Ziel: Stärkung der Innenstadt

Wohnen, Bildung, Kultur und Gewerbe waren für die Teilnehmer des Arbeitskreises wichtige Aspekte, die bei der künftigen Gestaltung des Areals der Jägerkaserne berücksichtige werden müssen. Foto: Eva Veit

Wie soll das Areal der Jägerkaserne nach dem Abzug der Bundeswehr aussehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich 23 Mitglieder der Projektgruppe Konversion, des Kulturbeirates und der Arbeitsgemeinschaft Sonthofer Jugendverbände ASJ in einem gemeinsamen Arbeitskreis.

Christoph Stöberl, Projektkoordinator des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes ISEK, legte den Teilnehmern zunächst die Schwerpunktziele über die künftige Nutzung der Areale laut einem Stadtratsbeschluss vom 8. November 2011 dar. So soll die integrierte Lage der Jägerkaserne als Chance zur Stärkung der Innenstadt genutzt werden. Durch eine verstärkte Durchgrünung des Stadtgebietes soll die Wohn- und Aufenthaltsqualität in Sonthofen gesteigert werden. Besonderes Augenmerk in der Stadtentwicklung soll auf die Bereiche Bildung und Weiterbildung, zielgruppenrelevante Wohnungsangebote, Tourismus und nicht zuletzt auf die Sicherung langfristiger Flächenreserven und die Stärkung klein- und mittelständiger Unternehmen gelegt werden. In Gruppen erarbeiteten die Teilnehmer des Arbeitskreises anschließend vier mögliche Zukunftsszenarien für die Jägerkaserne, die nun der Planungs- gruppe des ISEK als Vorschläge vorgelegt werden sollen. „Ich habe ein gutes Gefühl gehabt heute Abend. Ich bin sicher, dass Sie jetzt genügend Material haben, um vernünftig zu planen“, wandte sich Hans-Werner Goldner, Mitglied der Projektgruppe Konversion, nach der Vorstellung der vier Szenarien an die Projektplaner und die Verantwortlichen der Stadt. Die Ideen, die die Gruppensprecher vortrugen, machten auch durchaus einen guten Eindruck. Ein „gesundes Wachstum durch Wohnen, Leben und Arbeiten mit starker Bürgerbeteiligung“ stellt sich die Gruppe um Bruno Maul vor. Man müsse die vorhandene Substanz der Jägerkaserne nutzen, um durch eine Vernetzung unterschiedlicher Interessen wie Gewerbe, Wohnen und Kultur eine gesunde und lebendige Stadtstruktur zu schaffen, mit billigem Wohn- und Arbeitsraum. Im „Turm“ könne man ein Museum, Räumlichkeiten für Musik- oder Volkshochschule unterbringen, in die schon vorhandenen Werkstätten könnten Handwerksbetriebe einziehen und die Unterkunftsgebäude der Soldaten könnten zu Wohnungen und Büroräumen umgebaut werden. Für das Gelände der Grüntenkaserne stellt sich die Gruppe unter anderem eine Jugendherberge vor. Matthias Hill stellte die Idee seiner Gruppe vor, im Casino der Betreuungsgesellschaft ein Haus der Vereine und der Integration zu installieren. Die Nähe zur Stadt biete den Vereinen eine gute Möglichkeit, dort gut erreichbare Büro- und Veranstaltungsräume einzurichten. Ein „Sontra für Vereine“ würde die Vernetzung der Sonthofer Vereine untereinander stärken und zu einer vermehrten Integration und Interkulturalität der Vereinslandschaft führen. Zudem stellte die Gruppe eine multifunktionale Veranstaltungshalle vor, in der Konzerte, Vorträge, Großereignisse etc. stattfinden könnten, und die die Position von Sonthofen als zentralen Veranstaltungsort stärken würde. Verwaltungsschule, Schule für Rettungsassistenten, Polizeischule, Altenpflegeschule, Feuerwehrschule – die Gruppe „Bildung und Gesundheit“ um Thea Kress sieht beide Kasernenareale als ideale Standorte zur Fort- und Weiterbildung. Die bestehenden Gebäude könnten größtenteils weitergenutzt werden, auch für Räumlichkeiten für Musikschule, Volkshochschule oder Bildende Künstler. Die Gruppe „Gewerbeflächen“ hatte sich mit dem Problem auseinandergesetzt, dass in der Stadt kurzfristig Bedarf an Gewerbeflächen besteht, die Kasernenareale aber frühestens ab 2016 genutzt werden können. Der Lösungsansatz der Gruppe: zumindest übergangsweise könnten auf den Arealen von Ostrachstadion und Falkenlager Gewerbeflächen für klein- und mittelständische Betriebe zur Verfügung gestellt werden. Bürgermeister Hubert Buhl gefielen die Vorschläge. Er bemerkte, dass man an diesem produktiven Abend sehe, wie wichtig es sei, „den Geist sprudeln“ zu lassen. Zuletzt betonte er die Transparenz des Prozesses der Stadtentwicklung und dass es nun Arbeit der Planer sei, diese Ideen umzusetzen.

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