Höhenluft: Mit Maß und Ziel

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Wie gesund oder gefährlich ist die Höhenluft? Dieser Frage ging Dr. Ulrich Bäcker (58), Chefarzt der Inneren Abteilung an der Klinik Oberstdorf, kürzlich in einem Vortrag nach. Der Kreisbote hat nachgefragt.

Wann ist Höhenluft eigentlich gesund?

Ulrich Bäcker: Höhenluft ist sehr allergenarm. Asthmatikern in 800 bis 1000 Metern Höhe geht es deutlich besser.

Ab welcher Höhe wird es kritisch?

Ulrich Bäcker: Man kann sagen, ab 3000 bzw. 2500 Metern. Das hängt davon ab, wie gesund der Mensch ist. Für Patienten mit Lungenschäden oder einer Herz­erkrankung wird es schon ab 2500 Metern kritisch. Bei Höhen auf 2500 Metern zeigen sich bei zehn Prozent der Bevölkerung höhenbedingte Beschwerden, bei Aufenthalten über 4000 Meter steigt die Zahl der Betroffenen auf über 50 Prozent an. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf extreme Höhen, wobei die absolute Höhe, die Aufstiegsgeschwindigkeit und auch genetische Faktoren eine wesentliche Rolle spielen.

Welche Beschwerden können auftreten?

Ulrich Bäcker: Atemnot, Sauerstoffabfall im Blut. Die Folgen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel bis hin zum Hirnödem. Wenn jemand die ersten Anzeichen einer Höhenkrankheit zeigt, sollte er sofort absteigen.

Was empfehlen Sie Wanderern und Bergsteigern im Alpenraum?

Ulrich Bäcker: Patienten mit Vorerkrankungen der Lunge oder des Herzens sollten vorher prüfen, wie sie auf Höhe reagieren. Wir bieten dazu hier in Oberstdorf einen Höhentest an. Der eignet sich nicht nur für Wanderer, sondern auch für Patienten, die fliegen wollen. Der Höhentest ermittelt die individuelle Höhenverträglichkeit und der damit verbundenen Belastung des Herz-Kreislaufsystems. Wir können die individuelle Höhenverträglichkeit im Vorfeld besser bewerten und mit den gewonnenen Daten eine Empfehlung für ein gezieltes Vorbereitungsprogramm, erstellen.

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