Keine weitere Zerstörung

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Die ÖDP will gegen etwaige Baugenehmigungen für Liftprojekte am Riedberger Horn klagen. Im Schneetreiben demonstrierten die Vorstandsmitglieder und Landtagskandidat Michael Finger (vorne 2. von links) gegen solche Pläne.

Der Landesvorstand der bayerischen ÖDP tagte zum Jahresende in Fischen. Man sei bewusst ins Oberallgäu gekommen, um Solidarität mit den Menschen zu zeigen, die sich „gegen eine weitere Zerstörung des Riedbergers Horns wehren“, sagte der Landesvorsitzende der ÖDP, Klaus Mrasek. 

„Wer seine Heimat liebt, zerstört sie nicht“, so die Vorstandsmitglieder bei der Tagung. „Wenn wir die Bebauung des Naturschutzgebietes Riedberger Horn und der dortigen Schutzzone C des Alpenplans nicht verhindern, sind die letzten Dämme gebrochen und ganz Bayern wird der Profitgier geopfert“, so Mrasek. „Das darf aus unserer Sicht nicht durchgehen.“ Mit welcher Kaltherzigkeit die bayerische Regierung hier die Verfassung mit Füßen trete, sei erschreckend und erfordere Widerstand. Das Riedberger Horn stehe beispielhaft für kurzsichtige Planungen und Fehlentwicklungen in Bayern, sprach er weitere Projekte an, wie die dritte Startbahn in München und die Lockerung des Anbindegebotes von Gewerbeflächen. Der Freistaat sei Spitzenreiter, was den Flächenfraß angeht, verwies er auf das Volksbegehren, für das die ÖDP zusammen mit den Grünen und der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerlich Landwirtschaft) Unterschriften sammelt.

„Wir befürchten eine negative Beschleunigung. Söder ist ein Überzeugungstäter“, so Mrasek auf die Frage, was sich mit dem Wechsel von Seehofer zu Söder als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten in Bezug auf das Riedberger Horn ändert. Seehofer habe sich zumindest bei manchen Umweltfragen wie dem Donauausbau und der 3. Startbahn einsichtig gezeigt. „Wir werden im Landtagswahlkampf diesen ungezügelten Flächenverbrauch nicht zulassen“, macht der Landesvorsitzende deutlich. Es sei wichtig, dass die CSU bei den Wahlen im Herbst die absolute Mehrheit im Landtag verliere.

Die Menschen vor Ort hätten schon immer ihren höchsten Schatz – die Natur – verteidigt, zog der örtliche Landtagskandidat Michael Finger Parallelen zu alten Allgäuer Sagen. „Das Gold der Allgäuer Berge ist die Natur.“ Für Finger ist klar, dass gegen Baugenehmigungen am Riedberger Horn geklagt wird, sobald entsprechende Beschlüsse gefasst werden. „Das wird eine Niederlage mit Ansage, genau wie bei der Eisenbreche in Hinterstein“, prophezeit der Landtagskandidat.

Finger erhielt Zustimmung vom Landesvorstand für sein Engagement für eine nachhaltige Nordische Ski-WM in Oberstdorf. Finger kritisierte hier vor allem, dass keine Konzepte für die „verheerende Verkehrssituation im Oberallgäu“ und die Vermarktung von regionalen Produkten vorliegen.

Bei Schneetreiben entfaltete der Landesvorstand an der B19 ein Transparent mit dem Motto „Hände weg vom Riedberger Horn“.

Heinrich Bonert

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