Virtuelle Realität - Kurzer Hype oder wahrer Trend?

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Auf einer Webseite oder mittels Brille vermitteln 3-dimensionale Bilder der Eindruck, als befinde man sich selbst im Raum.

Virtuelle Realität, kurz VR, kennt man aus dem Bereich der Computerspiele. „Digitale Welten“ in denen Jugendliche teils zur Gänze eintauchen. Doch auch zahlreiche Artikel in großen Wirtschaftszeitschriften beschäftigten sich im ablaufenden Jahr mit dem Thema virtuelle Realität.

Was aber verbirgt sich hinter diesem Begriff und wie können Anbieter regionaler Produkte oder Dienstleistungen davon profitieren? Dieser dritte Teil unserer Themenreihe „Digitalisierung und Marketing“ ordnet die Begrifflichkeit ein.

Mit virtueller Realität bezeichnet man die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit in einer computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung. „Google Street View“ nutzt diese Technik um Straßenzüge von Städten und Gemeinden oder öffentlichen Orten auf dem Computer „zum Leben zu erwecken“. Der Betrachter kann sich auf einem Computer oder Smartphone mit nur einem Klick einen dreidimensionalen Überblick über den Ort oder die Räumlichkeit verschaffen. Das können einzelne Orte sein. Das können aber auch aus mehreren Orten zusammengesetzte Touren sein, in denen man zum Beispiel von Straße zu Straße oder auch von Raum zu Raum „gehen“, vielmehr klicken kann.

Erweitert werden kann das Gefühl der „Realität“ durch den Einsatz von sogenannten VR-Brillen. Meist werden herkömmliche Smartphones in die Brille eingesteckt und projizieren über zwei Linsen eine virtuelle Tour auf das Auge. In den seltensten Fällen haben die VR-Brillen einen eingebauten Monitor.

Wie die Technik der virtuellen Realität im Handel eingesetzt werden kann, wird zum Beispiel bereits bei großen Einrichtungshäusern getestet und teilweise auch eingesetzt. So können beispielsweise Möbelstücke dreidimensional in ein Bild eingebaut und an ihrem späteren Standort platziert werden. Welche Farbe sollte die Couch haben, damit sie ins Wohnzimmer passt? Wie macht sich die neue Vase auf dem Ess­tisch, und so weiter. Ein Verkäufer kann die Kaufentscheidung mit dem Einsatz der VR-Technik positiv unterstützen.

Diese Technik auf den vermeintlich kleinen, regionalen Händler oder Dienstleister zu übertragen scheint natürlich auf den ersten Blick unwirtschaftlich und sehr weite „Zukunftsmusik“. Aber es gibt andere Möglichkeiten, wie sich regionale Anbieter von Dienstleistungen oder auch ganze Gemeinden die virtuelle Realität zu Nutze machen können.

Betrachtet man Auswertungen von Webseiten, auf denen virtuelle Touren oder einzelne dreidimensionale Abbildungen eingesetzt werden, so fallen sofort die Nutzungszeiten auf. Die Statistiken von Webseiten belegen, dass Seiten, auf denen virtuelle Realität eingesetzt wird, deutlich länger angesehen werden als andere Seiten. Große Hotelbetriebe und Hotelketten konnten nach dem Einsatz von 3D-Ansichten eine Steigerung der Buchungen beobachten. Aber auch für andere touristische Einrichtungen, Dienstleister oder Händler gilt natürlich: je länger die Aufenthaltsdauer auf einer Webseite, desto besser für das Geschäft. Nicht zuletzt unterscheidet man sich auch durch den Eindruck, die Individualität und den Wiedererkennungswert vom „Gegenüber“.

Dreidimensionale Aufnahmen wirken authentischer als „normale“ Bilder. Der Betrachter erfährt ein anderes Erlebnis als bei vergleichbaren zweidimensionalen Ansichten, sie werden stärker als „real“ empfunden. Zudem spielt auch hier, wie im letzten Teil unserer Themenreihe bereits beschrieben, die Emotion eine große Rolle.

Wie lassen sich dreidimensionale Bilder überhaupt herstellen? Einerseits gibt es spezielle Kameras, mit denen einzelne Bilder aufgenommen und später zu einem Kugelpanorama zusammengesetzt werden. Andere Kameras erstellen diese mittels zwei synchronisierter 180-Grad-Objektiv. Es gibt aber auch die Möglichkeit, über die „Google Street View“-App dreidimensionale Aufnahmen selbst zu erstellen und später zu virtuellen Touren zusammenzusetzen. Dabei werden über die App mehrere Aufnahmen, z.B. eines Raumes, gemacht und automatisch zusammengesetzt. Diese können dann im Internet veröffentlich werden. Wie bereits beim vorangegangenen Beitrag „Bilder & Videos“ beschrieben, ist gerade für einen erfolgreichen kommerziellen Einsatz von Bildern im Internet wichtig, dass qualitativ hochwertige und optimierte Bilder genutzt werden. 

Björn Ahrndt

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