Die Jugend ist zufrieden im Oberallgäu

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Martin Bartl vom Jugendamt erläuterte die Jugendbefragung.

Oberallgäu - Mit einer Jugendbefragung lotete die Landkreisverwaltung aus, wie zufrieden die jungen Leute im Oberallgäu mit den Angeboten für ihre „Zielgruppe“ sind – und wo es weiteren Handlungsbedarf in den Kommunen gibt. Fazit: So schlecht sieht es nicht aus. 

Der Landkreis könne aber in der Regel nur anregen, „umsetzen“ und gestalten müssten die Gemeinden. Eine „Zukunft im Oberallgäu“ sehen drei Viertel der befragten Jugendlichen für sich persönlich. Die Hälfte der Befragten stufte ihre Gemeinde in puncto Jugendfreundlichkeit als „gut“ oder „sehr gut“ ein. Das „gute Ergebnis“ bezieht Martin Bartl vom Jugendamt nicht nur auf die Zahl der Befragten – immerhin mehr als 8500 Jugendliche – sondern auch auf deren Beurteilung der Angebote. 

Angehört wurden auch die Gemeindeverwaltungen, die örtlichen Jugendbauftragten und mehr als 100 Jugendorganisationen im Landkreis. Schwerpunkt lag dabei auf dem Freizeitverhalten, der Teilhabe an Angeboten und der Einschätzung von Problemlagen. 

Das Bild etwa, dass sich Jugendliche weitgehend aus dem familiären Leben ausklinkten, sieht man im Jugendamt nicht bestätigt. So nehme die Kategorie „Unternehmungen mit der Familie“ mit Rang 10 noch einen Platz im Mittelfeld ein, zeigt sich Martin Bartl überrascht. „Geld verdienen“ rangiert in der Skala der Freizeitbeschäftigungen ganz hinten, „Freunde treffen“ unangefochten an der Spitze, gefolgt vom „Sport im Verein“. 

Die große Mehrheit der Befragten sieht „ausreichende Angebote für junge Leute“ in ihrer Gemeinde. Und zu einer generellen Mitarbeit ist etwa die Hälfte bereit. Wobei, so verdeutlicht Bartl in seinem Bericht im Jugendhilfeausschuss, nehme diese Bereitschaft deutlich ab, wenn es um längere Bindung gehe, etwa in Arbeitskreisen. Bei einer zeitlich befristeten Projektarbeit sehe es wieder besser aus mit dem Engagement, so Bartl. 

Zufrieden mit den Unterstützungsangeboten zeigen sich auch die Mehrheit der 26 befragten Jugendbeauftragten. „Ein gutes Ergebnis für unsere kommunale Jugendarbeit“, schließt Martin Bartl vom Jugendamt. 

Auch die meisten der angesprochenen Jugendorganisationen meinen, dass der Landkreis „viel“ oder „sehr viel“ tue bei der Jugendarbeit. „Fasziniert“ habe ihn, Bartl, das Bild, das die Befragung zum Thema „Problemlagen“ ergeben hat. Alkohol, Zigaretten und illegale Drogen stehen an der Spitze der Nennungen. Auch bei den befragten Jugendbeauftragten wird der Umgang mit Alkohol bei Vereinen und Organisationen als Problem erkannt. „Offenbar ist ein großes Bewusstsein für diese Bereiche bei den jungen Leuten da“, folgert Bartl. 

Die Ergebnisse der Jugendbefragung sollen in den kommenden Monaten auf Gemeindeebene verwertet werden. Daraus leiteten sich detailliertere Beurteilungen und Folgerungen ab, sagt Martin Bartl. Mit den Verantwortlichen vor Ort sollen dann die Erkenntnisse umgesetzt werden. 

Jugendarbeit sei kein Selbstzweck, schließt Bartl. Ein gutes Angebot der Jugendarbeit sieht er als Voraussetzung, um junge, engagierte Mitbürger zu gewinnen. Gute und kontinuierliche Jugendarbeit brauche eine gesicherte Finanzausstattung. Unterm Strich, so ergänzt Landrat Kaiser, sei der Landkreis „gut aufgestellt“. Jugendarbeit lebe von der Umsetzung vor Ort, appelliert er an die Verantwortlichen in den Kommunen. „Der Landkreis kann nur anregen und fördern.“

Josef Gutsmiedl

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