Häufiger Unfallgrund: Unaufmerksamkeit

Zahl der Verkehrstoten auch im Allgäu gestiegen

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Auch, wer nur eine kurze Nachricht auf dem Smartphone schreibt während er am Steuer sitzt, riskiert Menschenleben.

Allgäu – 73 Menschen starben im vergangenen Jahr bei Unfällen im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, 23 mehr als noch im Jahr 2015. Bei vielen tödlichen Verkehrsunfällen war nach Angaben der Polizei Unachtsamkeit der Grund.

„Es darf nicht sein, dass sich Fahrzeugführer während der Fahrt mehr mit dem Multimediasystem, dem Navigationsgerät oder mit dem Smartphone beschäftigen als mit den Geschehnissen im Straßenverkehr. Momente der Unaufmerksamkeit können dramatische Folgen haben!“, sagt Polizeipräsident Werner Strößner zur Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. „Ich appelliere an alle Verkehrsteilnehmer, diese Geräte während der Fahrt nicht zu bedienen, sondern sich mit dieser unterschätzten Gefahr auseinander zu setzen. Durch die Polizei wird diesbezüglich viel Aufklärungsarbeit geleistet und festgestellte Verstöße konsequent verfolgt. Die wichtigste Prävention ist aber die Einsicht eines Jeden, sich im Straßenverkehr nicht ablenken zu lassen und mit der gebotenen Aufmerksamkeit daran teilzunehmen“, so Strößner weiter.

Im Oberallgäu verzeichnete die Polizei 2016 3 762 Verkehrsunfälle, bei denen 901 Personen verletzt und 15 Personen getötet wurden. Im Vergleich zu 2015 ist das ein Anstieg um 136 Unfälle.

Insgesamt kam es im Zuständigkeitsbereiches des Polizeipräsidiums 2016 zu durchschnittlich 73 Verkehrsunfällen – von einfachen Blechschäden bis hin zu Unfällen mit getöteten Personen. Die meisten Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften.

Die Gesamtzahl der von der Polizei registrierten Verkehrsunfälle lag bei 26 772, ein Anstieg um 1,5 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Die Zahl der Unfälle mit Todesfolge stieg von 49 auf 66, die der dadurch getöteten Verkehrsteilnehmer von 50 auf 73 deutlich an. Besonders auffällig ist die Zahl der getöteten PKW-Insassen: sie stieg von 15 auf 36. Auch die Zahl der verstorbenen Fußgänger ist laut Polizei „besorgniserregend“: sie stieg von 9 auf 12 an. Bei der Analyse der Unfallursachen bei tödlichen Unfällen zeigte sich laut der am Montag veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik, dass in vielen Fällen „das Verlassen der Fahrspur und die folgende Kollision mit dem Gegenverkehr oder einem Hindernis am Fahrbahnrand unfallursächlich war.“ Die Gründe für das Verlassen der Fahrbahn können nicht belegt werden, „in nicht wenigen Fällen wird allerdings die Unaufmerksamkeit des Fahrzeugführers als Grund vermutet“, heißt es in der Statistik weiter.

Insgesamt wurden bei Unfällen im vergangenen Jahr 5 687 Personen verletzt – ein leichter Rückgang um 0,3 Prozent. Die meisten verletzten Verkehrsteilnehmer waren PKW-Insassen (3 226), gefolgt von Fahrradfahrern (1 335), Motorradfahrern (463) und Fußgängern (339).

Bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle gehören Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren zu den Hauptunfallursachen (23 Prozent). Auch Vorfahrtsverletzungen (13,4 Prozent), Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot (12,5 Prozent), die Nichteinhaltung des Sicherheitsabstandes (9,4 Prozent) und nicht angepasste Geschwindigkeit (8,4 Prozent) führten zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Diese eindeutig bewiesenen Unfallursachen traten laut Polizeipräsidium oftmals mit nicht zu beweisenden Faktoren, wie Unachtsamkeit, in Kombination.

Wie die Polizei in ihrer Verkehrsunfallstatistik weiter mitteilt, stellen die „Kleinunfälle“ mit 55 Prozent den überwiegenden Teil der polizeilich erfassten Unfälle dar. Weiter ereigneten sich 3 943 Wildunfälle. Etwa jeder sechste Verkehrsunfall endete mit einer Unfallflucht, selbst wenn bei dem Unfall Personen verletzt wurden. Die Polizei verzeichnet hier eine Aufklärungsquote von über 40 Prozent.

Bei 329 Verkehrsunfällen war Alkohol mit im Spiel (201 Verletzte, 5 Tote). 32 Unfälle ereigneten sich unter dem Einfluss von Drogen oder Medikamenten (16 Verletzte, ein Toter).

eva

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