Welche Geschäfte nun offen haben

Corona-Regeln: Was sind Ladengeschäfte der körperfernen Dienstleistungsbetriebe?

Ladengeschäfte der Handwerksbetriebe
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Ladengeschäfte der Handwerksbetriebe fallen nicht mehr unter die Inzidenzregeln. Nun dürfen beispielsweise Schuhmacher wieder öffnen.

Bayern — Das Bayerische Kabinett hat die Corona-Regeln in vielen Bereichen der Bundes-Notbremse angepasst. Neu ist, dass „Ladengeschäfte der körperfernen Dienstleistungsbetriebe und der Handwerksbetriebe öffnen dürfen.

Die Bundes-Notbremse sieht bei einer Inzidenz von über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen einheitliche Einschränkungen vor. So ist das Einkaufen in Geschäften, die nicht zur Grundversorgung gehören, ab einem Inzidenzwert von 100 bis 150 mit Terminbuchung und aktuellem Negativtest (Click & Meet) möglich. Ab einem Inzidenzwert von über 150 ist nur mehr die kontaktlose Abholung bestellter Ware erlaubt. Ladengeschäfte der körperfernen Dienstleistungsbetriebe und der Handwerker sind nun nicht mehr von dieser Regelung betroffen. Sie dürfen unabhängig von der 7-Tage-Inzidenz geöffnet haben.

Körperferne Dienstleistungsbetriebe und Handwerksbetriebe

Zu den körperfernen Dienstleistern gehören beispielsweise Mietauto-Stationen, Bestatter, Copyshops, Fahrschulen, Fotostudios, Reisebüros, Versicherungsbüros, Baumschulen. Zu den Handwerksbetrieben gehören zum Beispiel Gold- und Silberschmiede, Keramiker, Schuhmacher oder Uhrmacher. Auch Schneidereien und Änderungsschneiderein dürfen öffnen. Das Gesundheitsministerium hat klargestellt, dass Abstecken und Abmessen am Kunden keine verbotene körpernahe Dienstleistung darstellt.

Regeln für Mischbetriebe

Handwerksbetriebe die sowohl handwerkliche Leistungen anbieten als auch Handelsware oder selbst hergestellte Waren verkaufen sind sogenannte Mischbetriebe. Beispiele: Ein Augenoptiker verkauft zusätzlich Schmuck, eine Schneiderin verkauft zusätzlich zugekaufte Kleidungsstücke, ein Fotograf verkauft zusätzlich Fotoapparate, ein Gold- und Silberschmied verkauft zusätzlich ohne Kundenauftrag hergestellten Schmuck.

Grundsätzlich gilt: Die Dienstleistung ist Inzidenzunabhängig, der Verkauf von Waren richtet sich nach den Bestimmungen für Geschäfte, die nicht der Grundversorgung angehören, ist also abhängig vom Inzidenzwert.

Bis zu einer Inzidenz von 50 bedarf es keiner Mischbetriebsregelung. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 150 gilt, dass sich die Betriebe entscheiden müssen, ob sie die angebotenen Dienstleistungen und Warensortimente mit Click&Meet anbieten, also (Terminbuchung und Negativtest) oder ob sie die Dienstleistungen unter den Voraussetzungen für inzidenzunabhängige Geschäfte anbieten und für den Warenverkauf die Click&Collect-Regeln anwenden. Das ist insbesondere dann möglich, wenn sich Handwerk und Verkauf in separaten Räumlichkeiten mit eigenen Ein- und Ausgängen befinden, beispielsweise bei einem Autohaus mit Kfz-Werkstatt.
Bei einer Inzidenz von über 150 gilt, dass der Warenverkauf nur noch per Click & Collect mit Negativtest möglich ist. Die Dienstleistungen können weiterhin inzidenzunabhängig angeboten werden.

Ausstellungsräume und sogenannte Showrooms von Handwerkern, die Dienstleitungen beim Kunden verrichten, dürfen inzidenzunabhängig  geöffnet haben.. So kann zum Beispiel ein Schreiner seinen Showroom für Möbel öffnen für Kunden, die sich dort etwas aussuchen und dann bei sich als Dienstleistung verlegen oder einbauen lassen. 

Fotostudios: Was gilt für Gruppenfotos?

Ein Fotograf darf im Freien, im Studio und beim Kunden fotografieren. In der Wohnung eines Privatkunden dürfen aber nur so viele Personen als Gruppe fotografiert werden, wie es die inzidenzabhängige Kontaktbeschränkung zulässt. Der Fotograf wird dabei nicht mitgezählt, da es für ihn die Ausübung seines Berufes darstellt. Bei beruflichen Gruppen besteht keine Personenbeschränkung, jedoch ist dann der Mindestabstand der zu fotografierenden Personen untereinander zu beachten. Fotostudios dürfen nur ihre Dienstleistung anbieten, aber keine Waren verkaufen.

Körpernahe Dienstleistungen

Friseur- und Fußpflegebetriebe dürfen öffnen, egal welche 7-Tage-Inzidenz in dem jeweiligen Landkreis besteht (inzidenzunabhängig). Dies gilt auch für mobile Dienstleistungen. Im Bereich der Fußpflege ist sowohl die medizinische als auch die kosmetische erlaubt.

Kosmetikbetriebe und Nagelstudios dürfen nicht mehr öffnen, egal wie hoch die jeweilige Inzidenz ist. Kosmetikbetriebe dürfen jedoch Fußpflege anbieten. Auch Tattoo-Studios bleiben geschlossen.

Ladengeschäfte der Grundversorgung

Seit Beginn der Corona-Krise waren Ladengeschäfte für Handelsangebote, die für die tägliche Versorgung unverzichtbar sind, nicht von Schließungen betroffen. Sie haben inzidenzunabhängig geöffnet. Darunter fallen der Lebensmittelhandel inklusive Direktvermarktung, Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Augenoptiker, Hörakustiker, Tankstellen, der Verkauf von Presseartikeln. Tierbedarf und Futtermitteln sowie der Großhandel. Auch Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte und Gartenmärkte sind geöffnet.

Das Bayerische Kabinett hat zudem die Öffnung von Zoos und Botanischen Gärten erlaubt, Regeln für vollständig Geimpfte erlassen und an den Ausgangsbeschränkungen ab 22 Uhr festgehalten. Das sind die aktuell geltenden Regeln.

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