Augustin Kröll - "Alpkönig der Bergbahnen"

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Michael Lucke (von rechts) sprach mit langjährigen Wegbegleitern Gustl Krölls: Fritz Engerer (von links), Bernhard Joachim, Wolfgang Gifi und Georg Fahrenschon über ihre „speziellen Erfahrungen“ mit dem umtriebigen Seilbahn-Chef.

Oberstdorf/Kleinwalsertal - Augustin Kröll, langjähriger Bergbahnen-Chef, geht in den Ruhestand. Bei einer Veranstaltung auf dem Nebelhorn wurde Kröll nun offiziell verabschiedet.

Der Vergleich mit einem Motor ist nicht neu, drängte sich angesichts der Leistungen des scheidenden Bergbahnen-Chefs Augustin Kröll auf. Wegbegleiter und Mitstreiter schilderten die fast drei Jahrzehnte währende „Ära“ des umtriebigen Geschäftsführers in vielen Facetten und kamen beim „offiziellen Abschied auf dem Nebelhorngipfel einhellig zum Schluss: Kröll hat allen klar gemacht, was Bergbahnen heute für eine Region bedeuten – und gezeigt, wie man diese „Motoren des Tourimus“ am Laufen hält und noch leistungsfähiger machen kann. 

„Wir sind froh, dass wir Dich hatten“, unterstrich der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz. Im Namen des Landkreises Oberallgäu könne er bestätigen: Augustin Kröll habe „Großes geleistet für die Region“. Ähnlich wie der legendäre „Notwender des Allgäus“, Karl Hirnbein, habe der Bergbahn-Chef den Tourismus vorangebracht. „Es ist Dir zu verdanken, dass die Infrastruktur ein Niveau erreicht hat, dass europaweit seinesgleichen sucht. Du bist unser Alpkönig!“ Gustl Kröll habe erklärt, was zeitgemäße Bergbahnen für eine Region bedeuteten, schloss sich der Bürgermeister des Kleinwalsertaler Andi Haid, an: „Bergbahnen sind die Motoren!“ Die Region sei grenzübergreifend gut aufgestellt für einen starken Tourismus. Kröll habe auch Mut und Risikobereitschaft gezeigt. „Er hatte stets die Region im Auge“, ergänzte Oberstdorfs Bürgermeister Laurent Mies. Kröll habe mit seinem immensen Fachwissen und seinem Weitblick „das Seilbahnwesen vorangebracht“, schloss sich Albert Lippert von der bayerischen Seilbahnaufsicht an. 

Überaus plakativ beschrieb Dr. Bernd Sondermann als Vertreter des bayerischen Wirtschaftsministeriums die „Methoden“ des Augustin Kröll, der dort sehr gut bekannt sei als „einer der wichtigsten Leute im Seilbahnwesen“. Ein Mann mit Ideen und Visionen sei er. „So einer ist gefährlich!“, habe man ihn gewarnt. Gebetsmühlenartig habe Kröll die Worte „Mehrwertsteuerreduzierung“ und „Seilbahnförderung“ aufgesagt – und letztlich in die Köpfe der Entscheider und verantwortlichen gepflanzt. „Dabei wirkte Kröll immer als Impulsgeber und gab wichtige Anstöße“, schloss Sondermann. 

Beides sei „nicht auf seinem Mist gewachsen“, konterte der 62-jährige Seilbahner, der 1990 als Geschäftsführer zur Fellhornbahn kam. Er habe die Wettbewerbsnachteile mit seinem ständigen Bohren aufzeigen wollen, um unterm Strich „Spielraum für neue Investitionen“ zu schaffen. Die Hartnäckigkeit in der Frage der Beschneiung von Skigebieten sei schließlich der Schlüssel zum Erfolgsmodell vieler Bergbahnen geworden. Er freue sich, zu seinem Abschied als „letzten Akt“ das Schmuckstück „Ifen 2“, das jetzt in Betrieb gehe, zu sehen. „Es waren 28 ganz tolle Jahre!“, so Kröll. 

Nichts sei sein Verdienst allein: „Es war wie ein Getriebe – viele Räder, die ineinander greifen....“ Lob und Anerkennung gab es nicht zuletzt von der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Kröll habe „maßgeblichen Anteil am Wohlstand im Kleinwalsertal“, sagte Markus Comploj, Obmann des Fachgebietes Seilbahnen. In Anerkennung seiner Verdienste zeichnete die Wirtschaftskammer den „Vollblut-Bähnler“ Kröll mit der „Ehrenmedaille für besondere Verdienste“ aus.

Josef Gutsmiedl

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