Immenstadt wird dicht

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Die Baustraße (rechts) führt bei den Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Konstanzer Aach im Ortsbereich „Im Stillen“ durch einen Vorgarten.

Immenstadt – Das Wasserwirtschaftsamt Kempten arbeitet seit Kurzem am Hochwasserschutz-Projekt „Konstanzer Aach“ in Immenstadt. Nachdem der technische Hochwasserschutz an der Iller bereits vor einigen Jahren ertüchtigt wurde, soll jetzt ein weiterer „Knackpunkt“ entschärft werden, um das Stadtgebiet noch besser vor Überschwemmungen zu schützen.

„Die Überflutung im Sommer 1999 wurde damals allerdings nicht durch die Konstanzer Aach verursacht, sondern durch die Iller“, berichtete der Amtsleiter des Wasserwirtschaftsamtes, Leitender Baudirektor Karl Schindele. Nachdem im Rahmen des Hochwasserschutzprojektes Obere Iller ein verbesserter Hochwasserschutz entstanden ist, sei es jetzt geboten, eine Überschwemmung durch ein sogenanntes „100-jähriges Hochwasser“ im innerstädtischen Bereich zu verhindern, so Schindele weiter.

Hydraulische Abflussberechnungen der Konstaner Aach und des Steigbaches, der im Bereich der Hofmühle in die Konstanzer Aach mündet, hätten Ausuferungen im Bereich der Hofmühle und Überflutungen im östlichem Stadtgebiet einschließlich des Kreiskrankenhauses ergeben. Dadurch könnten Schäden in Höhe von 30 Millionen Euro entstehen. Das Wasserwirtschaftsamt Kempten habe deshalb zusammen mit der Stadt Immenstadt ein Hochwasserschutzkonzept erarbeitet, um die betroffenen Stadtbereiche und die Klinik besser schützen zu können, erläutert Schindele.

Im beengten innerstädtischen Raum sei es etwas schwierig gewesen, Hochwasserschutzmaßnahmen wie Schutzmauern, Deichneubauten, Gewässeraufweitungen und Verklausungsschutz an Brücken zu planen. Die Planungen mussten mit Augenmaß erfolgen. Dennoch sei es erforderlich gewesen, von den Anrainern Grund abzukaufen, sogar ein Haus musste weichen. Die Grundstücksverhan- dlungen hätten drei Jahre gedauert, berichtet Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp. „Es ist uns nun möglich, innerstädtisch einen Hochwasserschutzdeich zu errichten und einen Park zu planen. Insgesamt bin ich froh, dass wir jetzt hier stehen, beim Startschuss der Baumaßnahmen. Ich hoffe, dass alles erfolgreich verläuft.“ Die Kosten des Hochwasserschutzprojektes belaufen sich auf 3,7 Millionen Euro. 70 Prozent der Kosten übernimmt der Freistaat, die restlichen 30 Prozent die Stadt Immenstadt. Wobei die Stadt auch mit Mitteln aus dem Solidarpakt des Landkreises und der Oberallgäuer Gemeinden unterstützt werde um dieses Projekt zu stemmen, informierte Vize-Landrat Alois Ried.

Das Bauprojekt ist laut Baurat Bernhard Simon vom Wasserwirtschaftsamt in sechs Abschnitte aufgeteilt. Der erste Bauabschnitt ab der Brücke „Im Stillen“ flussabwärts mit Deichsanierungen sei bereits begonnen und soll im Juni abgeschlossen sein.

Die weiteren Baumaßnahmen werden dann flussaufwärts erfolgen mit Gewässeraufweitungen, Geländeerhöhungen, Verklausungsschutz und Deichneubauten. Diese Arbeiten sollen noch heuer im Herbst beginnen und im Herbst 2017 beendet sein.

Bürgermeister Schaupp dankt den Anwohnern für ihr Verständnis, denn sie hätten die Belastungen durch die Baumaßnahmen zu tragen wie Lärm und teilweise sogar eine Baustraße im Vorgarten. Er hoffe, dass der bessere Hochwasserschutz für sie dann eine Art Entschädigung sei.

Hans Ehrenfeld

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