YPAC: Altmaier zeigt Interesse an Resolution

Gut vernetzt in die Zukunft

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Im Sitzungssaal des Landratsamtes diskutierten die 80 Delegierten des YPAC die Ergebnisse ihrer Arbeit und stellten einen Forderungskatalog zusammen.

Sonthofen – Vergangene Woche trafen sich 80 Schüler aus sieben Alpenländern in Sonthofen, um über „Meine Alpenstadt der Zukunft” zu diskutieren. Sie erarbeiteten eine Resolution mit zehn Forderungen, die sie am Freitag im Haus Oberallgäu auf einem „Marktplatz” der Öffentlichkeit präsentierten.

Ihr Ziel ist, dass sich die Politiker nicht nur in ihren Heimatstädten und -gemeinden mit ihren Forderungen auseinandersetzen. Das Jugendparlament zur Alpenkonvention ist ein „internationaler Gedankenaustausch zu unserer Zukunft”, erläuterte Arzu Altintas, Chefredakteurin der Pressegruppe des YPAC, in ihren einleitenden Worten zur Marktplatz-Präsentation vergangenen Freitag. Die Jugendlichen wollen die Bürger zu nachhaltigem Konsum und umweltfreundlichem Denken anregen. Dies soll vor allem durch verbesserte Bildungsprogramme geschehen. Auch Unternehmen und die Gemeinden sollen ihren Beitrag dazu leisten, dass die Bürger verantwortungsbewusst mit Umwelt und der Alpenregion umgehen. 

Auf dem „Marktplatz” im Haus Oberallgäu stellten die YPAC-Mitglieder ihre Ideen der Öffentlichkeit vor. Anschließend durften die anwesenden Politiker bewerten, welche der Forderungen ihnen am besten gefallen. Das Ergebnis war interessant: Hatten die Jugendlichen die Idee „Service Paket für Junge Reisende” favorisiert, bekam die „Erziehung zu umweltfreundlicher Mobilität” die meisten Punkte bei den Politikern – die genauen Gründe für dieses entgegengesetzte Abstimmungsverhalten konnten in der abschließenden Diskussion nicht geklärt werden. 

Auch die „Wiederverwendung von veralteten Einrichtungen und Gebäuden” fand bei den Politikern großen Anklang. Dieses Thema werde er angehen, die Resolution mit nach Hause nehmen, sagte Bernd Olexinski, Bürgermeister von Villach in Österreich. Leopold Herz, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, hat jedoch Zweifel an der Umsetzbarkeit, schließlich könne man die Menschen nicht dazu zwingen. Für den Bürgermeister von Idrija (Slowenien), Bojan Sever, stellt das YPAC eine wichtige Vernetzung zum interkulturellen Austausch dar, allerdings habe er Bedenken, dass man mit einem Lösungsansatz zwar ein Problem löse, aber andere auslösen würde. 

In Sonthofen sollen die Ideen der Jugendlichen auf jedem Fall dem Stadtrat vorgestellt und so gut als möglich umgesetzt werden, betonte Bürgermeister Hubert Buhl. Ein Bonussystem für Mitarbeiter der Stadt, die ohne Auto zur Arbeit kommen, gäbe es ja schon, warf Moderatorin Petra Wilhelm ein. Die Sonthofer Delegierten würden von der Stadt sehr gut unterstützt, betonte Gamal Banimoosa, Co-Präsident des YPAC 2013; die Jugendlichen aus den anderen Alpenstädten bräuchten in ihrer Heimat auch Unterstützung durch die Politik. 

Einen konnten die Ideen des diesjährigen YPAC bereits überzeugen: Bundesumweltminister Peter Altmaier möchte mehr über die Ergebnisse erfahren. Er würde sich auch „mit Ihnen und einigen Delegierten bei anderer Gelegenheit treffen, um mich darüber wie auch über die letztjährige Resolution ‘Energie sparen’ auszutauschen”, versprach der Minister in seinem Antwortschreiben auf die Einladung zum YPAC. Ein erster, nicht unbedeutender Erfolg des YPAC 2013.

Die Resolution des YPAC

Die Delegierten des Jugendparlamentes zur Alpenkonvention (YPAC) setzten sich in vier Komitées mit den Themen Konsumentenverhalten, Leben und Arbeit, Tourismus und Freizeit sowie Mobilität auseinander. Organisiert wurde das YPAC in diesem Jahr vom Gymnasium Sonthofen. In einer Generalversammlung am Donnerstag wurden nach lebhaften Diskussionen die zehn wichtigsten Forderungen der Jugendlichen zu einer Resolution zusammengefasst: 

1. Ein Service Paket für junge Reisende in der Alpenregion: Möglichkeiten, um günstig zu Reisen und ein Online-Register von hotels und kulturellen Einrichtungen. 

2. Ein verstärktes Angebot an Heimarbeitsplätzen. 

3. Ein Bonussystem für die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel zum Arbeitsplatz. 

4. Die Einrichtung von innerstädtischen Naherholungsgebieten: die Menschen sollen mehr Möglichkeiten haben, sich auszuruhen und die Natur zu genießen. 

5. Eine Verbesserung des Kulturangebotes in Jugendzentren, um der Abwanderung junger Leute in die Metropolen mit besserem kulturellem Angebot entgegenzuwirken. 6. Die Wiederverwendung von veralteten Einrichtungen und Gebäuden. 

7. Die Einführung eines Farbensystems zur Abfallsortierung. 

8. Universitäten mit ökologischem Schwerpunkt in den Alpenstädten. 

9. Ein Bonussystem für Recycling und regionale Produkte. 

10. Die Erziehung zu umweltfreundlicher Mobilität für jede Altersstufe.

Eva Veit

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