Zukunft in der Gemeinschaft

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JOSEF GUTSMIEDL, Bad Hindelang - Im Rahmen der Festmesse zur La Salette-Woche in der Pfarrgemeinde Bad Hindelang wurde die Installation der Pfarreiengemeinschaft Bad Hindelang als Seelsorgeeinheit „offiziell“ eingeläutet. Damit bilden die Pfarreien St. Johannes Baptist (Bad Hindelang), St. Jodukus in Bad Oberdorf, St. Antonius Hinderstein mit Hl. Geist in Oberjoch und Heiligste Dreifaltigkeit in Unterjoch weniger eine organisatorische Einheit, als vielmehr eine lebendige Glaubensgemeinschaft mit Zukunft, wie es Pfarrer Karl-Bert Matthias umschrieb. Vorreiter ist die jetzt eingerichtete Pfarreiengemeinschaft Bad Hindelang gewiss nicht: Schon vor zwölf Jahren wurden in der Diözese Augsburg solche „Zweckgemeinschaften“ begründet, um ein Seelsorgeangebot zu schaffen, das mehr sein sollte als ein reiner Notbetrieb. Und so versteht sich auch die jüngste Pfarreiengemeinschaft in der Diözese. „Ziel dieser Pfarreiengemeinschaft ist es, auf die Veränderungen auch im kirchlichen Bereich zu reagieren“, so Pfarrer Karl-Bert Matthias. Nicht nur das Alltagsleben habe sich gewandelt, ein ständiger Wandel sei auch in der Kirche zu beobachten, ergänzt er. Unsere Aufgabe ist es, das kirchliche Leben am Ort lebendig zu halten und die Pfarreiengemeinschaft in ihren Teilen zu gestalten“, beschreibt Pfarrer Matthias die Ziele der neuen Struktur. Im Prinzip wurde „die Neuerung“, die in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Bad Hindelang festlich begründet wurde, schon seit einigen Jahren praktiziert und gelebt. Pfarrer Matthias, jetzt verantwortlicher Leiter der Pfarreiengemeinschaft und Vorgesetzter der pastoralen Mitarbeiter, sieht „seine“ Pfarrei gut vorbereitet. „Die Pfarreiengemeinschaft will dem örtlichen Glaubensleben eine Zukunft eröffnen. Die Eigenständigkeit der Ortspfarreien bleibt erhalten. Das ist bislang gut gelungen“, so Pfarrer Matthias. „Die Pfarrgemeinden behalten ihre Selbständigkeit, die Menschen ihre religiöse Heimat.“ Der Rückgang an Seelsorgern sei nicht nur ein Mangel, sondern auch Auftrag zu eigenverantwortlichem Gemeindeleben, so Pfarrer Matthias weiter. Dass es da und dort bei bestem Willen auch zu Fehlern kommen werde, sei kaum zu vermeiden, meinte Pfarrer Matthias. „Doch wir können daraus lernen und manches überdenken und revidieren.“ Es hänge viel davon ab, wie die Pfarreien den Glauben zu den Menschen trügen. Symbolisch wird die neue Seelsorgeeinheit mit fünf großen Tafeln zum Ausdruck gebracht, auf der alle Kirchenpatrone der Pfarreien im Ostrachtal dargestellt sind. Jede Pfarrei erhielt eine solche Tafel. Bei festlichen Anlässen sollen schließlich Skulpturen der Kirchenpatrone, die ebenfalls an Vertreter der Pfarreien übergeben wurden, nach außen hin sichtbar „zusammen kommen“, um den Gedanken der Pfarreien- und Seelsorgegemeinschaft zu versinnbildlichen. In einem weiteren äußeren Zeichen tragen Jugendliche aus den fünf Pfarreien Laternen mit dem Licht, das eine Woche vor dem Altar der einzelnen Pfarreien brannte. In einem Buch konnten die Gemeindemitglieder ihre allgemeinen und besonderen Wünsche, Hoffnungen und Gebete im Zusammenhang mit der Seelsorge und der neuen Pfarreiengemeinschaft zum Ausdruck bringen. Einige Einträge wurden als Fürbitten beim Festgottesdienst vorgetragen. So wünschten sich die Unterjöchler Jugendgottesdienste; allgemein wird in den Einträgen die Hoffnung auf eine gute Zukunft für das Glaubensleben in der neuen Pfarreiengemeinschaft zum Ausdruck gebracht. Wünsche, denen sich auch Bad Hindelangs Bürgermeister Adalbert Martin anschloss.

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