Winter Bilanz der Bergwacht Oberstdorf

Ein jähes Winterende: Oberstdorfer Bergwacht war 640 mal im Einsatz

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Hubschraubereinsätze gehören – auch nachts – zum Tagesgeschäft der Bergwacht.

Oberstdorf – Ruhig war es in den Bergen rund um Oberstdorf in den vergangenen Wochen. Am 15. März mussten die Skigebiete wegen der Corona-Pandemie schließen und im weiteren Verlauf kamen auch die sonstigen Bergsportaktivitäten aufgrund der Ausgangsbeschränkung weitgehend zum Erliegen. Damit endete auch der Vorsorgedienst der Bergwacht sowie der DSV-Skiwacht in den vier Skigebieten Fellhorn / Kanzelwand, Nebelhorn, Söllereck und Grasgehren sechs Wochen früher als üblich.

Vom 1. Dezember 2019 bis zum 15. März 2020 waren von der Bergwacht Oberstdorf insgesamt 640 Einsatzereignissen zu bewältigen, hauptsächlich in den vier Skigebieten. Aber auch außerhalb der Skigebiete gab es teils sehr aufwändige Einsätze rund um Oberstdorf.

Mitte Dezember wurde ein Wanderer unter widrigsten Bedingungen in einer Nachtaktion aus dem Sperrbachtobel gerettet. Anfang Januar gab es drei Rettungseinsätze aus der Rubihorn-Nordwand, bei welcher Eiskletterer gerettet werden mussten, davon ein nächtlicher Einsatz mit Hubschrauberunterstützung.

Am Nebelhorn wurden zwei schwierige Rettungsaktionen von schwer verletzten Variantenfahrern im „Großen Gund“ durchgeführt. Im Skigebiet Fellhorn / Kanzelwand gab es zahlreiche Unfälle außerhalb der Pisten, welche intensiven Personaleinsatz der Bergwacht erforderten.

Intensives Tagesgeschäft

Das „Tagesgeschäft“ im Winter betreffe nach wie vor die Rettung von verletzten Wintersportlern auf den Skipisten, berichtet Markus Hölzl, Geschäftsstellenleiter der Bergwacht Oberstdorf. 504 Skifahrer und 92 Snowboarder wurden durch die Helfer der Bergwacht Oberstdorf erstversorgt und abtransportiert. Andere Sportarten wie Langlaufen oder Rodeln befinden sich aber im einstelligen Prozentbereich.

In der notfallmedizinischen Versorgung der Patienten waren die Retter oftmals hart gefordert. Bei insgesamt 138 Notfalleinsätzen war ein Notarzt erforderlich, das entspricht in etwa einem Prozentsatz von 21Prozent aller Einsätze.

Bei 113 Einsätzen wurde ein Rettungshelikopter angefordert, knapp mehr als die Hälfte dieser Einsätze wurden vom Christoph 17 aus Kempten absolviert. Die restlichen Hubschraubereinsätze wurden von umliegenden Standorten vor allem aus Österreich (44 Prozent) durchgeführt.

„Als zusätzlich große Herausforderung ist die Betreuung von Skirennen und diversen Großveranstaltungen zu nennen“, ergänzt Markus Hölzl seine Bilanz. An insgesamt 38 Veranstaltungstagen waren knapp 80 Helfer der Bergwacht vor Ort, um die Bergrettungsdienstliche Absicherung der Veranstaltungen zu gewährleisten. An vielen Wochenendtagen waren mehr als 30 ehrenamtliche Helfer im Einsatz um die Skigebiete und Veranstaltungen zu betreuen.

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