Weichenstellung beim Bahnhof

Frischer Wind wird bald im alten Bahnhofsgebäude in Immenstadt wehen: Franz-Josef Bietsch hat mit seiner Bietsch-Mendler GmbH die Immobilie von der Bahn AG erworben und will das Gebäude aus dem Jahr 1902 wieder „zu einem richtigen Bahnhof“ machen, neu beleben. Ein Bahnhof gehöre einfach zu einer Stadt wie Immenstadt, betont Franz-Josef Bietsch. Und ein Bahnhof müsse das bieten, was „hierher gehört“ - Bahndienstleistungen, Gastronomie, Reisebedarf... Ein Bahnhof müsse eine Begnungsstätte sein, ein wichtiger Platz.

„Die Leute sollten wieder von ihrem Bahnhof sprechen“, wünscht sich Bietsch und verweist auf seine Sanierung des Marktoberdorfer Bahnhofs, der „total tot“ gewesen sei. Und Immenstadt als Bahnknotenpunkt biete besser Perspektiven mit rund 4000 Fahrgästen pro Tag. In Immenstadt sieht Unternehmer Bietsch gute Startbedingungen. Nicht zuletzt wegen der Nähe zum so genannten Höss-Areal und dem Dobler-Gelände. Bietsch lobt die bisherige Vorarbeit der Stadt, das Gebiet an der Bahnhofstraße zu entwickeln. „Hier lässt sich viel gestalten.“ Mit rund 64 Metern Länge eröffne „das Riesenteil“ einige Möglichkeiten. „Ein reizvolles Gebäude - schöner als manch moderner Bahnhofsbau“, meint Bietsch. Ein erstes Ziel will Bietsch schon bald erreicht haben: Bis Mitte des Jahres könnte die jetzt noch unansehnliche Fassade sowie des Erdgeschoss und das Dach saniert sein. Die beiden weiteren Etagen sollen später folgen. Insgesamt schätzt Franz-Josef Bietsch die Investitionen auf rund eine Million Euro. „Nichts Pompöses“ solle man sich vorstellen, betont Franz-Josef Bietsch. In den Bahnhof gehöre vor allem das was die Menschen hier erwarteten. Mit der Bahn als langfristigem Mieter sei auf jeden Fall das klassische Angebot wie Fahrkarten und Beratung gesichert, freut sich Bietsch. Und ein Café - etwa in einem Glaspavillon - sei denkbar. Auch ein Zeitschrfiften-Kiosk oder ein Buchladen gehört ins Repertoire. Froh über das Geschäft zeigt sich auch Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp: „Ein bemerkenswertes Ereignis, dass einer der renovierungsbedürftigsten Bahnhöfe Deutschlands von der Bahn verkauft wurde.“ Im Hinblick auf die weitere Entwicklung an der Bahnhofstraße könne die Stadt nur froh sein, einen Partner wie die Bietsch-Mendler GmbH zu haben. „Wenn Kommunen attraktiv sind für Investoren, ist das das Beste was ihnen passieren kann.“ Und Bietsch hält das Allgäu für eine der attraktivsten Regionen für Unternehmer überhaupt.

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