Die meisten Älpler gewinnen dem familiären Alpabtrieb einen Reiz ab

»Viehscheid wie vor 50 Jahren«

Drei Älpler treiben 147 Schumpen ins Tal
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Würdiger Abschluss nach einen guten Alpsommer. Stefan Endreß (rechts) ließ sich seinen „anständigen Auszug“ mit 147 Schumpen nicht nehmen.

Gunzesried – Dass es keinen „großen Viehscheid“ im Allgäu geben würde war seit vielen Wochen klar: Großveranstaltungen sind bis Jahresende wegen der Pandemie-Bekämpfung untersagt. In den vergangenen Tagen gingen bereits einige kleine Alpabtriebe unter Corona-Bedingungen über die Bühne. Hirten und Alppersonal scheinen die Neuerung gut wegzustecken. Sogar ein Hauch von Nostalgie und war da und dort zu spüren beim „Viehscheid auf Raten“. Und die Hoffung, dass es wieder anders kommen werde.

Viehscheid in Gunzesried ohne großen Rummel

Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl
Alpabtrieb Alpe Rangiswang
Alpe Rangiswang brachte die Schumpen wohlbehalten ins Tal © Josef Gutsmiedl

„Ein Viehscheid wie in den 1970er Jahren“, freute sich Martin Stehböck aus Ofterschwang, der zufällig im Gunzesrieder Tal während einer Radtour Richtung Hochgrat in den familiären Alpabtrieb der Alpe Rangiswang geraten war. An der Talstraße kein dichtes Spalier aus Tausenden Schaulustiger, lediglich eine Handvoll Angehörige der Bergler, ein paar Freunde.

Corona hin, Beschränkungen her – einen „anständigen Auszug und eine Scheidmaß“ hatte sich Bergler Stefan Endreß von der Alpe Rangiswang vorgenommen für den Abschied vom Bergsommer. 147 Stück Vieh samt Kranzrind brachten er und seine Helfer am frühen Vormittag wohlbehalten ins Tal. Da es keinen offiziellen Viehscheid gab und erst recht keinen zentralen Scheidplatz wie in anderen Jahren, wurde die Herde am Hof seines Bruders am Ortsrand auf einer Weide „geparkt“ und die Tiere später auf Transporter verladen. Genug Zeit für die Scheidmaß. Und auch Vater Hans Endreß, selbst routinierter Bergler, kann dem „besonderen Scheid“ etwas abgewinnen: „Ganz entspannt...“ Selbst das Alpvieh machte nach dem anderthalbstündigen Marsch einen gelassenen Eindruck.

Tatsächlich hatte der Heimatverein Gunzesried dafür gesorgt, dass die zahlreichen Jungviehalpen über mehrere Tage verteilt „auszogen“ und die Schumpen ins Tal kamen – möglichst nicht am 17. September, dem tradionellen Viehscheidtermin im Ort. Es gehe ja beim Viehscheid letztlich um ein würdiges Ende des Alpsommers und nicht in erster Linie um einen touristischen Effekt“, meint auch Martin Sichler. Der Viehscheid war zuerst da, dann sei der Rummel gekommen.

„Irgendwie muss das Alpvieh ja ins Tal gebracht werden“, war überall zu hören, als die Pläne für den nicht genehmigten Viehscheid Gestalt annahmen. Eine Tatsache, die auch die Verkehrsbehörden am Landratsamt und in den Kommunen beschäftigte. Da es keinen offiziellen Viehscheid im Sinne einer Veranstaltung geben würde, seien die Möglichkeiten, den großen Viehtrieb behördlich zu begleiten bescheiden, betont Felix Fleischhauer vom Landratsamt Oberallgäu. Wenn immer möglich, sollte das Alpvieh mit Transportfahrzeugen ins Tal gebracht werden. Wo sich ein Viehtrieb auf öffentlichen Straßen nicht vermeiden lasse, seien „Regelungen mit gesundem Menschenverstand“ angestrebt worden, die fast überall zu einer Lösung führten. „Wo eine einvernehmliche Lösung ernsthaft gesucht wurde, wurde diese auch gefunden“, so Fleischhauer.

Da und dort wurde – mit Rückendeckung durch die Gemeinden – die örtliche Feuerwehr ins Boot geholt, die die Viehscheid-Herden auf der Straße eskortierte und für Verkehrssicherheit sorgte; ganz ähnlich wie bei anderen Festivitäten. Ziel in allen Viehscheid-Orten im Oberallgäu war die „Entzerrung“, damit nicht doch viele Menschen zusammenkommen.

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