Warteschleife für "Panoramabahn" am Ifen

Das Skigebiet am Ifen soll attraktiver werden. Die "Panoramabahn", die die Bergbahnen Kleinwalsertal "im Auge haben" liegt aber weiter auf Eis. Foto: Bonert

Große Teile der Pläne für die umfassende Modernisierung der Bergbahnen am Ifen haben – begleitet von großem öffentlichen Interesse - eine wichtige Hürde genommen. Die Gemeindevertreter des Kleinwalsertales sprachen sich für einen Neubau der Lifte - inklusive Beschneiungsanlage und einem Ski-Kinderland am Gaißbühl aus und betonten ein „öffentliches Interesse“ an den Maßnahmen. Ebenfalls sprach sich (mit Auflagen) eine Mehrheit für einen Sommerbetrieb bis zum so genannten Alpbord aus. Einzig die umstrittenen Pläne einer Panorama-Verbindungsbahn zwischen Ifengebiet und Walmendinger Horn wurden vorerst auf Eis gelegt. Hier soll nach Meinung der Gemeindräte zuerst eine Verbindung von der Ifen-Talstation Richtung Heuberg/Parsenn geschaffen werden. Erst später soll dann eine Entscheidung fallen, ob die Verbindungsbahn noch notwendig ist.

Die Walsertaler Bergbahn AG hatten im Dezember vorigen Jahres ihre Pläne zum Umbau der Ifenbahn vorgestellt. Sie beinhalten eine Beschneiung, die Erneuerung der Liftanlagen, eine Verlegung der Bergstation auf das Alpbord mit Restaurationsgebäude und als letzten Schritt die vorgenannte Verbindungsbahn (der KREISBOTE berichtete). Der Landschaftsschutz Kleinwalsertal und der Österreichische Alpenverein lehnten die Pläne ab und legten ein Alternativkonzept vor. Vertreter aus Gewerbe, Handel und Hotellerie im Tal unterstützen die Pläne. Während die Gegner in einer möglichst unberührten Natur das eigentliche Kapital des Tales für den Tourismus sehen, hoffen die Befürworter auf eine Attraktivitätssteigerung vor allem für den Wintertourismus. Wie viel „Musik“ in dem Thema steckt zeigt gleich zu Beginn der Sitzung der Antrag von Friedrich Keßler (Freie Walser Bürgerliste FWB) schriftlich abzustimmen, damit das jeweilige Abstimmungsverhalten nicht zum „Spießrutenlaufen“ wird. Der Antrag wurde angenommen - anders als in Bayern sind in Österreich geheime Abstimmungen möglich. Bürgermeister Andi Haid sprach von einer „schwierigen Entscheidung im Spannungsfeld von Ökologie und Ökonomie“ und wünschte, dass „die Entscheidungen nicht zu weiteren Verwerfungen führen“. Strenge Auflagen Einigkeit herrschte darüber, dass das Ifengebiet aufgewertet und mit den anderen Skigebieten im Tal besser verbunden werden sollte. Fast einstimmig darum die Entscheidung für die Erneuerung und Neutrassierung der Ifenlifte einschließlich Beschneiungsanlage. Längere Diskussionen gab es um den Sommerbetrieb bis zum Alpbord. Während der Standort Sandra Leitner (Pro Kleinwalsertal) „Bauchweh“ bereitet, sieht Erich Heim (FWB) „ein tolles Erlebnis für die Gäste“. „Wir diskutieren über ein Bauvorhaben im Pflanzenschutzgebiet“, verwies Elmar Grabherr (Offene Bürgerliste und Volkspartei Kleinwalsertal) auf den weitgehend geschützten Naturraum, der auf deutschem Gebiet sogar den höchsten europäischen Schutzstatus hat. Er warnte davor im Sommer „Menschenmassen in das Gebiet zu transportieren“. Man habe sich letztendlich auf den Standort Alpbord geeinigt, warb Bürgermeister Haid dafür, „die Chance wahrzunehmen“. Den Kompromiss sieht er in strengen Auflagen, wie einer umgebungsangepassten und abgespeckten Architektur und dem Verbot neuer Wege in Richtung Ifenmulde und Hahnenköpfle. Eine (von einem Gremium überwachte) vertraglich gesicherte Nutzungsvereinbarung, soll negative Einflüsse durch den Sommerbetrieb minimieren. „Der Vertrag muss wasserdicht sein“, mahnten Gemeindevertreter an und warnten vor „Lippenbekenntnissen“. Vize-Bürgermeister Matthias Bischoff (Pro Kleinwalsertal) sprach von einem „guten Produkt, das auch zur Marke passt“ und warb für „Vertrauen in die Bergbahnen“. „Der erste Schritt muss die Verbindung zum Heuberg sein“, brachte Friedrich Kessler die Meinung der Mehrheit beim Thema Vernetzung der Skigebiete auf den Punkt. Auch Marco Heim (FWB) fand „den Zeitpunkt zu früh über die Panoramabahn zu entscheiden“. Matthias Bischoff sieht dagegen „die Weiterentwicklung um den Ring zu schließen“ und warnte davor „die Tür zu zumachen“. Eine klare Mehrheit stimmte dafür, vorrangig die Verbindung Richtung Heuberg voranzutreiben. Wobei derzeit nicht klar ist, wie diese Verbindung verwirklicht und finanziert werden soll. Auf dem Tisch liegen drei Varianten, deren Untersuchung die Gemeinde Mittelberg in Auftrag gegeben hatte. Dass es bei dem Thema noch gewaltig knirscht (wie auch bei der Realisierung des Skigleitweges von Mittelberg nach Hirschegg), wurde bei der Wortmeldung von Hermann Haller (FWB) deutlich. Er sieht hier in erster Linie „die Walsertaler Bergbahnen in der Pflicht“. Mit der Vernetzung der Skigebiete will die Gemeinde auch den Verkehr im Tal eindämmen. Am Ifen sollen laut Beschluss keine neuen Parkplätze entstehen und auch die Straße soll nicht ausgebaut werden. In einer ersten Reaktion freute sich Bergbahn-Chef Augustin Kröll über die positive Entscheidung zur Modernisierung der Ifenanlagen. „Da die Panoramabahn im Gesamt-konzept eine wesentliche Rolle spielt“, will man „die weitere Vorgehensweise in den internen Gremien besprechen“. Die Verantwortung für die Umsetzung der Skiwege und der geforderten Verbindungsbahn liege bei der Gemeinde, so Kröll.

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