Aus sechs mach‘ zwei

Zwei Sonthofer im Eilmarsch auf dem "Grenzgänger"-Etappenwandersteig

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Verrückte Idee? Björn Ahrndt (links) und Florian Adolf packten den „Grenzgänger“ im Eiltempo.

Sonthofen – Der „Grenzgänger“ ist schon was für durchtrainierte Wanderer. Sechs Etappen durch die Welt der Tannheimer und Allgäuer Berge haben es in sich. Dabei sind mehr als 5 500 Höhenmeter im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen zu erklimmen. Kann man diesen Panoramaweg als Wanderer in nur zwei Tagen meistern?

Im „Kalten Winkel“ am Hochvogel.

„Im Frühjahr war nicht abzusehen, ob der Grenzgänger heuer mit Hüttenübernachtungen möglich sein würde“, erzählt Björn Ahrndt vom Ursprung der Idee, die sechs Etappen auf deren zwei zu verkürzen. „Damals blieben nur Übernachtungsmöglichkeiten im Tal, in Hinterhornbach oder in Hinterstein und in Tannheimer Tal. Fasziniert von der Vorstellung, den Sechstagesteig als Wanderer zum Zweitageweg zu machen, ging es an die Planung. Mit Florian Adolf war schnell ein Gleichgesinnter gefunden. Beide orientierten sich nicht an den Spitzenwerten von Trailrunnern, sondern wollten die Strecke im klassischen Wanderstil zurücklegen – und im Übrigen auch ohne größere Trainingsvorbereitung.

Der erste Tag sollte von Schattwald aus nach Hinterhornbach im Lechtal führen. Björn Ahrndt: „Wir sind um viertel nach drei in Schattwald gestartet und waren selbst überrascht, wie gut wir vorankamen.“ Schon gegen halb zwölf hatten beide das Prinz-Luitpold-Haus erreicht und wurden dort beim „Boxenstopp“ bestens versorgt. Weiter ging es bei besten Wetterbedingungen über den Himmelecksattel auf das Hornbachjoch und hinunter nach Hinterhornbach, eine der zehn kleinsten Tiroler Gemeinden mit unter 100 Einwohnern. „Wir hatten die Tour als schnelle Wanderung geplant und wollten nicht nur die Herausforderung meistern, sondern auch die Natur und die tausenden Eindrücke auf der Tour genießen. Im Nachhinein wurde der erste Tag mit 42 Kilometern der erste Marathon meines Lebens“, so Ahrndt.

Am nächsten Tag stand der Rückweg über Hinterstein und den Iseler nach Schattwald auf dem Plan, weitere 2390 Höhenmeter. Um 8.30 Uhr begann der Aufstieg in Richtung Hochvogel und weiter über die Balkenscharte und das Prinz-Luitpold-Haus nach Hinterstein hinunter. Gut neun Stunden später war mit dem Iseler der höchste Gipfel des Nachmittags erreicht. Das Abenteuer endete gegen 19 Uhr in Schattwald. Nach insgesamt 80 Kilometern und 5 540 Höhenmetern.

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