler stammt aus Oberstdorf und lebt heute in Mittelbergheim im Elsass. Die „Erstausstellerin“ Dr. Heike Hüttenkofer erhielt den Kunstpreis der Kraftwerke Allgäu. Die Textilkünstlerin Ursula Peters konnte den Kunstpreis der Stadt Sonthofen entgegennehmen. Die Skulptur „Expansion“ der Bildhauerein Kristina Johlige-Tolstoy aus Oy-Mittelberg wählte die Sparkasse Allgäu als „Der 1. Ankauf“ aus.

Die Feinmalerei-Bilder von Jan Peter Tripp, die großformatigen Blumenstücke von Arnulf Heimhofer, der nach der vorzeitigen Schließung der „Südlichen“ kurz vor seinem 90. starb, Kilian Lipps charakteristische Arbeiten die Pflanzenmotive von Hans Friedrich, die Abstraktionen von Prof. Jan Kolata, der große bemalte Druckstock von Giorgio, aber auch kleine witzige Arbeiten wie die von Prof. Peter Steiner oder von Günther Zitzmann oder die großen Formate von Stefan Winkler und Nic Albrecht trugen zur hohen Akzeptanz der Ausstellung bei. Stefan Rustiges Installationsberg aus Kartons setzte einen auffallenden Akzent ebenso wie die raffinierte optische Täuschung bei einem gedrechselten Gegenstand von Christoph Finkel.

„Die Südliche“ will die jahrhundertealte Tradition des südlichen Allgäus, eine auffallend hohe Zahl an bemerkenswerten Künstlern zu haben, fortsetzen und fordert dabei eine hohe künstlerische Qualität. Die nächste „Südliche“ wird turnusgemäß in Oberstdorf stattfinden.

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