Meilenstein für B 19-Baustelle bei Fischen: Freie Fahrt für den Brückenbau

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„Volldampf“ bei der B 19: Die beiden Straßenfertiger wurden mit 250 Tonnen Asphalt problemlos fertig.

Im Zeitplan liegen die Bauarbeiten für drei Brücken an der B19 bei Fischen. Ende vergangener Woche wurden die Asphaltarbeiten abgeschlossen; die Bundesstraße ist wieder für beide Fahrtrichtungen offen. Letzter Akt war der Einbau der Fahrbahndecke in einer abendlichen Sonderschicht unter Vollsperrung.

Wenig Zeit blieb den Bauarbeitern für den Einbau der Fahrbahndecke. Zum einen sollte die nächtliche Vollsperrung der B 19 zwischen Tiefenberg und Fischen wirklich nur eine Nacht dauern. Zum anderen musste es an diesem Abend wirklich fix gehen, um die perfekte nahtlose Asphaltierung zu schaffen.Und tatsächlich lief alles wie am Schnürchen: Nach knapp vier Stunden waren 250 Tonnen Asphalt verbaut – im Schneckentempo und gleichzeitig bei Höchstgeschwindigkeit.

Nachdem der Dauerregen etwas „Sand ins Getriebe“ gebracht hatte, liefen die Asphaltierungsarbeiten auf der Baustelle der B 19 bei Fischen wie am Schnürchen. Vergangenen Donnerstag wurde die neue Fahrbahndecke der Bundesstraße bei Weiler eingebaut. Um die Arbeiten so gut und so schnell wie nur möglich durchzuführen, war die B 19 bei Fischen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag komplett gesperrt. + Morgens um 6 Uhr konnte der Fahrzeugverkehr Richtung Süden auf der B 19 bereits wieder „rollen“. Das neu gebaute, rund 400 Meter lange Teilstück war „tauglich“, die nahtlos aufgebrachte Ashaltdecke ausreichend ausgehärtet.

„Um die Fahrbahndecke als oberste der drei Asphaltschichten aufzubringen, muss es trocken sein“, erklärt Joachim Heßmann, Verantwortlicher Bauleiter, als die ersten Transport-LKW mit dampfend-heißem Asphalt am frühen Abend anrollen. In den vergangenen Wochen waren bereits eine14 Zentimeter starke Tragschicht und eine 8 Zentimeter dicke Asphaltbindeschicht auf dem neuen Unterbau eingebaut worden. Die Fahrbahndecke als oberste Schicht besteht aus einer ganz speziellen Asphaltmischung, schließlich muss sie die hohen Belastungen auf lange Zeit „wegstecken“. Die gewählte Mischung entspreche Bundesstraßen-Qualität, betont Heßmann. „Nicht zu weich, nicht zu grob und doch sehr belastbar.“ Spurrillen seien nicht zu erwarten.

Deshalb kommt es beim Verarbeiten auch auf jede Minute an. Im 10-Minuten-Takt liefern die Asphaltlaster Nachschub für die beiden großen Asphaltierungsmaschinen. Leicht nebeneinander versetzt bearbeiten diese „Straßenfertiger“ die gesamte Fahrbahnbreite und bringen so die neue vier Zentimeter dicke Fahrbahndecke nahtlos auf. „Gerade die Naht der beiden Fahrspuren ist die Schwachstelle einer Straße“, erläutert Johannes Ahr, Bauleiter Asphalt- und Straßenbau bei Geiger Hoch- und Tiefbau. Diese aufwändige Arbeitsweise machte letztlich auch die Vollsperrung für 12 Stunden erforderlich. „Sonst hätten wir ja die beiden Fahrbahnen nacheinander fertigstellen können – bei einer halbseitigen Sperrung der B 19.“

Pausenlos rollen die Asphaltlaster zwischen dem Bitumen-Mischwerk in Thanners und Fischen-Weiler. Auf die Minute genau geplant war die Logistik für diese entscheidenden Stunden. „Für den Fall, dass es bei der Asphaltaufbereitung oder -anlieferung Schwierigkeiten gibt, steht ein anderes Werk bei Memmingen parat“, erklärt Joachim Heßmann das ausgeklügelte System. Da dann die Anfahrtszeiten für die LKW länger wären, müsste die „Flotte“ schnell durch weitere Transportfahrzeuge aufgestockt werden. Denn lange warten können die „hungrigen“ Straßenfertiger nicht, ohne die Verarbeitungsqualität der Asphaltmasse zu gefährden. Die Pizza für die rund 20-köpfige Baustellen-Mannschaft gab es daher eine halbe Stunde vor Baubeginn. Nach knapp vier Stunden, perfekt im Zeitplan, konnten Ahr und Heßmann „abpfeifen“. Im Schneckentempo zwar, aber dennoch flott und überall exakt vier Zentimeter dick war die neue Fahrbahndecke auf dem Bauabschnitt eingebaut worden. „Rund 250 Tonnen Material haben wir an diesem Abend verarbeitet“, so Ahr. „Es lief alles ohne Probleme – von der Pizza bis zum Feierabendbier kurz vor Mitternacht...“

Inzwischen werden auf dem Bauabschnitt bereits Restarbeiten ausgeführt, wie Bankette, Leitplankenmontage und Fahrbahnmarkierungen. Ebenfalls im Zeitplan liegen die Arbeiten für die drei neuen Brücken bei Fischen-Weiler und dern Hochwasserschutz. In etwa einem Jahr kann die „Großbaustelle Weiler“ beim Staatlichen Bauamt Kempten abgehakt werden.

gts

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