Türen in eine andere Welt

Die Beziehung zwischen Mensch und Natur ist für den Oberallgäuer Künstler Guenter Rauch zentrales Thema seines Schaffens. Im vergangenen Winter waren es Schneeskulpturen auf dem Grünten, im Frühjahr die Aktion „Klamm – heimlich“ in der Starzlachklamm bei Sonthofen. Jetzt ist Rauch in den Allgäuer Alpen (und darüber hinaus) unterwegs mit der Kunstaktion „Porta Alpinae – Öffne die Tür für eine andere Welt“. Die zehnte Tür wurde am Zeigersattel unweit der Station Höfatsblick am Nebelhorn „aufgestoßen“, um auch hier den Blick zu öffnen in eine faszinierende Bergwelt – und zu anderen Sicht- und Denkweisen.

Kunst komme von „künden“, meinte Guenter Rauch bei der Installation seiner zehnten „porta Alpinae“ auf dem Nebelhorn bei Oberstdorf. Sein jüngstes Projekt soll von einer „anderen Welt“ verkünden, die sich die Menschen erschließen und eröffnen könnten, wenn sie sich dem Übergang in eine andere, erhabene Welt öffneten. Der symbolische Übergang, den Rauch mit seinen Türen schaffen will, soll sensibel machen für die Schönheit und Mystik der Berge, der Natur. „Ich bemerke immer wieder, dass sich die Menschen bei ihren Wanderungen nicht von vom Alltag lösen können. Sie nehmen die Bergwelt nicht wirklich wahr“, erklärt Guenter Rauch. Mit den Pforten wolle er ein Zeichen setzen, einen symbolischen Übergang, der es ermögliche, „den Staub des Alltags abzuschütteln“, inne zu halten und mit dem Durchschreiten der Türe in die eigene Seele vorzudringen. Das Nebelhorn als Kulisse für eine Installation sei von Anfang an wichtiger Teil seines Projektes gewesen. Die jüngste Porta Alpinae scheint diesem Anspruch nicht nur im Sinne des Künstlers gerecht zu werden. Auf dem Zeigersattel, gerade mal zehn Minuten von der Station Höfatsblick der Nebelhornbahn, eröffnet sich den Bergwanderern eine faszinierendes Panorama mit dem Blick auf die Allgäuer Berge; auch jenen Menschen , die nicht unbedingt große Bergtouren unternehmen wollten oder könnten. „Das ist der ideale Standort“, sagte Peter Schoettl von der Geschäftsleitung der Nebelhornbahn. Hier werde ein „Gefühl für die Bergwelt“ lebendig. Und Günther Meßenzehl, Zweiter Bürgermeister von Oberstdorf, hält die Kunstaktion Rauchs für eine Möglichkeit, Kunst, Mensch und Natur zusammen zu bringen: „Die Tür steht offen für den Schritt in eine andere Welt.“ Wie an den anderen neun Standorten ist die „Porta Alpinae“ zunächst nichts anderes als eine alte Türe in freier Natur-losgelöst von ihrem ursprünglichen Standort in einem alten Haus. Ihre Zweckmäßigkeit, die technische Funktion des Öffnens und Verbindens nimmt sie in derAbsicht des Künstler in die Natur mit. Hier will die Tür aber den Blick auf Neues ermöglichen. Für Rauch ist die Installation der zehnten Türe ein Zwischenziel. Er will noch weitere Porta Alpinae aufstellen und verweist auf mehrere Anfragen und Vorschläge aus allen Ecken des Alpenraums. Geplant sind unter anderem Porta Alpinae in Südtirol und auf dem Blender bei Kempten. Das Netzwerk über Berge und Grenzen will Rauch auf diese Art weiter knüpfen.

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