CSU will näher an die Menschen

Mit „neuer Frische“ will die Oberallgäuer CSU an die politische Arbeit in der Region gehen. Beim traditionellen Neujahrsempfang des CSU-Kreisverbandes Oberallgäu sagte Dr. Gerd Müller, Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär, dass sich die Partei „öffnen und neu aufstellen“ werde. Müller forderte in seiner kurzen Rede eine „neue Wertschätzung des Miteinanders“. Dass es der CSU offenbar ernst ist mit dem „sich öffnen“, zeige sich auch an der Einladung an die erste und einzige „Frau Bürgermeisterin“ im Landkreis. Monika Zeller, seit Mai „Chefin“ in Bolsterlang, habe angefragt, ob sie - als Vertreterin einer Wählergruppierung - denn auch kommen dürfe. „Natürlich darf Frau Zeller kommen. Jeder darf zu uns kommen“, sagte Müller.

Im Jahr 2008 sei „die Mathematik auf den Kopf gestellt“ worden, brachte Dr. Gerd Müller die Wahlniederlagen der CSU auf den Punkt. Statt wie erwartet bei 50 plus X sei en die Christ-Sozialen bei 43 Prozent gelandet. „Das stellen wir uns für das Jahr 2009 nicht so vor“, lenkte der Staatssekretär den Blick auf das Superwahljahr 2009. Vielmehr erwarte er „ein dickes Plus zu den 50“. Die aktuelle Finanzkrise habe das Allgäu bislang „nur gestreift“, sagte Müller weiter. Das Allgäu habe gesunde regionale Banken, einen soliden Mittelstand und Unternehmen. „Es kommt jetzt darauf an, die Unternehmen und die Arbeitnehmer ein Stück weit über die Krise zu bringen, damit kurzfristige Entlassungen vermieden werden. Nicht, dass die Fachkräfte in zwei Jahren nicht mehr da sind“, rät der Staatssekretär. Mit der Fertigstellung der B19 gehe heuer ein jahrzehntelanger Kampf und Streit zu Ende, wie auch mit dem Lückenschluss bei der A7, so Müller. „Das Allgäu hat Maßstäbe gesetzt.“ Das komme den Menschen in der Region zugute ebenso wie der Flughafen Memmingerberg oder der Hochwasserschutz an der Iller. Daraus könne man Kraft schöpfen und neue Impulse setzen, appelliert Müller. Impulse sollen auch aus den politischen Rahmenbedingungen kommen. Müller fordert eine Offensive der Kinderfreundlichkeit und eine „Schule der Zukunft“, die den veränderten Familien- und Lebensstrukturen der Menschen Rechnung trage. „Hier brauchen wir qualitativ neue Ansätze“, betont Müller und deutet an, dass an einer Form der Ganztagsschule kein Weg mehr vorbei führen werde. Den „neuen Neujahrsempfang“ der CSU stellte Gerd Müller unter das Motto „Wertschätzung des Miteinanders“ und dankte den rund 300 zum Empfang in Immenstadt geladenen ehrenamtlich Tätigen aus Vereinen, Institutionen und Einrichtungen im Landkreis für ihre Arbeit. Müller: „Lassen wir keinen zurück! Jeder ist es Wert, dass er unsere Hand bekommt.“ Statt Egoismus und Eigennutz will Müller die Tugenden Fleiß und Ehrlichkeit als Lebensinhalte sehen. Die Menschen sollten wieder bewusster durchs Leben gehen, wünscht sich der CSU-Bundestagsabgeordnete - und mehr lachen. „Das Mobiltelefon abschalten - das Gespräch suchen“, so sein Tipp. „Reden wir nicht über-einander, sondern miteinander.“ Neben einem gesünderen Lebensstil solle jeder neue Freunde gewinnen. Das gelte auch für die CSU: „Fangen Sie an mit den guten Gesprächen.“ Dass in der CSU schon mal „alte Zöpfe“ abgeschnitten würden, bemerkte Thomas Wurmbäck, Stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender: Das lange Jahre geübte - und immer wieder kritisierte - Glückwunsch-Defilée beim Neujahrsempfang der CSU ist jedenfalls passé.

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