Heftige Tritte ans Schienbein

Weltmeister gesucht: Das urige Spektakel „Schibui-Gingge“ geht am Sonntag beim Marktfest in Oberstaufen in die zweite Runde.

Oberstaufen - Während die Fußballwelt nach Brasilien schaut, feiert die Marktgemeinde Oberstaufen ihre eigene Weltmeisterschaft: Die Titelkämpfe in der historischen Kampfsportart „Schibui-Gingge“ gehen in die zweite Runde.

Beim Schibui-Gingge geht es darum, barfuß und in kurzen Lederhosen (die Damen im Dirndl) in einem abgesteckten Ring und mit den Händen in der Hosentasche dem Gegner möglichst viele Tritte ans Schienbein zu versetzen. „Das kann schon mal schmerzhaft sein“, bestätigt der Präsident des Schibui-Gingge-Weltverbandes Bernhard Lingg, der bei der ersten WM ebenfalls am Start war und den vierten Platz belegte. „In erster Linie aber ist es eine Konditions- und Koordinationsfrage.“

Die letzten Wettkämpfe in dieser althergebrachten Sportart fanden der Überlieferung nach am Schüttentobel bei Ebratshofen statt. Dann verschwand der Sport für rund 25 Jahre in der Versenkung, ehe er im vergangenen Jahr in Oberstaufen wiederbelebt wurde.

„Das hat unser Sport auch verdient“, findet Schiedsrichterobmann Rudi Dorner, „denn der Kampf Mann gegen Mann und Frau gegen Frau ist schließlich die spannendste und ursprünglichste Form des Kampfes.“ Wer die Anmut und Eleganz des Schibui-Ginggens einmal gesehen habe, könne sich dem kaum entziehen. Teilnehmen kann jeder, der über 18 Jahre alt ist.

In diesem Jahr werden die Titelkämpfe um den Weltmeister-Gürtel wieder im Rahmen des Oberstaufner Marktfestes auf dem Marienplatz ausgetragen, und zwar am Sonntag, 6. Juli, ab 13 Uhr. Anmeldungen unter der Mailadresse schibuigingge@gmail.com oder unter Telefon 0170-2113658.

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