Stadtverwaltung Immenstadt will Lichtverschmutzung verringern und Energie sparen

Umfrage in Immenstadt: Reicht weniger Licht?

Straßenlaterne vor blauem Himmel
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Immenstadt will „bremsen“ bei Stromverbrauch und der sogenannten Lichtverschmutzung.

Oberallgäu/Immenstadt – Mit einer Umfrage will die Stadt Immenstadt ein Stimmungsbild gewinnen, wie es um die nächtliche Beleuchtung in den Wohngebieten steht. Bis Ende April können Bürgerinnen und Bürger ihre persönliche Meinung dazu abgeben.

„Die Stadt Immenstadt versucht, mit den Ressourcen so nachhaltig wie möglich umzugehen. Themen wie Klimawandel, Öko-Strom, Lichtverschmutzung (keine natürliche Dunkelheit für Mensch und Tier) und Energieeinsparung sind aktuell sehr präsent“, betont Markus Reuchlin vom Geschäftsbereich Bauen / Umwelt der Stadtverwaltung.

Zudem gibt es eine klare staatliche Aufforderung an die Kommunen, die „Lichtverschmutzung“ an sich und unnötiges Betreiben von Beleuchtungsanlagen zu vermeiden. Die Stadt klopfte daher ihre Straßenbeleuchtung ab und denkt über entsprechende Schritte nach.

Die Überlegungen rührten aus zwei „Quellen“ her, sagt Markus Reuchlin weiter. Einmal regten immer wieder Bürger an, sich dem Thema zu widmen. Zum anderen gebe es eine klare staatliche Aufforderung an die Kommunen, die Lichtverschmutzung zu reduzieren.

So ist es etwa grundsätzlich untersagt, Fassaden „baulicher Anlagen der öffentlichen Hand“ (zum Beispiel Rathäuser, Kirchen, Schulen oder touristische Anlagen) nach 23 Uhr und bis zur Morgendämmerung zu beleuchten. Und bei Straßenbeleuchtungsanlagen, die der Straßen- und Wegesicherheit dienen, müssen die Auswirkungen auf die Insektenfauna überprüft und die Ziele des Artenschutzes berücksichtigt werden, erklärt Reuchlin weiter.

Technisch möglich ist die gezielte Abschaltung ohnehin. Bei der aktuellen Umrüstung auf energiesparende Leuchtmittel, werde dies gegebenenfalls gleich vorgesehen. Die Stadtverwaltung möchte jetzt von ihren Bürgern erfahren, was sie von einer möglichen Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung halten. Im Ortsteil Knottenried in der Bergstätte etwa, sei die Stimmung klar für eine Beleuchtungspause, weiß Reuchlin.

Als wichtige Gründe für eine Nachtabschaltung führt die Stadtverwaltung an: weniger Lichtverschmutzung, mehr Insektenschutz, Naturschutz, Beseitigung der Blendwirkung, geringerer Energieverbrauch, längere Haltbarkeit der Leuchtmittel, nachhaltiger Beitrag zum Klimaschutz, geringere Unterhaltskosten. Allein die Umrüstung auf LED-Beleuchtung amortisiere sich – bisherige Dauerbeleuchtung vorausgesetzt – binnen sechs Jahren, gibt Reuchlin zu bedenken. Werde dazu noch weniger Strom verbraucht, sei die Zeitspanne „bis es sich rechnet“ zwar länger; unterm Strich gehe die Rechnung dennoch über kurz oder lang auf.

In Frage für eine Nachtabschaltung kommen die Immenstädter Ortsteile (außer im Verlauf der B308), sowie die Wohngebiete in Immenstadt. Markus Reuchlin: „Die Abschaltung könnte schwerpunktmäßig von 0.30 Uhr bis 4.30 Uhr erfolgen. Eine Anpassung der Zeiten ist natürlich individuell und ganz lokal möglich. Hierzu zählen Gaststätten, Zeitungsausträger, Vereinsheime und anderes mehr. Reuchlin schätzt, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger für den Vorstoß in Richtung Nachtabschaltung erwärmen können.

  • Unter www.stadt-immenstadt.de/wirtschaft-bauen-umwelt/aktuelle-umfrage können die Bürger ihre Meinung bis Ende April mit Nennung des Straßennamens abgeben.
  • Auch telefonisch unter 08323/9988-401 und persönlich im Vorzimmer des Bauamtes (Kirchplatz 7) ist zu den Öffnungszeiten die Teilnahme an der Umfrage möglich.

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