Wunderbares Wanderparadies

Mit einer besonderen Variante des Wandern begannen die zweiwöchigen 1. Allgäuer Wandertage: Schirmherr Alexander Hold, bekannter „Fernsehrichter“ und leidenschaftlicher Wanderer, ging erst einmal in die Luft - per Heißluftballon. Dann schloss er sich - auf klassischer Art, zu Fuß - der Auftaktwanderung auf dem „Kunigundenweg“ beim Allgäuer Bergbauernmuseum in Immenstadt- Diepolz an. Die Allgäuer Wandertage sollen ein Testlauf für den Deutschen Wandertag im Jahr 2013 sein, der im Allgäu stattfinden wird. Idee der Allgäuer Wandertage ist es, so erläutert der Vorsitzende des Heimatbund Allgäu, Karl Stiefenhofer, das Wandern als lebendigen Anschauungsunterricht für Landschaft, Natur und Kultur der Region zu fördern.

60 ausgesuchte Wanderungen im Allgäu hat der Heimatbund Allgäu in den vergangenen Monaten ausgesucht und im Programm für die Allgäuer Wandertage vorgestellt. „Als Ausrichter der ersten Allgäuer Wandertage hatten wir natürlich keine Erfahrung“, betont Karl Stiefenhofer. Dennoch sei es mit einem „enormen Einsatz“ von mehr als 3000 Stunden der Vorstandschaft gelungen, diese Veranstaltung zu organisieren. Ziel sei es, so Stiefenhofer, „Heimat den Menschen näher zu bringen - den Allgäuern und unseren Gästen.“ Der Heimatbund, der heuer sein 125-jähriges Bestehen feiert, wolle die Wandertage nutzen, „Kultur aus den Museen zu holen“, fährt Stiefenhofer fort. Das Motto „Wandern mit Kultur“ verstehe sich als Anreiz, die vielen verborgenen Schütze der Region wandernd zu entdecken. „Für mich ist unsere Landschaft wie ein großes Geschichtsbuch.“ Dass das Allgäu schon längst als eine Art „Mekka des Wanderns“ gelten könne, meint der Stellvertretende Landrat des Oberallgäus, Anton Klotz. Nicht umsonst gebe es hier eine Vielzahl von so genannten Themen- und Erlebniswegen - vom Hirnbeinweg bis zum Bodenlehrpfad oder dem Kunigundenweg. „Wir können stolz sein, auf das was wie als Wanderregion bieten können“, sagt Klotz. Er hofft auf eine Nachhaltigkeit im Hinblick auf den Deutschen Wandertag im Jahr 2013. Vorher finden vier Allgäuer Wandertage in vier Allgäuer Regionen statt. Im kommenden Jahr ist das Ostallgäu an der Reihe. Die optimale Präsentation als Wanderregion will Bernhard Joachim von Allgäu Marketing erreichen. „Das Beste aus vier Probeläufen mit jährlichen Allgäuer Wandertagen soll beim Deutschen Wandertag geboten sein.“ Jetzt gelte es das Allgäu zu rüsten für diesen großen Auftritt, der auch touristisch bedeutsam sei. Joachim verweist auf Untersuchungen: Natur-Urlaub ist für jeden zweiten Gast in Bayern das Thema. Für weitere 30 Prozent ist der Gesundheitsurlaub wichtig. Und als wesentliche Urlaubsaktivität geben zwei Drittel der Bayern-Urlauber an, hier zu wandern. Dieses Potenzial will Bernhard Joachim für das Allgäu erschließen. Ein Dreiklang mit den „Tönen“ Landschaft, Wandern und Erlebnis soll zum Premiumprodukt „Leitwanderweg“ führen. Allgäu Marketing hat bereits einen Förderantrag für ein EU-Leader-Projekt gestellt. Inwieweit sich die zweiwöchigen Allgäuer Wandertage in Umsatz- oder Belegungszahlen niederschlagen, konnte Stiefenhofer nicht sagen. Er rechnet aber, dass zum Deutschen Wandertag 2013 die Region für eine Vielzahl von Mitgliedern der Wandervereine zum Top-Ziel wird. „Der Deutsche Wandertag ist für viele der Jahresausflug schlechthin“, weiß Stiefenhofer. Schirmherr der 1. Allgäuer Wandertage, Fernsehrichter Alexander Hold aus Kempten, sieht das attraktive Programm der Veranstaltung als Chance, das Wandern aus der Ecke des „Altherrensports“ heraus zu holen: „Wandern ist voller Erlebnisse. Wenn das rüber kommt, hat sich der Aufwand gelohnt.“ Hold hatte am frühen Morgen mit der Weltneuheit Ballon-Trekking bereits eine pfiffige Wandervariante getestet. Nach einer Luft-Etappe wird der Wanderweg zu Fuß - auf klassische Wanderweise - fortgesetzt, um ein bestimmtes Ziel anzusteuern. Nach dem Reiz dieser besonderen Erfahrung meinte Alexander Hold: „Man sieht von oben die Welt mit anderen Augen. Das setzt sich fort beim Wandern.“ Für ihn ist Wandern verbunden mit einer Entschleunigung des Lebens, für Beobachtungen und Gespräche am Wege... Hold: „Das schätze ich am Wandern.“

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