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Challenge Müllfreies Allgäu: Oberallgäu gegen Ostallgäu – die Wette gilt

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Challenge Müllfreies Allgäu 2022
Jubel beim Wettausruf auf dem Bosch-Gelände in Immenstadt-Seifen mit (v.l.) den Bürgermeistern der Gemeinden Pfronten, Alfons Haf, Sonthofen, Christian Wilhelm, und Immenstadt, Nico Sentner, sowie Vertretern der DMG Mori und der Bosch BKK mit vielen weiteren Unterstützern und Partnern der „Challenge Müllfreies Allgäu“. © Lena Fuhrmann

Oberallgäu – Die „Challenge Müllfreies Allgäu“ geht in die dritte Runde. Das gesetzte Ziel: Soviel Müll wie möglich aus den Allgäuer Bergen und Wäldern zu sammeln!

Anderen hinterherräumen macht keiner gern. Bei der „Challenge Müll­freies Allgäu“ geht es aber genau darum: Zwei Wochen lang werden die Allgäuer Berge, Seen und Wälder auf Wanderwegen durchkämmt und von herumliegenden Müll befreit. Abfall, den andere achtlos liegengelassen haben, sammeln Freiwillige ein und tun so der Umwelt, sich selbst und anderen etwas Gutes. Am Ende gewinnt der Landkreis mit dem schwereren Müllcontainer. Der Gewinner entscheidet dann auch, wem die vorher akquirierten Spenden zugute kommen sollen. Los geht‘s am Samstag, 24. September.

Vor drei Jahren wurde die Müllchallenge geboren, als die Bosch Betriebskrankenkasse die Idee hatte, im Wettstreit mit Oberallgäuer Schulen die Berge von Müll zu befreien. Letztes Jahr weitete sich die „Challenge“ auf das Ostallgäu aus, getragen von der DMG Mori in Pfronten. Und heuer treten nicht mehr Unternehmen gegen Schüler an, sondern die zwei Landkreise gegeneinander.

Von Anfang an dabei

„Wir müssen etwas tun, das wissen wir alle“, sagte Larissa Schikowski, betriebliche Gesundheitsmanagerin von Mori, im Rahmen des Wettausrufs auf dem Bosch-Gelände in Immenstadt-Seifen, „der Klimawandel bewegt uns als Unternehmen.“ Daher habe sich der Werkzeugmaschinenhersteller aus Pfronten entschieden, wieder an der Challenge teilzunehmen. Thomas Mayinger von der Bosch BKK hob hervor, dass Netzwerkpartner, Schulen und Bürgermeister ohne Zögern von Anfang an dabei gewesen wären.

„Es ist nicht nur wichtig, den Müll aus den Bergen zu holen, sondern miteinander etwas zu bewegen“, sagte er. 40 000 Euro müsste man für die Challenge rechnen, von der Bereitstellung der Sammelkits, der Betreuung der Webseite, den Preisen der Tombola, Druck von Flyern bis hin zur Müllentsorgung; und diese Aufgaben würden eben durch den Einsatz der Partner, Institutionen und Unterstützer getragen. In diesem Jahr könne man Dank der Firma Föll und dem ZAK den gesammelten Müll anschließend sogar trennen, in Restmüll, Schrott und Sondermüll, freute sich Mayinger.

Die Natur gewinnt

Immenstadts Bürgermeister Nico Sentner lobte, wie toll sich die Müllchallenge weiterentwickelt habe und dass sie auch immer mehr Nachahmer finde. Pfrontens Bürgermeister Alfons Haf sprach den Aspekt der Müll- und vor allem Plastikvermeidung an: „Man muss am Ursprung anfangen und erst gar nicht so viel Plastik produzieren.“ Damit begab er sich auf ein Gedankenexperiment: Sei nicht eigentlich der Landkreis am Ende der Gewinner, in dem weniger Müll gefunden werde?

Auch Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm skizzierte, welchen Schaden besonders Mikroplastik im Grundwasser anrichten könne. „Gewinnen tut die Natur“ griff er die Frage seines Vorredners auf, „wichtig ist, dass viel gefunden wird und nichts liegen bleibt.“

Clean-Up Days

Zum Wettaufruf auf dem Gelände der Firma Bosch waren zahlreiche Netzwerkpartner erschienen, die die Müllchallenge mit ihrer Expertise, ihren Dienstleistungen oder Produkten unterstützen. Darunter beispielsweise der dm-Drogeriemarkt in Sonthofen und Immenstadt, foodsharing Oberallgäu oder Vertreter von Patron Plasticfree Peaks, durch die das „Müllsammeln“ überhaupt erst ins Allgäu „schwappte“ und die die Müllkits und ihre Homepage zur Verfügung stellen. Nach dem Wett­ausruf fanden sich dann auch gleich „Wanderpartner“ zusammen, denn nicht nur Markus Frey, Filialleiter des dm-Drogeriemarkt Immenstadt, ist dieses Jahr hoch motiviert bei der Müllchallenge selbst loszuziehen.

Der Sieger entscheidet

Die „Challenge Müllfreies Allgäu“ läuft von 24. September bis 9. Oktober. Danach findet wieder eine große Tombola mit Preisen aller Art statt, die besten Schülerteams erhalten Führungen und Klettertouren, das kurioseste Fundstück – letztes Jahr eine Heißluftfritteuse – wird benannt und natürlich wird der Siegerlandkreis ermittelt. Dieser darf dann entscheiden, an welche regionalen Organisationen und Vereine die von vielen Netzwerkpartnern eingebrachten Spenden verteilt werden sollen.

Bei der Challenge mitmachen

Wer dieses Jahr Teil der Müllchallenge sein will, legt im Zuge der Anmeldung auf www.plasticfreepeaks.com die Sammelroute und die Personenanzahl fest. Dann können die Sammelkits abgeholt werden, im Oberallgäu zum Beispiel in den dm-Filialen in Sonthofen und Immenstadt, im Ostallgäu bei der Firma DMG Mori in Pfronten, Pforte 1.

Infos bei Larissa Schikowski unter Telefon 08363 / 89 6071 oder larissa.schikowski@dmgmori.com oder Thomas Mayinger Telefon 01577 /9016379, thomas.Mayinger@bosch-bkk.de.

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