Eine Stimme für die Jugend

Johanna Hackenberg (oben von links) und Valeria Karas, sowie Cäcilia Hamer (unten von links), Fabian Weißenborn und Jesko Schrötter arbeiten bei YSAM mit.

Sonthofen – Der Jugend in den Alpen eine Stimme geben. Das wollen sieben Gemeinden, darunter auch Sonthofen. Mit einem gemeinsamen, grenzübergreifenden Projekt bringen sie junge Menschen, Bürgermeister und Jugendarbeiter zusammen. Gegenseitige Besuche und Aktivitäten machen Beteiligung erfahrbar.

Wie funktioniert ein Jugendparlament? Was brauchen junge Menschen, um in ihrer Gemeinde etwas zu bewirken? Was heißt Partizipation für Politik und Verwaltung? Die Beteiligung von Jugendlichen ist ein politischer Auftrag – und ein Schlussstein in der nachhaltigen Entwicklung. Denn Nachhaltigkeit heißt, dass die folgenden Generationen dieselben Möglichkeiten haben wie die vorangehenden. Kommunen, die eine enkeltaugliche Politik groß schreiben, planen und entscheiden daher möglichst gemeinsam mit Jugendlichen.

Das Projekt YSAM – „Youth Shaping Alpine Municipalities“ – bringt zwischen Mai 2014 und Oktober 2015 je sieben Jugendarbeiter und Politiker sowie etwas mehr als zwei Dutzend Jugendliche aus den Alpen zusammen. Darunter auch Sonthofen. Getragen wird das Projekt vom internationalen Netzwerk Verein „Alpenstadt des Jahres“.

„Partizipation gelingt nur dann, wenn sich Jugendliche und Politiker aufeinander einlassen“, so Cäcilia Hamer, Mitarbeiterin im Jugendhaus. YSAM fördere diese Begegnungen lokal und international. „Darin liegt das Potential des Projekts.“ Das gilt auch für die Politik. Stadträtin und Schulbeauftragte Steffanie Blaser-Reimund: „Beteiligungsprozesse sind uns allen wichtig, aber wir haben in den Gemeinden ganz unterschiedliche Strukturen und Politiken.“ Die Diskussion mit anderen Bürgermeistern und Jugendbeauftragten bringe neue Ideen für die eigene Gemeinde. „Wir sehen, was anderswo gut funktioniert und wie Schwierigkeiten angegangen werden.“

YSAM setzt auf das Lernen voneinander und das Ausprobieren: Mit dem Projekt werden Erfahrungen und Erfolgsgeschichten aus Liechtenstein, Südtirol und Slowenien nach Sonthofen geholt. Im Herbst werden Jugendliche, Jugendarbeiter und Politiker aus Sonthofen eine andere Gemeinde besuchen. Dort lernen sie Strukturen wie Jugendparlamente und Projekte kennen, die von Jugendlichen umgesetzt wurden. Sonthofen stellt seinerseits einer ausländischen Delegation gute Beispiele vor. Gegen Ende des Projekts sollen dann Jugendliche selbst in ihrer Gemeinde Verantwortung für eines ihrer Anliegen übernehmen. Wie es ihnen und den Erwachsenen damit ergangen ist, stellen alle Teilnehmenden an einer internationalen Abschlussveranstaltung im Oktober 2015 in Liechtenstein vor.

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