Für die Jugend – für die Zukunft

Oberallgäu – Vor zwei Jahren ging die Initiative „Bildungsregionen in Bayern“ an den Start. Ziel der Initiative ist es, die einzelnen Bildungsstätten besser untereinander zu vernetzen, das Bildungsangebot in den einzelnen Regionen weiter zu entwickeln und die Bildungschancen junger Menschen zu erhöhen.

In zahlreichen Regionen Bayerns läuft die Initiative bereits seit längerem, im Oberallgäu wird seit Januar diesen Jahres an der Umsetzung der Initiative gearbeitet.

„Jeder Jugendliche verdient die Chance zur Ausbildung“, sagte Landrat Anton Klotz in der Kreistagssitzung vergangenen Freitag. Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung als auch die Tatsache, dass immer mehr Jugendliche keine „Ausbildungsfähigkeit“ erreichten, führe auch im Oberallgäu dazu, dass gerade in der Gastronomie und in handwerklichen Berufen nicht mehr ausreichend Auszubildende vorhanden sind. Auch deshalb sei der Landkreis dabei, auf eine „Bildungsregion Oberallgäu“ hinzuarbeiten. Dabei ginge es jedoch nicht nur darum, ein Zertifikat von der Landesregierung zu erhalten sondern darum, für die Zukunft der Region zu arbeiten.

„Die Bildungsregion Oberallgäu wird uns die nächsten Jahre intensiv begleiten“, betonte Ralph Eichbauer, Leiter der Abteilung Soziales im Landratsamt. Die Initiative setze auf die Zusammenarbeit zwischen Kindergärten und Schulen sowie den verschiedenen Schularten untereinander, um den Kindern und Jugendlichen Übergänge einfacher zu gestalten. Auch Kommunen und Jugendhilfe, Arbeitsverwaltung und Wirtschaft sowie weitere außerschulische Organisationen müssten miteinander vernetzt werden. Hier gelte es, Lücken zu schließen. Ein weiteres Ziel sei es, jungen Menschen in besonderen Lebenslagen – seien es Jugendliche mit Behinderungen oder mit Migrationshintergrund – zu helfen.

Auf lange Sicht müssten die Herausforderungen des demographischen Wandels in Angriff genommen und gelöst werden. Sinkenden Schülerzahlen müsse mit einem sinnvollen Gebäudemanagement begegnet werden. Dem Landkreis sei es ein wichtiges Anliegen, weiterhin eine wohnortnahe Bildung zu ermöglichen.

Um alle regionalen Bildungsträger untereinander sowie Schule und Jugendhilfe miteinander vernetzen zu können, ermittle die Kreisverwaltung derzeit zunächst den „Status quo“, so Eichbauer weiter. Der Weg zur Zertifizierung als Bildungsregion führe dann über zwei „Dialogforen“, an denen alle Beteiligten an einem Tisch sitzen, und der Arbeit in Arbeitskreisen hin zur Bewerbung als „Bildungsregion Oberallgäu“.

Als Beispiel für eine gelungene Bildungsregion führte Eichbauer im weiteren Verlauf die Stadt Kempten an, die das Zertifikat „Bildungsregion“ vor zweieinhalb Jahren erhalten habe. Zahlreiche beispielhafte Projekte seien bislang daraus hervorgegangen.

In der anschließenden Diskussion hob Michael Fäßler (CSU) hervor, dass sich die Beteiligten zunächst einmal fragen müssten: „Mit wem haben wir es zu tun?“ In seinen Augen funktioniere bei der „Generation Y“, die derzeit im ausbildungsfähigen Alter sei, die „Work-Life-Balance“ nicht richtig; auch darauf müsse geachtet werden beim Thema Bildung. Eichbauer betonte daraufhin, dass der vergangenes Jahr erstellte Jugendhilfeplan die Basis der Arbeit sei; darin zeige sich, dass „die Jugend im Oberallgäu besser ist als ihr Ruf.“

Rainer Hoffmann (CSU) bat darum, die Bildungsangebote eng mit dem benachbarten Kempten zu koppeln und auch die Betroffenen selbst – Schüler wie Eltern – zu Wort kommen zu lassen. Elfriede Roth (Grüne) erinnerte an die jungen Asylbewerber, die ebenfalls in die Bildungsmaßnahmen mit eingebunden werden müssten. Dies sei alles mit im Plan, versicherte Eichbauer.

Eva Veit

Rubriklistenbild: © Kreisbote

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