Versöhnliches Ende eines „Hindernislaufes“ zum Mobilitätszentrum

5,9 Millionen Euro für den neuen Busbahnhof

Klaus von Petersdorff, Klaus King und Indra Baier Müller
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RVA-Geschäftsführer Klaus von Petersdorff (von links), Bürgermeister Klaus King und Landrätin Indra Baier Müller eröffneten zusammen mit Busunternehmern das neue Mobilitätszentrum beim Bahnhof Oberstdorf.

Oberstdorf – Es ist vollbracht: Pünktlich vor Beginn der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft 2021 nahm der neue Busbahnhof in Oberstdorf wie geplant seinen Betrieb auf. Nur, dass durch die Corona-Pandemie keine Zuschauer nach Oberstdorf kommen werden, die von dem neuen Terminal zu den Sportstätten transportiert werden sollten.

Bürgermeister Klaus King, Landrätin Indra Baier-Müller und Vertreter der Busunternehmen übergaben das moderne Mobilitätszentrum Anfang Februar seiner Bestimmung. Die ersten Busse rollten von den zehn neuen Bussteigen – die Meisten überspannt von einer knapp 1300 Quadratmeter großen Holzkonstruktion und versehen mit verglasten Sitzplätzen.

Trotz der Corona-Widrigkeiten freute sich King, dass der alte Busbahnhof nun von einem modernen Mobilitätszentrum abgelöst wird. Er schilderte, wie im April 2020 die ersten Vorarbeiten rund um die Baustelle begannen, bis dann im Mai richtig losgelegt werden konnte. Dabei mussten auch Teile der Poststraße verlegt werden. Während der Bauzeit wurde der gegenüberliegende Parkplatz P1 als Übergangslösung genutzt. Auch hier wurde umgestaltet und hinter dem ehemaligen Postgebäude Kurzzeitparkplätze und überdachte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen. Ladestationen für E-Bikes sollen folgen. Bis zum Sommer sollen noch digitale Informationstafeln für die Fahrgäste installiert werden. In einem Pilotprojekt rollen zukünftig zwei Elektrobusse durch Oberstdorf.

Insgesamt hat das Projekt 5,9 Millionen Euro gekostet, davon sind 3,2 Millionen staatliche Förderung. Der Landkreis hat sich mit 640 000 Euro beteiligt. „Uns sind die Gemeinden wichtig“, nannte die Landrätin die Förderung des ÖPNV und alternativer Antriebsarten eine „Zukunftsaufgabe“. „Das Allgäu macht mobil“, lobte sie die Architektur aus Holz, Stahlbeton und Glas, und dankte allen Beteiligten.

„Was lange währt, wird endlich gut“, erinnerte RVA-Geschäftsführer Klaus von Petersdorff an die lange Vorgeschichte. Den neuen Busbahnhof nannte er eine „tolle Sache und gut investiertes Geld“, auch wenn der Busbetrieb momentan mit ausgedünntem Fahrplan auf Sparflamme laufe.

Seit 1998 war das Thema, in welcher Form ein neuer Busbahnhof gebaut werden soll, ein Dauerbrenner in der Marktgemeinde und im Gemeinderat. Zahlreiche Varianten waren im Gespräch, wurden geprüft und wieder verworfen, bis 2016 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, ein Siegerentwurf gekürt und die Gelder im Haushalt der Kommune eingeplant wurden. Ziel: Fertigstellung zur Skiflug-WM 2018. Diskussionen und Umplanungen bei der Gestaltung des Daches, Nachbesserungswünsche der Busunternehmen und Kostensteigerungen führten jedoch zu weiteren Verzögerungen.

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