Zehn-Punkte-Plan fürs Oberallgäu

Der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser und Staatsminister Dr. Marcel Huber unterzeichnen die Zehn-Punkte-Agenda zur Intensivierung der Zusammenarbeit. Foto: Eva Veit

Unter dem Motto „Lebensministerium vor Ort“ besuchte der bayerische Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Dr. Marcel Huber, das Oberallgäu. Im Landratsamt in Sonthofen führte er mit den Bürgermeistern der Region Gespräche über Themen wie den Hochwasserschutz, alternative Energien und Mottfeuer.

Im Anschluß erklärte Huber der anwesenden Presse, dass er durch das „Lebensministerium vor Ort“ in Erfahrung bringen wolle, was die Menschen vor Ort bedrückt. Vorrangiges Thema war der Ausbau des Hochwasserschutzes, ein „Thema, das die Menschen bewegt, aber schwierig ist“, da die finanziellen Mittel begrenzt sind und Schwerpunkte gesetzt werden müssen. Ein positives Ergebnis der Gespräche war, dass die Baumaßnahmen an der Konstanzer Aach in Immenstadt schon - wenn der Landtag zustimmt - 2012 begonnen werden sollen. Danach unterzeichnete der Staatsminister gemeinsam mit Landrat Gebhard Kaiser eine Zehn-Punkte-Agenda, laut der das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und der Landkreis Oberallgäu ihre Zusammenarbeit verstärken wollen. So will das Ministerium den Landkreis in seinem Bestreben, bis 2022 möglichst 70 % des in der Region verbrauchten Stromes aus regenerativen Energien zu beziehen, unterstützen. Beim Thema Klimaschutz liegt das Hauptaugenmerk auf natürlichen Kohlendioxid-Speichern. Da intakte Moore eine große Speicherkapazität besitzen und auch große Wasserspeicher sind, soll bis Ende 2012 im Oberallgäu mit der Renaturierung von mindestens zwei weiteren Mooren begonnen werden. Zudem haben beide Seiten das gemeinsame Ziel, dass Bayern dauerhaft gentechnikanbaufrei bleibt. Zur weiteren Sicherstellung einer guten fach- und hausärztlichen Versorgung des Oberallgäus soll in der Region ein Weiterbildungsverbund für Allgemeinmedizin geschaffen werden. Auch die in der Region gut ausgebaute Krankenhausversorgung soll für die Zukunft gesichert werden. Weitere Punkte der Agenda sind die Nachhaltige Flächenentwicklung, die Erarbeitung einer europäischen Alpenstrategie, der Ausbau des Hochwasserschutzes, der „Umweltpakt Bayern“ sowie die Förderung der Milchwirtschaft und Unterstützung der Alpwirtschaft. Das Ministerium wird die Region in diesen Punkten verstärkt unterstützen.

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