Baubeginn am Obermaiselsteiner "Claudia-Tunnel"

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Tunnelpatin Claudia Strehle (links) durfte die symbolische Sprengung zum Tunnelanstich mit auslösen.

Obermaiselstein – In eine weitere Runde gehen die Bauarbeiten an der Riedbergpass-Straße: seit wenigen Wochen wird schon an der Tunnelerweiterung in Obermaiselstein gearbeitet. Mit einer symbolischen Sprengung fiel jetzt der offizielle Startschuss.

Bis zum Obermaiselsteiner Viehscheid Mitte September sollte der runderneuerte, größere Tunnel fertig sein, so die sportliche Vorlage für die beteiligten Baufirmen.

„Die Kreisstraße OA 9 – die Riedbergpass-Straße – ist uns lieb und teuer.“ Diese Feststellung traf der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz beim Festakt zum Tunnelanstich. Lieb deshalb, weil die Straße eine wichtige Verbindung darstelle nach Balderschwang und darüber hinaus ins benachbarte Vorarlberg und auch die Schweiz. Teuer deshalb, so Klotz weiter, weil der Landkreis in den vergangenen 20 Jahren hier rund 40 Millionen Euro investiert habe. Möglich sei der Kraftakt nur, weil der Landkreis in den bayernweit einmaligen Genuss einer 90-prozentigen Förderung durch den Freistaat Bayern komme. Heuer steht im Bauabschnitt VIII der Tunnelbau auf dem Programm und im kommenden Jahr weitere Abschlussarbeiten.

Seit vergangenem Wochenende wird richtig gesprengt. Rund 3 000 Tonnen Fels am Burgschrofen müssen weichen; 850 Kubikmeter Beton wird verbaut um eine neue, deutlich größere Tunnelröhre. Der Nadelör-Effekt des alten Tunnels gehört dann der Vergangenheit an. Womöglich auch das Mystische, wie Landrat Klotz bemerkte: das unbeschreibliche Dröhnen des Schellengeläutes, wenn beim Viehschied die Herden die enge Tunnelröhre passierten.

Der Tunnelanstich verkehre die „gute Sitte“ des jährlichen Abschlusstreffens der Akteure nach den Baumaßnahmen an der Straße, meinte Obermaiselsteins Bürgermeister Peter Stehle. Aber die Feier zum Auftakt der Arbeiten sei gute Tunnelbauer-Tradition. Als Ende der 1950er Jahre die heutige Passstraße gebaut worden sei, habe niemand geahnt, wie wichtig diese Verbindungen, vorher ein holpriger Alpweg, einmal sein würde, unterstrich Stehle. Stehle dankte dem Oberallgäuer Kreistag, der den Riedbergpass und die damit verbundenen Investionen in den Straßenbau immer als vorrangig erachtet habe.

Traditionell gibt es für die Dauer der Bauarbeiten eine „Tunnelpatin“, die einerseits als Namensgeberin fungiert, und andererseits „ab und zu einmal Stärkung in fester und flüssiger Form“ zu den Mineuren bringe, wie Frederic Hofmann von der Firma Baresel andeutete, als er Claudia Stehle, die Gattin des Bürgermeisters „inthronisierte“.

Ganz in der Tunnelbauer-Tradition hatten die Arbeiter zum offiziellen Tunnelanstich eine symbolische Sprengung in der Röhre vorbereitet. „Nur Zünder...“, kommentierte einer der Mineure die Knallerei im Tunnel. Schon tags darauf wurde aber richtig gesprengt am Burgschrofen.

Josef Gutsmiedl

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