Schneller und komfortabler - Neuer Anlauf für eine neue Nebelhornbahn

+
Lange Wartezeiten und Gedränge an der Nebelhornbahn sollen in drei Jahren „Schnee von gestern“ sein, wenn es mit dem Bau einer 10-er-Kabinenbahn klappt.

Wie es mit der Nebelhornbahn weiter geht sorgt seit Jahren für Diskussionen in der Marktgemeinde. Im Jahr 2008 scheiterte ein Neubau. Nun steht ein neuer Anlauf an. Das Unternehmen ist dabei aber auf staatliche Förderung aus dem bayerischen Programm zur Förderung von Seilbahnanlagen angewiesen.

Zwei große Probleme belasteten die Bahn, erklärte Peter Schöttl – Vorstand der Nebelhornbahn AG – vor dem Oberstdorfer Gemeinderat. Das Thema der langen Wartezeiten und der Komfort der Bahn. „Mit 60 Leuten stehend in der Gondel auf den Berg zu fahren, ist nicht mehr zeitgemäß“, so Schöttl. Ziel sei darum, durch den Bau einer Umlaufbahn Wartezeiten zu vermeiden und den Beförderungskomfort zu erhöhen. Die 10-er-Kabinen sollen Sitzplätze haben und einen optimalen Blick auf die Bergwelt bieten. Die Kapazität wird von derzeit maximal 600 auf 1000 Personen pro Stunde steigen. Geplant wird auf der Trasse der historischen Bahn. Man kann wie bisher bei der Station Seealpe aus- und einsteigen. Muss aber, wenn man zur Station Höfatsblick will, nicht mehr umsteigen. Grobe Kostenschätzung für die zwei Sektionen der Bahn und die Stationsgebäude – 40 Millionen Euro. Für Skifahrer gebe es dann auch die Möglichkeit die Talabfahrt mehrmals an Tag zu nutzen, da die langen Wartezeiten im Tal wegfallen.

„Ohne Förderung wird es keine neue Nebelhornbahn geben“, machte Schöttl deutlich. Mit einer Förderung von 9,5 Millionen und 5,3 Millionen neuem Kapital sei der Bau zu schaffen. Mit der Regierung von Schwaben sei das Unternehmen in Gesprächen.

Um nicht als Großunternehmen eingestuft zu werden – für die keine Fördergelder vorgesehen sind – müssten Korrekturen an der Gesellschafterstruktur vorgenommen werden. Die Anteile der drei großen Gesellschafter – Lechwerke, Gemeinde Oberstdorf und Kleinwalsertaler Bergbahnen – sollen dabei unter 25 Prozent sinken. Für die Gemeinde würde dies, bei einer Absenkung der Anteile auf 24,9 Prozent – eine Kapitalerhöhung von 2,3 Millionen Euro bedeuten, rechnete Schöttl vor.

Sobald die Förderung geklärt ist, wolle man 2018 in die Planung einsteigen. 2019 soll die obere Sektion parallel zur alten Bahn gebaut werden. Baubeginn für die untere Sektion vom Tal zur Seealpe wäre 2020. Wobei hier während des Baus die alte Bahn ihren Fahrbetrieb einstellen muss. Als Eröffnungstermin ist Dezember 2020 vorgesehen. Gemeinderat Christian Raps fragte nach, was das für den Verkehr im Osten und die Parkplatzsituation bedeute. Dazu stehe man in Gesprächen mit der Gemeinde wegen eines Verkehrgutachtens, so Schöttl. Nur etwa 20 Prozent des Verkehrs im Osten würden durch die Bahn verursacht. Er geht auch davon aus, mit den derzeitigen Parkplätzen auszukommen.

Die Geschäfte des Unternehmens laufen ausgesprochen gut, berichtete Schöttl. Die Wintersaison 2016/17 sei mit 179 000 Gästen die stärkste aller Zeiten gewesen. Auch der Sommer laufe gut. Die Zahlen seien deutlich über dem Soll. Die Investitionen am Gipfel hätten sich ausgezahlt. In diesem Herbst müsse noch die Steuerung der Gipfelbahn ausgetauscht werden. Darum schließe diese Anlage zwei Wochen früher als üblich.

Heinrich Bonert

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Furioses Nikolausturnen des TSV Sonthofen
Furioses Nikolausturnen des TSV Sonthofen
Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember
Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember
Schreibwarengeschäft mit Grafitti besprüht
Schreibwarengeschäft mit Grafitti besprüht

Kommentare