Die Bienen sind schon startklar

Der Kreisimkertag zog zahlreiche Oberallgäuer Imkerinnen und Imker an.

Oy-Mittelberg – Wenn Imker an einem Märzsonntag bei schönstem Sonnenschein nicht draußen in der Natur sind, sondern in einem vollbesetzten Saal den Referenten zuhören, gibt es dafür einen guten Grund – so geschehen beim diesjährigen Kreisimkertag in Oy-Mittelberg.

Nach dem milden Winter sorgen sich viele Imker um die Gesundheit ihrer Bienen. Sie wissen, dass viele Bienenvölker keine Brutpause eingelegt haben und die Varroa-Milbe sich pausenlos vermehren konnte. Der Kreisimkertag in Oy-Mittelberg ist jedes Jahr im Frühjahr der wichtigste Treff, um Informationen auszutauschen und sich fortzubilden.

Johann Fischer, Fachberater für Schwaben, zeigte in der Praxisanleitung Schritt für Schritt, wie man seine Völker durch Brutentnahme gesund erhält. Gerade jetzt sei eine Analyse wichtig um gut in die Saison zu starten. „Jede Imkerin und jeder Imker muss wissen, was in seinen Völkern los ist. Alles andere ist Imkern im Blindflug!“, mahnte der Fachberater und legte Zahlen vor. Der Flugradius eines Bienenvolks beträgt 28 km² und mehr. In diesem Kreis stehen im Durchschnitt 90 weitere Völker. Ein einziges krankes Volk kann viele dieser Völker anstecken und eine Kettenreaktion auslösen.

Imkermeister Werner Gekeler aus Münsingen, Autor des Buches „Honigbienenhaltung“, gab im Hauptvortrag des Tages Tipps zur Gesunderhaltung der Bienen. Das Bienenjahr beginnt im August mit der Geburt der Winterbienen. Diese müssen gesund sein, damit die Völker im Frühjahr stark sind und – wenn das Wetter mitspielt – den begehrten Löwenzahnhonig eintragen können. Viele Honigkunden wissen nicht, dass das Gold des Allgäu das Ergebnis sorgfältiger Pflege und Beobachtung der Bienen vom Juli bis zum Winter ist. „Was wir jetzt in den Bienenkästen haben ist das Ergebnis unserer Maßnahmen des vergangenen Jahres“, sagte der erfahrende Imker.

Der Kreisvorsitzende Theo Buchenberg informierte über die kostenlosen Leistungen des Tiergesundheitsdienstes Bayern, Fachbereich Bienen. Imker und Imkerinnen können Wachs­proben und Bienen an das Institut schicken, das die Proben auf Rückstände oder Krankheiten untersucht.

Der stellvertretende Landrat Alois Ried berichtete, welche Maßnahmen eine Gemeinde und ihre Bürger zur Gesunderhaltung der Bienen ergreifen können. So hat die Gemeinde Ofterschwang entlang der Kreisstraße Obstgehölze gepflanzt und räumt nach dem Schnitt der Straßenränder den Mulch ab, damit Wildblumen keimen und blühen können. Die Bürger können den eigenen Garten oder Balkon bienenfreundlich bepflanzen und sollten vor allem auf Pestizide verzichten.

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