Baumit bleibt in Bad Hindelang

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Geschäftsführer Ludwig Soukup (links) und Vertriebschef Heiko Werf gaben den Startschuss für den Allgäuer Baufachkongress in Oberstdorf.

Bad Hindelang - Ein durchwachsenes Jahr liegt hinter der Baumit GmbH in Bad Hindelang. Vor allem die negative Berichterstattung über Wärmedämmsysteme verhagelte dem Unternehmen die Bilanz, wie die Geschäftsführung anlässlich der diesjährigen Baufachkongresses in Oberdorf erläuterte.

Dazu kamen Monate, in denen wegen schlechter Witterung auf dem Bau bei Sanierungsmaßnahmen „nicht viel ging“. Im Zug der Effizienz- und Qualitätsverbesserungen will Baumit in den nächsten Jahren die Produktion vom Traditionsstandort Bad Hindelang nach Landsberg verlagern; die Bereiche Verwaltung und Entwicklung bleiben jedoch im Oberallgäu. 

„Ein spannendes Jahr“ liege hinter Baumit. So umschreibt Geschäftsführer Ludwig Soukup die Bilanz für das Jahr 2013 um es doch noch anders auszudrücken: „Es war kein gutes Jahr aber auch kein schlechtes.“ Geschadet habe den Anbietern von Saniersystemen – und damit auch Baumit – die anhaltend negative Berichterstattung zum Thema Energetische Gebäudesanierung. Schlagzeilen wie „Die große Lüge von der Wärmedämmung“ und weitere „tendentiöse Berichterstattungen“ hätten der gesamten Branche einen gewaltigen Dämpfer versetzt. Soukup: „Da wurde einiges bewusst falsch dargestellt.“ Jetzt will die Branchenvertretung gerichtlich gegen solche Falschdarstellungen vorgehen. „Wir haben zu lange nicht reagiert.“ 

Die Branche und ihre Verbände hätten „der Kampagne“ tatenlos zugesehen, bedauert Soukup. Dass Maßnahmen zur Wärmedämmung und energetischen Gebäudesanierungen sich nicht rechneten, ist Soukup zufolge ein absoluter Trugschluss. „Windkraft- und Photovoltaikanlagen rechnen sich in 10 000 Jahren nicht“, so der Geschäftsführer, „warum sollen sich Wärmedämmsystem schnell amortisieren?“ In nicht allzu ferner Zukunft würden Energieträger Schwindel erregend teuer werden, deutet Soukup an. Dann sei man froh über gute Isolierungen und niedrigen Verbrauch. 

Die Qualitätsoffensive will Baumit fortsetzen. „Unser Qualitätsanspruch ist erst erfüllt, wenn der Bau abgenommen ist“, betont Geschäftsbereichsleiter Vertrieb, Heiko Werf. Dazu gehöre auch die laufende Schulung von Kunden, vor allem der Praktiker, der Handwerker. Pro Jahr besuchen rund 1.000  Handwerker die Seminare und Schulungen bei Baumit in Bad Hindelang oder an anderen Standorten des Unternehmens. Das beste Produkt könne seine Stärken nicht entwickeln, wenn es nicht optimal verarbeitet werde, so die Essenz. 

Weiter auf Erfolgskurs liegt Baumit mit dem Baufachkongress. „Die Nachfrage nach den Vorträgen und Seminaren ist ungebrochen hoch“, versichert Kongressleiterin Heike von Küstenfeld. Man habe sogar für manche Vorträge Anmeldestopp verhängen müssen. Rund 1.300 Besucher nutzten die Angebote. Dabei wurde noch mehr Praxisbezug geboten, erläutert Heiko Werf. 

Um noch besser und schlagkräftiger zu werden, will Baumit in den kommenden Jahren die Produktion vom Traditionsstandort Bad Hindelang nach Landsberg verlagern. Betroffen seien lediglich 12 bis 15 Mitarbeiter. Verwaltung, Entwicklung und Schulung bleiben Soukup zufolge im Ostrachtal. „Das Werk hier ist alt; man müsste viel Geld investieren in einen suboptimalen Standort.“

Josef Gutsmiedl

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