Überblick zu den aktuellen Anordnungen

Wer hat offen? Wer hat zu?

Schulen und Hotels sind geschlossen, Gaststätten haben verkürzte Öffnungszeiten, dafür dürfen Lebensmittelgeschäfte länger öffnen. Die Maßnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung des Corona Virus wurden verschärft. Wir geben einen Überblick, was derzeit für Veranstalter, Einzelhandel und Gastgewerbe gilt.

Seit 19. März bis voraussichtlich 30. März, gilt ein Beherbergungsverbot für alle Betriebsarten. Das bedeutet, dass alle Unterkünfte im Oberallgäu bis vorläufig Ende der Osterferien geschlossen werden müssen. Untersagt ist der Betrieb von Hotels und Beherbergungsbetrieben und die Zurverfügungstellung jeglicher Unterkünfte zu privaten touristischen Zwecken. Hiervon ausgenommen sind Hotels, Beherbergungsbetriebe und Unterkünfte jeglicher Art, die ausschließlich Geschäftsreisende und Gäste für nicht private touristische Zwecke aufnehmen. Gastronomiebetriebe dürfen nur noch in der Zeit von 6 bis 15 Uhr öffnen. Lieferservice und Bestellungen auf Abholung sind auch nach 15 Uhr erlaubt. In den Gastronomiebetrieben muss sichergestellt sein, dass der Abstand zwischen den Gästen mindestens 1,5 Meter beträgt und dass sich in den Räumen nicht mehr als 30 Personen aufhalten. Dies gilt auch für Gaststätten und Gaststättenbereiche im Freien wie Biergärten und Terrassen.

Bis Ende der Osterferien einschließlich 19. April verbietet die Staatsregierung alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen. Das Landratsamt Oberallgäu hat die Anordnung auf Veranstaltungen mit über 500 Personen erweitert und empfiehlt auch kleinere Veranstaltungen abzusagen.

Fotostrecke: Schilderwald in Sonthofen

Die Sparkasse Sonthofen hat ab Mittwoch, 18. März verlängerte Öffnungszeiten. © Tulachan
Wer den Verdacht hat an Corona erkrankt zu sein, sollte auf jeden Fall zu Hause bleiben und beim Gesundheitsamt anrufen. © Tulachan
Das Landratsamt hat für den Publikumsverkehr geschlossen. Anliegen können telefonisch oder online geklärt werden. © Tulachan
Auch das Rathaus in Sonthofen lässt wie viele andere Rathäuser in der Region keine Besucherinnen und Besucher mehr ins Gebäude. © Tulachan
FoodSharing Sonthofen gibt klare Anweisungen für die Kunden, um eine Verbreitung des Virus zu vermeiden. © Tulachan
FoodSharing Sonthofen gibt klare Anweisungen für die Kunden, um eine Verbreitung des Virus zu vermeiden. © Tulachan
An vielen Geschäften hängen Schilder wie dieses. Eine schwere Zeit für die betroffenen Händler. © Tulachan
Auch das Gastgewerbe ist von der Krise schwer getroffen. Bayern hat finanzielle Unterstützung für die Betriebe zugesagt. © Tulachan
Apotheken bitten Kundinnen und Kunden mit Grippe-Symptomen draußen zu bleiben und ihre Bestellung telefonisch aufzugeben, um eine mögliche Ansteckung mit dem Virus zu vermeiden. © Tulachan
In vielen Apotheken sind Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken ausverkauft. © Tulachan
Auch die Johanniter in Sonthofen sind für den Parteiverkehr geschlossen, aber telefonisch erreichbar. © Tulachan
Lebensmittelhändler sorgen für die Versorgung de r Bevölkerung und bleiben deshalb geöffnet - teilweise mit verlängerten Öffnungszeiten © Tulachan
Hygiene ist derzeit das oberste Gebot - Hände waschen oder desinfizieren ist essenziell.  © Tulachan

Ladengeschäfte des Einzelhandels, die nicht relevant für die Versorgung der Bevölkerung sind, sind voraussichtlich bis 30. März geschlossen. Dazu zählen auch Fahrschulen (ausgenommen LKW-Fahrschulen). Alle Läden, die geschlossen sein müssen, dürfen aber während der Schließung betriebliche Tätigkeiten wie Ladenrenovierung, Training des Personals sowie Vorbereitungsarbeiten durchführen.

Weiterhin geöffnet bleiben:
(Eine detaillierte Aufstellung mit Erklärung gibt es hier)

  • Lebensmittelhandel, Getränkemärkte und Bäckereien. Dazu gehören auch Lebensmittelspezialgeschäfte wie Weinhandel, Spirituosenläden, Süßwaren- oder Feinkostgeschäfte
  • Banken und Filialen der Deutschen Post AG inkl. Paketstationen
  • Apotheken, Sanitätshäuser und Drogerien sowie Optiker und Hörgeräteakustiker
  • Bau- und Gartenmärkte sowie Tierbedarf und Brennstoffhandel (Öl, Pellets usw.)
  • Tankstellen, Kfz- und Fahrrad-Werkstätten und Autovermietstationen sowie Verkehrsdienstleistungen aller Art einschließlich Taxi.
  • Reinigungen sowie Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger
  • Online-Handel
  • Handwerker, dazu zählen auch Kaminkehrer, Stördienste aller Art, z.B. Schlüsseldienst
  • Geschäfte des Landhandels, die Dünger, Pflanzenschutz, Saatgut, landwirtschaftlichen Maschinen und Ersatzteile anbieten. Dazu gehören auch Landmaschinenreparatur und Landmaschinenersatzteile. Auch Gärtnereien und Blumenläden dürfen ebenfalls weiter geöffnet bleiben.
  • Hotels und Beherbergungsbetriebe, die nur an Geschäftsreisende oder nicht private Gäste vermieten, z.B. Montagearbeiter. Auch Campingbetriebe nur für Dauercamper dürften geöffnet bleiben, da sie teilweise Menschen ohne anderen Wohnsitz beherbergen.
  • Zeitungs- und Zeitschriftenverkauf
  • Freie Berufe generell (Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer,…)
  • Bestatter

In Dienstleistungsbetrieben muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Kunden gehalten werden. Auch bei Einhaltung dieses Abstands dürfen sich nicht mehr als 10 Personen im Wartebereich aufhalten. 

Schulen, Kindergärten und Kitas bleiben bis vorerst 19. April geschlossen. Die Kinder sollen sich jedoch nicht auf Spielplätzen oder in größeren Gruppen treffen, um die Ansteckung von Kind zu Kind zu vermeiden. Die Kinder sollen nach Möglichkeit zu Hause bleiben und - falls von der Schule bereitgestellt - das Lernmaterial bearbeiten. Aktivitäten wie Radfahren und Spazieren gehen sind natürlich erlaubt, jedoch nur mit den engsten Familienangehörigen und mit genug Abstand zu den Mitmenschen.

Auch Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder, Sportplätze und Museen bleiben bis vorerst 19. April geschlossen. Vereinzelt gibt es Online-Angebote von Fitness-Studios sowie virtuelle Rundgänge in Museen.

Viele Behörden wie Rathäuser, Landratsamt, Jobcenter und Zulassungsstellen sind für den Publikumsverkehr geschlossen. Anliegen können telefonisch, per E-Mail oder über entsprechende Online-Angebote wie das "BayernID - Bürgerservice-Portal" erledigt werden. Mehr Infos zum Service des Landratsamtes hier. Das Angebot vom Sonthofer Rathaus ist hier nachzulesen.

Der Busverkehr fährt im Ferienfahrplan: Ab Mittwoch, 18. März fahren auch die Busunternehmen RVA und Komm Mit nach Ferienfahrplan. Verhalten beim Einkaufen. Es wird dringend darum gebeten, in Warteschlangen mindestens 1,5 Meter Abstand zum Vordermann zu halten. Wenn es möglich ist, sollte per Bankkarte bezahlt werden anstatt mit Bargeld, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Hotline vom Landratsamt für Fragen rund um Corona

Das Landratsamt Oberallgäu rüstet angesichts eines exorbitant hohen Anrufer-Aufkommens seine Telefonanlage auf. Die Anlage war in den vergangenen Tagen wegen der massiven Zunahme von Anrufen teilweise überlastet. Durch technische Maßnahmen soll die Erreichbarkeit verbessert werden. Dazu gehört auch eine neue Durchwahlnummer, die mehr gleichzeitige Anrufer "verkraftet" als die bisherige. Die neue Nummer für Anrufe rund um Corona lautet: 08321/612-100. Die bisher bekanntgegebene Durchwahl -520 soll nicht mehr verwendet werden.

Hotline für Betriebe für Fragen zur Soforthilfe

Es steht eine Service-Hotline des Bayerischen Wirtschaftsministeriums per E-Mail unter coronavirus-info@stmwi.bayern.de und telefonisch unter 089 2162-2101 (Mo.–Do.: 07:30 – 17:00 Uhr, Fr.: 07:30 – 16:00 Uhr) zur Verfügung. Selbstverständlich steht auch die Wirtschaftsförderung der Stadt Sonthofen (Andreas Maier, 08321/615-278, andreas.maier@sonthofen.de) gerne für Auskünfte und Hilfestellung zur Verfügung. Mehr Infos über das "Bayerische Schutzschild" können in unserem Artikel vom 17. März nachgelesen werden.

Rubriklistenbild: © Sabine Tulachan

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