"Baustelle Burg" in Sonthofen

Einzugsappell in drei Jahren

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Schulkommandeur Oberst Klaus Werner Schiff (von links), der Landtagsabgeordneten Eberhard Rotter und der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Dr. Gerd Müller gehen davon aus, dass es mit dem „Einzugsappell“ im Jahr 2018 klappt.

Sonthofen – Gleich zwei Bundesminister informierten sich vergangene Woche über die Bauarbeiten in der Generaloberst Beck-Kaserne in Sonthofen: Bundes-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt und sein Kabinettskollege Dr. Gerd Müller (beide CSU). Letzterer hatte die „Burg“ in den vergangenen Jahren mehrfach in Augenschein genommen. Dieses Mal zeigte er sich enttäuscht vom Fortschritt der Arbeiten.

In seinen Bemerkungen ließ der Allgäuer Bundestagsabgeordnete und Minister deutlich durchblicken, dass er mehr erwartet habe, als einige LKW, die Kies anfahren, das für Aufschüttungen benötigt wird. „Wo sind die Bagger?“ wollte Müller ungeduldig wissen, der sich vor rund zehn Jahren wie Schmidt auch für den Verbleib des Kasernenareals in Hand des Bundes stark gemacht hatte und seitdem immer wieder auf das Tempo drückt.

Optimistisch zeigte sich Cornelia Bodenstab vom Staatlichen Bauamt in Kempten. Auch wenn man von außen nicht sonderlich viel mitbekomme, es werde gearbeitet in der Burg. Die bestehenden Gebäude werden derzeit soweit hergerichtet, dass die eigentlichen Bau- und Umbaumaßnahmen durchgezogen werden können; die Bauarbeiten für die Neubauten sollen im kommenden Jahr anlaufen. Der von Dr. Müller angepeilte Appell zum Bezug der Burg im Mai 2018 könne aus Sicht der Tiefbauverwaltung wohl gehalten werden.

In drei Jahren, so die aktuelle Planung, soll die ABC-Schule, die jetzt in der Jägerkaserne untergebracht ist, das Areal in unmittelbarer Innenstadtnähe räumen und so die Konversionsflächen für die Stadt Sonthofen frei machen. Darauf wartet Bürgermeister Christian Wilhelm. „Seit acht Jahren gibt es einen Stillstand in der Stadt, weil die Flächen nicht frei werden“, klagt Wilhelm. Das städtebauliche Konzept stehe längst. Zudem gebe es ein Investitionsprogramm mit dem der Bund Kommunen beim Erwerb von ehemaligen Kasernenflächen zur Unterbringung von Flüchtlingen unterstütze. Offenbar würden aber Überlegungen angestellt, so Wilhelm, wonach nur Landkreise und kreisfreie Städte davon profitieren sollen.

In einem halben Jahr, so kündigte Bundesminister Müller an, werde er wieder kommen, um sich vom Stand der Arbeiten zu überzeugen: „Dann will ich hier 200 Handwerker auf der Baustelle sehen!“

Josef Gutsmiedl

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