Radstadt Sonthofen: Auch die Mountainbike-Touristen im Visier behalten

Forum Radstadt: Sonthofen setzt auf Miteinander aller Akteure

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Tilman Sobek ermunterte die Radstadt-Akteure in Sonthofen, sich gut für den MTB-Urlauber aufzustellen.

Sonthofen – Die Kreisstadt Sont­hofen will „Radstadt“ werden. Die Vorarbeiten auf dem Weg zu diesem Prädikat laufen auf vollen Touren und die Chancen stehen gut, das es Sonthofen schafft.

Beim ersten „Forum Radstadt“ beleuchtete Tilman Sobek vom Mountainbike Tourismusform Deutschland mit rund 130 Besuchern dabei die Perspektiven des Mountainbike-Tourismus für die Stadt und die Region. Fazit: Wenn es nicht zuviel Zündstoff geben soll, muss man die Sache richtig „einfädeln“ und alle Akteure ins Boot holen.

Helmut Maier, Sportchef der Sonthofer Stadtverwaltung und einer der Motoren des Projektes „Radstadt Sonthofen“ – zudem selbst leidenschaftlicher Mountainbiker – ist optimistisch, in absehbarer Zeit alle Beteiligten und Betroffenen zusammen zu bringen. Bislang könne er einen „sehr fairen Umgang“ feststellen bei den Gesprächen. „Wenn man es steuert, kann man viele Grauzonen, die es überall bei diesem Thema gibt, umschiffen.“ Das Rezept: Probleme im Vorfeld ausräumen. „Nur miteinander schaffen wir das.“

Mit „Grauzonen“ meint Maier etwa die Probleme, die auftauchen, wenn klassische Nutzungsinteressen aufeinander prallen. Und das kann bei der Mobilität, die das Mountainbiken mit sich bringt, schnell der Fall sein. Stichwort: Wegenutzung durch Mountainbiker. Sorge, dass Mountainbiker Feld- und Forstwege ruinieren könnten, machen sich Markus Rothmayr und Johannes Übelhör. „Wir haben zum Teil viel Geld in diese Wege investiert“, betont Rothmayr. Und „viele Problemfälle“ sieht Johann Überhör auf die Land- und Forstwirte zukommen. Eine Regelung für Schadensersatz sei unbedingt vorzusehen.

Zukunftsmusik. Noch. Den „absoluten Wachstumsmarkt“ Mountainbike betrachtete Tilman Sobek, Vorstand der Initiative MTB-Tourismusforum Deutschland. Es gebe derzeit mehr als 10 Millionen Menschen in Deutschland, die das Mountainbike im Urlaub nutzten. Tendenz steigend. „MTB ist auf dem Weg zum Massenmarkt“, stellte Sobek fest. Gefördert werde der Trend zum Mountainbike noch durch die Facette E-Bike-Mobilität. Sobek sieht eine neue touristische Zielgruppe: „An dem Thema kommt man nicht vorbei!“

Was bringt er mit, der Mountainbiker als Gast? Was sucht er in der Region? Der typische Mountainbiker ist im Durchschnitt Mitte 30, verdient relativ gut, ist offen für Neues, vielseitig interessiert unternehmungslustig, weiß Timan Sobek als Fachmann für MTB-Tourismus, der auch für die Uni Leipzig arbeitet. Das Rad gehöre inzwischen für viele Menschen zur Urlaubsreise. Dennoch könne man nicht von der Zielgruppe Mountainbiker sprechen; zu unterschiedlich seien die Bedürfnisse. „Da muss man sich fragen, was man anbieten kann, was ins Allgäu passt.“

Sobek: „MTB-Gäste haben klare Vorstellungen von ihrer Wunschdestination. Und: Auch im Mountainbike-Urlaub ist Mountainbiken nicht alles.“ Das Angebot der Region müsse stimmen – ursprüngliche, attraktive Landschaft, Kultur, touristische Infrastruktur. Und eben auch das Angebot, das Mountainbike-Touristen suchen: attraktive Strecken mit Erlebniswert, interessante Wege, eine gute Infrastruktur, optimale Unterkünfte. Der Gesamtmix muss Sobek zufolge stimmen und signalisieren „unser Region hat wirklich Lust auf Biker“. Das es gelingen kann, zeige das Beispiel Schottland oder die Bike-Region Hunsrück-Hochwald. „Ein aufwändiger Prozess. Aber es lohnt sich.“ Die zu erwartende Wertschöpfung durch MTB-Tourismus sei nicht zu verachten, ergänzte Sobek.

Josef Gutsmiedl

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